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Hirschau: Projekt „Kettcar“ startet

Oberstes Bildungsziel in Bayern sei die Schulung von Kopf, Händen und Herz – das erfüllt das Projekt Kettcar in höchsten Maße. Mit jeder Menge Spaß können Erst- und Zweitklässler an Grundschulen neben Motorik, Koordination und Konzentration vor allem richtiges Verkehrs- und Sozialverhalten erlernen. Und so eine „defensive Fahrweise“ verinnerlichen, die im Straßenverkehr Leben retten kann.

Die Idee dafür entstand an der Sonderschule: Dr. Hermann König hatte es sich 1974 nach dem tragischen Tod einer Schülerin mit Behinderung im Straßenverkehr zur Aufgabe gemacht, solche Unglücke in Zukunft zu verhindern. Durch einen Zufall geriet er an einige Kettcars, mit denen er Verkehrserziehung betrieb.

Die Regeln sind einfach: Es wird innerhalb der Begrenzungen gefahren, ohne dass Holzlatten, Hindernisse oder andere Schüler angefahren werden. Passiert das doch, müssen die Schüler vom Feld und einige Minuten aussetzen. So erlernen die Grundschüler, wie essentiell rücksichtsvolles und vorausschauendes Fahren ist. Eine optimale Vorbereitung für ein sicheres Bewegen im Straßenverkehr – ob mit dem Fahrrad oder in einigen Jahren auch mit dem Auto.

Finanziert wird das Projekt vorwiegend von der Sparkasse – die will auch in den kommenden Jahren ermöglichen, dass immer mehr Schulen mit Kettcars ausgestattet werden und so schon ganz früh mit der Verkehrserziehung beginnen können.

Wer den Einführungskurs auf dem Kettcar-Feld erfolgreich bestanden hat, bekommt eine Urkunde und den ersten Führerschein – der zeigt: Bei diesem Schüler wurde der Grundstein für verantwortungsbewusstes Verkehrsverhalten schon gelegt. (jl)