Hausbau in der Oberpfalz – diese Kosten sind einzuplanen

Die Oberpfalz gehört neben weiteren schönen Landstrichen in Deutschland zu den beliebtesten Orten für Familien, sich mit einem eigenen Haus niederzulassen. Beim Hausbau selbst muss aber längst nicht nur auf den Kaufpreis des Hauses geachtet werden. Zwar sind beispielsweise bei einem Fertighausanbieter viele Kosten bereits inkludiert, doch angefangen beim Grundstück über den Notar bis hin zu den Wasserkosten während des Baus gibt es viele weitere Kostenpunkte, die es zu beachten gilt.

Bauweise und Haustyp entscheiden über die Kosten

Der wichtigste Punkt, um über die Kosten bei einem Hausbau zu entscheiden, ist die generelle Bauweise des Hauses. Zusätzlich entscheidet auch der Haustyp darüber, wie hoch die Kosten ansteigen können. Besonders häufig werden nach wie vor Massivhäuser gebaut, doch Fertighäuser sind weiter auf dem Vormarsch. Im Jahr 2017 waren es noch etwa 18 Prozent aller Häuser, 2019 waren es 20,8 Prozent. Jeder Haustyp und jede Bauform hat gewisse Vor- und Nachteile, nicht nur im Hinblick auf die Kostenpunkte.

Die Bauweise:

  • Fertighaus: Das Fertighaus gilt als schnelle und im Vergleich auch als günstige Variante, ein Haus zu bauen. Da diese Häuser standardisiert gebaut werden und in der Regel auch industriell vorgefertigt sind, fallen die Baukosten meist geringer als bei einem Massivhaus aus.
  • Massivhaus: Im Vergleich zum Fertighaus ist der Wiederverkaufswert des Objektes bei einem Massivhaus meist höher. Dafür sind aber auch zu Beginn die Baukosten höher.

Der Haustyp:

  • Frei stehendes Einfamilienhaus: Wer sein frei stehendes Einfamilienhaus ganz nach den eigenen Vorstellungen bauen lassen möchte, braucht einen etwas größeren Geldbeutel. Individualität kostet bekanntlich extra. Dennoch muss der Traum vom Eigenheim nicht scheitern, denn auch frei stehende Einfamilienhäuser lassen sich mit einigen Kniffen günstig planen.
  • Doppelhaus: Deutlich günstiger als ein frei stehendes Einfamilienhaus ist ein Doppelhaus. Die Baukosten fallen bereits günstiger aus, allerdings teilen sich hier auch zwei Parteien ein Haus (Stichwort Doppelhaushälfte).
  • Reihenhaus: Eine weitere Form ist das Reihenhaus, bei dem nicht nur zwei Parteien im Doppelhaus wohnen, sondern mehrere Familien in einer Reihe von Häusern nebeneinander. Durch die geteilten Außenwände fallen die Baukosten hier ebenfalls niedriger aus.

Diese Kosten müssen beim Hausbau beachtet werden

Genaue Zahlen lassen sich für einen Hausbau nur schwer beziffern, da diese nicht pauschal angegeben werden können. Stattdessen sind die einzelnen Kosten und damit auch die Gesamtkosten von verschiedenen Faktoren abhängig. Nachfolgend stellen wir dennoch ein paar Durchschnittswerte vor, die aber wie gesagt sehr stark von Lage, individuellen Bedürfnissen und weiteren Faktoren beeinflusst werden.

  • Grundstück: Das Grundstück für einen Hausbau muss erworben werden. Aktuell liegen Grundstücke mit weniger als 400 Quadratmetern Größe bei durchschnittlich 299 Euro pro Quadratmeter. Größere Grundstücke sind im Vergleich (also auf den Quadratmeter gerechnet) preiswerter. Ist das Grundstück 900 bis 1.000 Quadratmeter groß, dann liegen die Durchschnittspreise in Deutschland bei 149 Euro pro Quadratmeter. Zu beachten sind aber die starken regionalen Unterschiede.
  • Notar: Zu beachten sind die Kosten für den Notar, der die generelle Grundbucheintragung vornimmt. Diese Kosten betragen in etwa 1,5 Prozent des Grundstückspreises.
    Baugenehmigung: Einplanen müssen Bauherren auch die Kosten für die Baugenehmigung, die ebenfalls abhängig des Bundeslandes meist zwischen 0,2 und 0,7 Prozent beträgt.
  • Prüfstatiker: Als weiterer Punkt auf dieser Liste ist der Prüfstatiker eventuell nötig (um die 1.500 bis 2.500 Euro).
  • Bauvertragsprüfung: Als nächstes ist eine Bauvertragsprüfung zu beachten, die – sofern nötig – von einem Rechtsanwalt durchgeführt wird (etwa 250 Euro).
  • Vermessungskosten: Vermessungskosten werden ebenfalls fällig, die oft um die 2.500 Euro hoch ausfallen.
  • Bodengutachten/Baugrundgutachten: Um den Boden zu betrachten, wird wahlweise ein Baugrundgutachten oder manchmal auch ein Bodengutachten fällig. Die Kosten variieren zwischen etwa 500 bis 3.000 Euro.
  • Baubegleitung/Baugutachten: Die Begleitung beim Bau sowie ein Gutachten für den Bau können ebenfalls Kosten verursachen, die als Durchschnitt mit etwa 2.500 Euro angegeben sind.
  • Erschließungskosten: Um sowohl Wasser und Abwasser zu erschließen, aber auch Gas, Telefon, Strom und DSL, müssen allgemeine Erschließungskosten eingeplant werden. Je nach Lage und Anbieter sind um die 6.000 Euro einzuplanen.
  • Grunderwerbssteuer: Dieser Beitrag wird abhängig des Bundeslandes erhoben. Je nach Grundstücksort liegt der Betrag bei 3,5 bis etwa 6,5 Prozent des Kaufpreises.
  • Makler: Sofern ein Makler beauftragt wurde, werden auch hier Kosten fällig, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen. Üblich sind drei bis 7,14 Prozent, wobei auch individuell andere Preise vereinbart werden können.

Abgesehen von den genannten Kosten fällt auch der reine Gebäudepreis an. Hier kommt es natürlich ganz darauf an, für welches Haus sich Bauherren entscheiden. Es gibt mit 1.300 Euro pro Quadratmeter zwar einen ungefähren Durchschnittspreis, aber allein die eigenen Bedürfnisse und das ausgewählte Haus entscheiden schlussendlich darüber, wie teuer der Preis wirklich ist.

Als wäre das noch nicht genug, so gibt es noch zahlreiche Sonderkosten, die anfallen könnten. Teilweise müssen Baumfällungen vorgenommen werden oder Altbauten abgerissen werden. Auch das Errichten einer Baustraße, das Anklemmen von Bauwasser und Baustrom, einen Keller- oder Bodenplatten-Aushub sowie der Abtransport der dadurch vorhandenen Erde müssen bezahlt werden. Dazu kommen Versicherungen für den Bau, die gesamten geplanten Außen- und Gartenanlagen, aber auch der Innenausbau oder neue Möbel.

Mit diesen Tipps beim Hausbau sparen

Obwohl Bauherren bereits einen großes Budget einplanen müssen für ihr Haus, können sie dennoch an gewissen Stellen sparen. Zu beachten ist beispielsweise die Tatsache, dass jeder Quadratmeter des Hauses bares Geld kostet. Das gilt nicht nur für die Baukosten selbst, sondern auch für die späteren Energiekosten in Form von Heizkosten und Nebenkosten. Hier kann der Bau einer Anlage für Sonnenenergie sinnvoll sein und ist je nach Bundesland in Zukunft sogar Pflicht. Zwar wirkt die Ausgabe auf den ersten Blick teuer, doch nachträglich und auf die Wohnzeit gesehen sparen Bauherren deutlich mehr Geld, wenn sie das Budget für eine Photovoltaikanlage investieren. Darüber hinaus besteht bei erneuerbaren Energien auch noch die Chance auf diverse Fördermittel.

Wer nicht an Quadratmetern sparen möchte, kann dagegen die Anzahl an Türen und Fenstern überdenken. Natürlich sind Wohnräume mit vielen Fenstern und damit auch viel Licht beliebt, doch die Art der Fenster entscheidet oft auch den Preis. Dachfenster gehören übrigens zu den teuersten Arten. Daher lieber wenige große Fenster einbauen statt viele kleine Fenster – das wird in Summe gesehen günstiger sein. Zu beachten sind außerdem die konkreten Räume. Im Schlafzimmer oder auch im Badezimmer wird weniger Licht benötigt als beispielsweise im Kinderzimmer oder Wohnzimmer.

Das nächste Sparpotenzial hat der Keller. Dieser kostet beim Ausbau sehr viel, ist aber gar nicht immer nötig. Oft reicht bei einem Einfamilienhaus mit zwei Etagen ein Dachboden aus, um Kisten und weitere Dinge zu lagern.

Gleiches gilt auch für die Bauform. Hier ist auch nicht immer alles nötig, was sich künftige Bauherren vorstellen. Jede Ecke, jeder Gauben oder Winkel kann theoretisch zusätzliche Kosten produzieren. Das Dach ist kostentechnisch ebenfalls entscheidend. Besonders günstig ist in der Regel ein einfaches Satteldach. Bei der Fassade wünschen sich viele Bauherren eine Klinkerfassade, allerdings könnten sie mit einer Putzfassade sehr viel sparen. Zu beachten ist jedoch immer, ob sich dadurch die Folgekosten erhöhen, sodass nicht immer die günstigste Variante auch gleichzeitig die beste Wahl ist.

Mit Eigenleistungen Kosten reduzieren

Der abschließende Tipp richtet sich an alle handwerklich begabten Häuslebauer, die einige Dinge in Eigenleistung übernehmen können. Gerade Malerarbeiten oder Tapezierarbeiten, aber auch der Kücheneinbau oder das Fliesenlegen sind beliebte Arbeiten, die zum Kosten sparen privat übernommen werden können. Wer anschließend noch einen grünen Daumen im Garten besitzt oder einen eigenen Carport bauen kann, spart umso mehr.

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(exb)