Immobilienpreise in der Oberpfalz steigen weiter – was können Bauherren tun?

Endlich in die eigenen vier Wände umziehen – viele Haushalte träumen davon. Wohneigentum, entweder in Form eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung, gilt als Wertanlage und Teil der Altersvorsorge. In den letzten Jahren bot der Markt dafür auf den ersten Blick hervorragende Bedingungen. Niedrige Zinsen für Baufinanzierungen haben den Weg ins Eigenheim geebnet. Auf der anderen Seite werden die Auswirkungen dieser Niedrigzinsphase aktuell in Deutschland und der Oberpfalz sehr deutlich. Die Preise für Wohneigentum sind in den letzten Jahren mehr als deutlich gestiegen.

Laut mittelbayrische.de hat zum Beispiel in Regensburg ein spürbarer Preistrend nach oben etwa ab dem Jahr 2008 eingesetzt. Das regionale Online-Magazin sieht am Markt eine Kappungsgrenze etwa 2020 erreicht. Diese Entwicklung geht natürlich nicht spurlos an der regionalen Bauwirtschaft vorbei. Die Baubranche hat in den letzten Jahren glänzend von der hohen Nachfrage profitiert. Knappe Ressourcen seitens der Handwerksbetriebe und neue Regeln aus Richtung der Energiesparverordnung – hier liegen zwei Gründe, warum Immobilien teurer werden. Welche Chancen haben Haushalte aus der Oberpfalz, die den Traum vom Eigenheim noch träumen. Oder ist der Zug vielleicht schon längst abgefahren und Wohnraum nur noch teuer zu haben.

Viel Zeit in die Objektsuche stecken

Günstige Immobilien – in der Region Regensburg sicher kein einfaches Unterfangen. Gerade in den Städten der Region Oberpfalz sind in den letzten Jahren die Preise für Immobilien gestiegen. Anfangs – im Vergleich zu München oder Augsburg – eher moderat, hat sich der Trend zunehmend verschärft. Für Familien, die sich für Wohneigentum entschieden haben, keine einfache Situation. Je teuer das Wohneigentum wird, umso größer am Ende auch der Kapitalbedarf.

Die Herausforderung: Wie eine günstige Immobilie finden, welche die Haushaltskasse nicht sprengt? Ein wichtiger Punkt fällt in diesem Zusammenhang der Objektsuche zu. Hier geht es um verschiedene Faktoren, wie:

  • Lage
  • Verkehrsanbindung
  • Kita/Schule
  • Versorgung

Letzteres bezieht sich auf die Abdeckung mit Waren des täglichen Bedarfs – sprich welcher Aufwand muss betrieben werden, um den Kühlschrank zu füllen oder Hygieneartikel zu erwerben.

Generell gilt dabei die Devise, dass in einem sehr nahen Umfeld Discounter oder Supermärkte ideal sind. Dass die infrastrukturelle Situation eine wichtige Rolle spielt, liegt auf der Hand. Neben diese Rahmenbedingungen geht es bei der Objektsuche natürlich auch um die Immobilie selbst. Hier sind unter anderem:

  • Zustand der Bausubstanz
  • Energetischer Zustand
  • Ausstattung

entscheidend.

Immobilie umfassend bewerten lassen

Die Bedeutung der Objektprüfung ist in diesem Zusammenhang einer der wichtigen Aspekte, um sich für die passende Immobilie entscheiden zu können. Gerade hinsichtlich des Bauzustands und den energetischen Rahmenbedingungen muss einfach sehr genau hingeschaut werden.

Eine auf den ersten Blick günstige Immobilie kann sich – nach der eingehenden Objektprüfung – so als teure Bauruine entpuppen. Besonders wenn umfassend saniert werden muss, entstehen hohe Kosten. Und dies können den Kaufpreis durchaus übersteigen. Teuer wird es zum Beispiel dann, wenn das vermeintliche Traumhaus energetisch auf Vordermann zu bringen ist – mit Fassadendämmung und neuen Fenstern.

Die Finanzierung sorgfältig auswählen

Nach langer Suche endlich das richtige Eigenheim zu finden ist eine Seite der Medaille. Die Preise für Wohnraum sind so hoch, dass sich nur wenige Haushalte Immobilien ohne Baufinanzierung leisten. Für das Gros der Bauherren und Käufer führt kein Weg an den Hauskrediten vorbei. Und mithilfe der Finanzierung wird nicht nur der Traum vom Eigenheim gestemmt. Wer als Kreditnehmer einige Tipps im Hinterkopf behält und die Anbieter auf Plattformen wie Verivox vergleicht, kann steigende Immobilienpreise bis zu einem gewissen Grad ausgleichen.

1. Sondertilgungen beachten

Sondertilgungen gehören zu jenen Konditionen, die jeder Bauherr im Auge behalten muss. Hierbei geht es um die Möglichkeit, einen Teil des Baudarlehens außerhalb des Zahlungsplans an die Bank zurückzuführen. Der Vorteil liegt darin, dass auf diese Weise an den Zinskosten gespart wird. Allerdings sind Sondertilgungen nicht in jedem Kreditvertrag zu finden. Es gibt nach wie vor Banken, bei denen sind diese Konditionen nur gegen Aufpreis zu haben.

2. Das Thema Bereitstellungszinsen

Mit der Unterschrift unter den Kreditvertrag verpflichten sich Bauherren zur Abnahme der Darlehenssumme. Hierfür ist im Regelfall eine Frist vorgesehen. Überschreitet der Kreditnehmer diese, kann die Bank eine Entschädigung – den Bereitstellungszins – verlangen. Sowohl dessen Höhe als auch die Frist unterscheiden sich von Bank zu Bank sehr deutlich.

3. Nebenkosten im Auge behalten

Leider ist angehenden Bauherren mitunter noch nicht klar, dass im Rahmen eines Immobilienkaufs nicht nur der eigentliche Kaufpreis eine Rolle spielt. Makler, Grundbuchamt und Notar verursachen Zusatzkosten. Und diese Kaufnebenkosten haben es durchaus in sich. Angehende Immobilienbesitzer müssen 5 Prozent bis 10 Prozent einplanen.

Beim Bau mithelfen

Gerade Bauherren haben Gelegenheit, beim Hausbau zu sparen – indem sie mit Hand anlegen. Besser bekannt als Eigenleistungen, handelt es sich um eine ganze Palette verschiedener Maßnahmen. Diese reichen vom Tapezieren und dem Verlegen von Fußböden über die Außenarbeiten bis hin zur Installation der Sanitäranlagen.

Achtung: Angehende Hausbesitzer müssen den Umfang der Eigenleistungen realistisch einschätzen. Gerade Maßnahmen im Bereich der:

  • Sanitäranlagen
  • Elektroinstallation

sollte eher den Profis das Feld überlassen werden. Hier geht es unter anderem darum, teure Fehler zu vermeiden und um die Gewährleistung.

 

 

Abbildung 2: Bei der richtigen Baufinanzierung passt am Ende alles zusammen. Wer zudem die Eigenleistungen richtig einschätzt, kann so viel Geld sparen.

 

Fazit: Bauherren in der Oberpfalz können sparen

Der Traum vom Eigenheim ist in den letzten Jahren für viele Haushalte greifbar geworden. Die niedrigen Zinsen haben die Nachfrage angetrieben. Und diese wiederum schiebt die Immobilienpreise an. Eine Entwicklung, die auch in der Oberpfalz zu spüren ist. Wer sich vom Wunsch nach Wohneigentum nicht abbringen lässt, sucht nach Möglichkeiten zum Sparen. Eigenleistungen, das genaue Hinschauen bei der Finanzierung und sich Zeit mit der Objektsuche nehmen sind drei wichtige Aspekte, die hier eine Rolle spielen. Und mit denen auch in der Oberpfalz der Traum vom Eigenheim wahr werden kann.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ paulbr75 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ Mediamodifier (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

Titelbild: Abbildung 1:der Traum vom Eigenheim sollte angesichts der hohen Preise genau kalkuliert werden – so lassen sich die Kosten im Rahmen halten.

(exb)