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Iffelsdorf: Geschichte unterm Maisfeld

Seit 2011 wird in Iffelsdorf bei Pfreimd von Archäologen gegraben. Dass unter einem Maisfeld am südlichen Ortsrand des Dorfes sich einzigartige Schätze verbergen, konnte beim ersten Fund noch nicht geahnt werden. Schon in den 1950er Jahren wurden bei Straßenbauarbeiten Gräber entdeckt. In Gang kamen die Grabungen aber erst, als der ehemalige Schwandorfer Kreisheimatpfleger Ernst Thomann einen Krug aus dem Maisfeld barg.

Wie sich herausstellte, gehörte der Krug zu einem Grab. Vier Wochen alljährlich wird seither auf dem Maisfeld gegraben. Und jedes Jahr werden bedeutende und spannende Funde geborgen. In diesem Jahr beispielsweise wurde ein großes, steinernes Grab freigelegt. Darin die Knochen und Zähne eines – vermutlich – Mannes. Das Grab muss mit großer Sorgfalt und bedacht angelegt worden sein, sagt Grabungsleiter Dr. Hans Losert.

In den Gräbern finden sich viele Beigaben wie Krüge, Schmuck oder gar Kinderspielzeug. Die Gräber stammen ziemlich sicher aus dem 7. oder 8. Jahrhundert und bilden eine slawische Nekropole, also Totenstätte. Obwohl schon seit sechs Jahren regelmäßig gegraben wird, kämen zwar jedes Jahr neue Erkenntnisse ans Licht. Aber mit jeder Antwort würden sich drei Fragen ergeben, sagt Dr. Losert. So auch die Überreste einer – wahrscheinlich – Siedlung. Siedlungen bei Gräbern seien eigentlich nicht üblich gewesen.

Entweder sei die Siedlung über die Gräber gebaut worden oder die Gräber nach der Siedlung. Fragen, die in diesem Jahr wahrscheinlich nicht mehr geklärt werden können. Niemand weiß genau, wie groß die Gräberanlage eigentlich ist. Die westliche Ausdehnung ist nicht erfasst. (eg)