Klimawandel in der Oberpfalz: Änderungen und Gegenmaßnahmen im Überblick

Der April 2018 hat Geschichte geschrieben. Oder anders: Der April 2018 wird in die Annalen der Wettergeschichte eingehen. Seit 1881 die kontinuierliche Wetteraufzeichnung begonnen hat, ist dieser April der bisher wärmste April. Am 22. April 2018 verzeichnete Ohlsbach bereits den ersten Sommertag (zumindest bei den Temperaturen) mit mehr als 30°C. Laut Deutschem Wetterdienst war der Monat April 2018 im Mittel um mehr als vier Grad Celsius zu warm. Wo liegen die Ursachen für die Wärmerekorde, die mit Trockenheit und ausgedehnten Sonnenscheinperioden einhergingen? Verantwortlich gemacht wird hierfür der Klimawandel, der im Wechselmonat April besonders deutlich wird.

Bereits in den vergangenen Jahren seit dem Jahrtausendwechsel ist der April immer wieder deutlich zu warm ausgefallen. Veränderungen in den atmosphärischen Strömungen haben zum Beispiel dieses Jahr für eine nordwärts gerichtete Strömung gesorgt, in deren Folge sich Hochdruckwetterlagen bilden konnten. Sommerliche Temperaturen im April sind aber nur ein Anzeichen für klimatische Veränderungen. Verändert sich das Klima, werden extreme Wetterphänomene häufiger. Dies können zum Beispiel:

  • Stürme
  • Starkregenereignisse
  • extreme Trockenheit

sein. Phänomene, die schweren Schaden anrichten, unter anderem in der Landwirtschaft: Fehlender Frost führt zu Problemen im Maisanbau oder starke Trockenheit zieht Ernteausfälle nach sich.

Wie könnte sich der Klimawandel im weiteren Verlauf auswirken?

Das Klima ist etwas, was der Mensch nicht beeinflussen kann. Eine Aussage, die genauso falsch ist wie richtig. Zutreffend ist, dass sich aktuelle Wetterphänomene, wie zum Beispiel Hitzewellen oder Unwetter mit Starkregen, weder aufhalten noch beeinflussen lassen. Betroffene müssen hier sprichwörtlich zusehen, wie das Wetter die Kontrolle übernimmt. Besonders dramatisch sind häufig die Fernsehbilder von Überflutungen.

Wassermassen bahnen sich ihren Weg. Egal, ob eine Einfamilienhaussiedlung, Bahnhöfe oder Krankenhäuser im Weg stehen. Gerade an den großen Flüssen Deutschlands, wie:

  • Rhein
  • Elbe
  • Mosel
  • Oder

sind solche Ereignisse leider immer wieder an der Tagesordnung. Starkregen und Unwetterereignisse können aber auch, wie beispielsweise im Juli 2016, ganze Regionen überziehen und aus kleinen Bächen reißende Ströme machen. Worauf wird sich die Bevölkerung in Zukunft einstellen müssen.

Überschwemmungen treten häufiger auf

Klimaveränderungen sind nicht nur dadurch gekennzeichnet, dass es einfach wärmer wird. Veränderte Strömungsverhältnisse in der Atmosphäre ziehen am Ende nach sich, dass das Wetter zunehmend stärker zwischen den Extremen schwankt. Dies bedeutet einerseits, das häufigere Auftreten von trockenen Perioden. Auf der anderen Seite kann es zu sehr starken Niederschlägen innerhalb kurzer Zeit kommen.

Fallen diese auf den staubtrockenen Boden, wird das Niederschlagswasser nicht schnell genug aufgenommen, Regen fließt als Oberflächenwasser ab. Die Folge: Kleine Bäche treten über die Ufer und werden zu reißenden Wassermassen. Tritt dieses Phänomen großflächiger auf, kann sich eine Kaskade in Gang setzen. Überschwemmungen pflanzen sich in die größeren Flüsse fort, was auch in der Oberpfalz für eine erhöhte Gefahr sorgt.

Stürme mit extremen Windgeschwindigkeiten

Hin und wieder ein Sturm ist nicht außergewöhnlich für Mitteleuropa. In den letzten Jahren hat Deutschland einige sehr heftige Sturmtiefs erlebt, wie:

  • Kyrill
  • Burglind
  • Friederike.

Mit Fortschreiten des Klimawandels könnten Stürme häufiger auftreten. Hintergrund: Stürme sind letztlich Ausgleichsströmungen zwischen hohen Druckgradienten in der Atmosphäre. Obwohl rückblickend durchaus der Verdacht aufkommen kann, dass Stürme immer häufiger auftreten, ist dieser Trend statistisch schwer zu beweisen.

Allerdings scheint es logisch, beim Auftreten von Hitzewellen früher oder später auch mit Stürmen konfrontiert zu werden. In deren Folge treten auch Hagelereignisse mit überdurchschnittlicher Korngröße immer wieder auf.

Was können Menschen tun?

Heftige Unwetter können, egal ob nun durch Hagel, Regen, Blitze oder Sturm, schwere Schäden anrichten. Diese Schäden kosten Geld. Ein Beispiel hierfür ist das Sturmtief Kyrill. Schätzungen aus der Versicherungsbranche gehen dahin, dass durch den Sturm ein Schaden von circa sechs Milliarden USD entstand. In einigen Quellen ist sogar von einem Gesamtschaden in einer Größenordnung von 10 Milliarden USD die Rede.

Angesichts solcher Summen wird deutlich, warum Wetterextreme zu einer Herausforderung werden. Es stellt sich ganz automatisch die Frage, wie sich Menschen dagegen schützen können. In diesem Zusammenhang sind auf der einen Seite die einzelnen Haushalte gefragt, auf der anderen Seite ist hier aber auch der Staat gefordert.

Unwetterschutz: Staatliche Maßnahmen

Es ist die Aufgabe des Staates, seine Bürger zu schützen. Hierbei wird oft zuerst nur an die innere und äußere Sicherheit gedacht. Es geht aber auch um das, was von oben kommt. Schutzmaßnahmen gegen Unwetterschäden bestehen aus einem engen Geflecht verschiedener Einzelmaßnahmen. Beispiel Überflutungen: In bekannten Risikogebieten entlang der Flüsse ist, basierend auf den Erfahrungen vergangener Jahre, der Hochwasserschutz durch einen Ausbau der Deiche sowie mobile Barrieren vorangetrieben worden.

Parallel gehört zu den Maßnahmen auch eine Schulung der Einsatzkräfte und deren Vorbereitung auf den Ernstfall. Neben den Feuerwehren betrifft dies unter anderem das THW (Technisches Hilfswerk) und die Sanitätsdienste.

Ein weiteres Standbein ist das Monitoring in Kombination mit Warndiensten. Hier liegt die Zielsetzung in der frühzeitigen Warnung der Bevölkerung, damit sich diese auf Ereignisse wie Stürme mit ausreichender Vorlaufzeit vorbereiten kann. Allerdings stoßen die meteorologischen Dienste hier an Grenzen, etwa bezüglich des Auftretens von Tornados oder heftigen Sommergewittern mit hohem Hagelrisiko.

Unwetterschutz: Der einzelne Haushalt

Die Maßnahmen einzelne Haushalte betreffend sind relativ vielschichtig. Hausbesitzer sind etwa angehalten, alle Öffnungen zu sichern. Wasser dringt nicht nur über Fenster oder Türen ein. Auch Lichtschächte oder Lüftungsklappen bieten im Überflutungsfall Zugang. Darüber hinaus sind Anbauten, wie Solaranlagen oder TV-Empfangsanlagen, sturmsicher anzubringen.

Natürlich spielen auch private Events unter freiem Himmel diesbezüglich eine wichtige Rolle. Sollte plötzlich rauer Wind aufkommen oder Starkregen, kann ein fester Pavillon durchaus helfen. Solche Pavillons sind mittlerweile so robust, dass sie das gesamte Jahr über draußen verbleiben können. Bei einem starken Gewitter sieht die Situation wiederum anders aus. Hier sollten Betroffene bereits vorher entsprechend einen Plan B in der Tasche haben.

Lässt sich der Klimawandel noch aufhalten?

Experten sehen als eine der Hauptursache für den Klimawandel den menschlichen Ausstoß an Klimagasen. Hierzu gehört unter anderem Kohlendioxid. In den letzten Jahren hat die Politik immer wieder Anstrengungen unternommen, dessen Ausstoß zu verringern. Allerdings wird die Zeit zunehmend knapp. Einige Forscher sehen die Uhr inzwischen schon nicht mehr auf 5 vor 12. In den letzten Jahren sind Meinungen zunehmend lauter geworden, dass der Mensch den Kampf zu verlieren droht.

Eine radikale Senkung der CO2-Emissionen wäre nötig. Allerdings wird immer wieder bemängelt, dass seitens der Politik zu wenig unternommen werden, um die regenerativen Energien zu fördern. Gefordert sind in diesem Zusammenhang aber nicht nur Politiker und Gesetze. Letztlich muss sich jeder Einzelne im Klaren darüber sein, wo die eigene Verantwortung liegt.

(Bild: fotolia.com – akf 168477680)

Fazit: Naturkatastrophen werden häufiger

Stürme im Winter, die milliardenschwere Schäden verursachen und Sommergewitter mit rekordverdächtigen Hagelkörnern: Inzwischen ist es auch vielen deutschen Haushalten klar, dass sich das Klima verändert. Der April 2018 hat diese Entwicklung eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In vielen Regionen Bayerns sind Auswirkungen, wie Hitze und Trockenheit oder Starkregen, in den letzten Jahren zu spüren gewesen. Aufhalten lassen sich Unwetter nicht. Weder einzelne Haushalte noch der Staat können sich dagegenstemmen. Einzig Maßnahmen zum Schutz von Leib, Leben und Eigentum lassen sich ergreifen. Es muss etwas getan werden, um die Ursachen für die Veränderungen zu bekämpfen, etwa durch eine deutliche Verringerung der Klimagase.

 

Titelbild: fotolia.com – pusteflower9024 101599334

(exb)