Immenreuth: Gute Noten dank Zuwendung der SOS-Kinderdorf-Stiftung

Ein spezielles Lerntraining bei einer speziellen Lerntherapeutin – das kann Schülern, etwa bei Dyskalkulie, eine richtig gute Hilfe sein. Das Problem dabei ist, dass Lernangebote wie diese nicht von öffentlicher Hand finanziert werden, wie Holger Hassel, der Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorfes Oberpfalz, erläutert. Daher freut er sich über die Ausschüttung der SOS-Kinderdorf-Stiftung für das SOS-Kinderdorf Oberpfalz.

Denn was die gezielte Unterstützung bewirken kann, das zeigt das Beispiel von Marcel. Hier seine Geschichte:

„Marcel freut sich auf morgen. Denn morgen ist Mittwoch. Und da hat er eine besondere Form von Nachhilfe. Ein spezielles Lerntraining bei einer speziellen Lerntherapeutin. Marcel hat Dyskalkulie. Er war froh, als dies entdeckt wurde. Denn damit war klar, er ist nicht dümmer als die anderen Kindern. Er braucht nur länger, die Zusammenhänge zu verstehen. Genau dabei hilft ihm das Training, das er seit rund eineinhalb Jahren absolvieren darf. Und auch in diesem Schuljahr fortsetzt. Seit September ist Marcel in der 8. Klasse einer Mittelschule. Der 14-Jährige lebt seit sieben Jahren im SOS-Kinderdorf Oberpfalz. Nach einer kurzen Zeit in einer Förderschule, wechselte er auf die Grundschule. Anfangs kämpfte er mit den Hauptfächern wie Deutsch, Englisch oder GSE (Geschichte-Sozialkunde-Erdkunde). Doch schon bald hatte er hier – dank einer wöchentlichen Nachhilfe im Kinderdorf – stabile und gute Noten. Marcel ist sicher, dass er bis zum Schulabschluss auch die Mathematiknote weiter verbessern kann. Im wöchentlichen Training kann er die Fragen stellen, für die im Regelunterricht keine Zeit ist, seine Therapeutin erklärt ihm alles in Ruhe und bereitet ihn auch auf die Proben vor. Eine Lernmethode, die Wirkung zeigt: Marcel gewinnt an Selbstvertrauen und freut sich über die Wertschätzung, die er erfährt. Und so hat der junge Mann auch schon ein klares Berufsziel vor Augen: „Nach der Schule werde ich Sanitäter bei der Bundeswehr. Denn ich möchte gerne anderen Menschen helfen.“ (Quelle: Pressemitteilung)

Sehr dankbar für die Unterstützung ist daher auch Holger Hassel, der Einrichtungsleiter SOS-Kinderdorf Oberpfalz:

„Lernangebote wie diese werden nicht von der öffentlichen Hand finanziert. So sind wir dankbar über Zuwendungen wie in diesem Jahr von der SOS-Kinderdorf-Stiftung. Damit können wir diese gezielte Förderung aufrechterhalten“ (…) „Denn gute Schulnoten sind für die meisten Kinder, die bei uns im Kinderdorf betreut werden, keine Selbstverständlichkeit. Sie haben meist traumatische Erlebnisse in ihren Familien erleiden müssen oder wurden aufgrund ihres Familienhintergrunds nicht ausreichend gefördert. So ist ihr Lern- und Leistungsverhalten bzw. ihre Konzentrationsfähigkeit oft eingeschränkt. Die Verarbeitung braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit.“

(Quelle: Holger Hassel, Einrichtungsleiter SOS-Kinderdorf Oberpfalz)

Insgesamt besteht „beim Lernen helfen“ aus verschiedenen Bausteinen, wie die Pressemitteilung der SOS-Kinderdorf-Stiftung erläutert: „Mit den Grundschülern lernen die Fachkräfte im SOS-Kinderdorf, oft übernehmen dies auch die SOS-Kinderdorfmütter. Für die älteren Kinder kommt ein Nachhilfelehrer ins Dorf oder man fährt zu einem externen Nachhilfeinstitut. Darüber hinaus werden speziell ausgebildete Fachkräfte einbezogen, wie aktuell bei Marcel.“

Zum Hintergrund (Quelle Pressemitteilung SOS-Kinderdorf-Stiftung):
„Jährlich fördert die SOS-Kinderdorf-Stiftung mit ihren Erträgen nachhaltig die Arbeit des SOS-Kinderdorf e.V. im In- und Ausland. Über 750 Zustifter und 68 Treuhandstiftungen engagieren sich für benachteiligte Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Behinderungen, indem sie für das solide Stiftungsvermögen sorgen. Mit den Erträgen, die jährlich aus diesem Vermögen erwirtschaftet werden, unterstützt die SOS-Kinderdorf-Stiftung gezielt Projekte mit den drei Schwerpunkten Kinder, Schul- und Berufsausbildung sowie Hilfe in Notfällen. Das Wohl der Kinder und Jugendlichen steht bei der Auswahl der Förderprojekte im Vordergrund. Hier ein paar Beispiele…

Unterstützung im In- und Ausland
Im Schwerpunkt Kinder bekommt neben dem SOS-Kinderdorf Oberpfalz das SOS-Kinderdorf Augsburg einen Zuschuss. Dort erhalten durch das Projekt „Schneewittchen“ junge Menschen mit Essstörungen – von der Magersucht über Bulimie bis zur Adipositas – Unterstützung, um ihre Krankheit zu überwinden. So wird ihnen und ihren Eltern geholfen, eine schwierige Lebenssituation zu bewältigen. Auch das neue SOS-Kinderdorf Dortmund erhält eine großzügige Förderung. Hier entsteht bis 2019 ein Begegnungszentrum mit vielfältigem Angebot für Familien und eine Kita mit rund 60 Plätzen. Durch ein SOS-Kinderdorf in der Großstadt werden die Kinder nicht aus ihrer Heimatstadt herausgerissen, sondern können sich weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung bewegen.

Für den Schwerpunkt Bildung erhält beispielsweise das SOS-Kinderdorf Berlin für das Projekt „Ausbildungspatenschaft“ eine Zuwendung. Jugendliche erhalten Unterstützung in ihrem Berufseinstieg. Neben Nachhilfeunterricht in speziellen Ausbildungsthemen werden Bewerbungstrainings angeboten, um die Jugendlichen optimal auf ihren Start ins Berufsleben vorzubereiten. Für die Hilfe in Notfällen hat die SOS-Kinderdorf-Stiftung bisher noch einen Betrag zurückbehalten. So kann sie spontan agieren, wenn eine der SOS-Kinderdorfeinrichtungen im In- oder Ausland schnelle Hilfe braucht.

„Unser Ziel ist es, Kinder, junge Menschen und Familien in Problemlagen bestmöglich zu unterstützen. Damit die Stiftung weiterwachsen und dauerhaft Gutes tun kann, setzen wir weiterhin alles daran, der aktuellen finanzpolitischen Situation zu trotzen“, betont Petra Träg, Geschäftsführung SOS-Kinderdorf-Stiftung. „Gemeinsam mit unseren Stiftern und Zustiftern fördern wir in diesem Jahr rund 100 Projekte für benachteiligte Kinder und junge Menschen.“ Weitere Informationen unter www.sos-kinderdorf-stiftung.de“ (Quelle: Presseinformation SOS-Kinderdorf-Stiftung)

(nh)

Bildquelle: SOS-Kinderdorf Oberpfalz