Oberpfalz TV

Kettnitzmühle: Klimastabilder Zukunftswald

Fast ein Drittel Deutschlands ist bewaldet – das entspricht einer Fläche von 11,4 Millionen Hektar. Sie werden als grüne Lungen bezeichnet. Der Wald prägt ganz wesentlich unser Landschaftsbild, hat positiven Einfluss auf das Klima, sorgt für gute Luft. Und der Wald schafft einen Erholungsraum für uns Menschen. Doch gerade unseren Wäldern macht der Klimawandel besonders zu schaffen. Bäume sind Lebewesen, die nur sehr langsam wachsen und sich somit auch nur sehr langsam auf veränderte Bedingungen einstellen können. Es braucht langfristige Anpassungsstrategien.

Im Wald bei Kettnitzmühle wird derzeit umgerüstet. Das Stichwort für den Zukunftswald ist Klimastabilität. Und besonders klimastabil sind weniger anspruchsvolle Bäume wie Kiefern. Sie kommen mit trockenen Sandböden, den heißen Temperaturen und weniger Niederschlag aus.

Doch sie brauchen Licht und deswegen muss der Altbestand weg, denn der sorgt dafür, dass die jungen Bäume im Schatten liegen. Der Harvester ist deswegen aktiv. Eine nicht unumstrittene Maschine. Laut Umweltschützern sorgt sie dafür, dass jeder zweite Baum verletzt wird, sich Pilzinfektionen ausbreiten und somit der Waldbestand verringert wird. Eine These, die Dr. Michael Kutscher, Leiter der Forsttechnik bei den Bayerischen Staatsforsten, so nicht unterschreiben kann. Denn: Die neue Baumhaltetechnik sorge dafür, dass die gefällten Bäume nicht auf die anderen Bäume fallen, sondern nur innerhalb der Erschließungslinie abgelegt werden würden.
200 Festmeter schaffe der Harvester pro Tag, so Kutscher.

Außerdem setze man laut Klaus Bichlmaier vom Forstbetrieb Schnaittenbach beim klimastabilen Zukunftswald auch auf Mischwälder und nicht auf Monokulturen. In Kettnitzmühle werden deswegen künftig auch Eichen und Birken zu finden sein. Mehrere Baumarten auf einer Fläche würden das Risiko minimieren, dass sich Krankheitserreger ausbreiten. (sd)