Kriminalität in der Oberpfalz – wie sicher ist das Leben hier?

Neumarkt in der Oberpfalz, Weiden und Regensburg spannen auf der Karte ein Dreieck auf, welches Zentrum der Region Oberpfalz ist. Gelegen in Bayern, gehört die Region zu den Flecken Deutschlands, die für ihre Lebensqualität bekannt sind. Oberpfälzer Wein, die Donau und eine malerische Landschaft sind drei Gründe, warum es sich hier „aushalten“ lässt. Die Kombination aus Infrastruktur, Wirtschaft und naturnaher Erholung macht die Oberpfalz so besonders. Lebensqualität entsteht aber nicht nur aus diesen drei Aspekten. Um sich in einer Stadt oder Region wirklich wohl zu fühlen, braucht es Sicherheit.

Dieser Sicherheitsanspruch richtet sich zum einen auf die individuelle Unversehrtheit als auch das Vermögen. Sprich: Wessen Gesundheit bedroht wird als auch das Eigenheim, der fühlt sich nicht mehr wohl. Dabei kommt es nicht zwingend auf eine direkte und zielgerichtete Bedrohung an. Vielmehr entsteht ein negatives Sicherheitsgefühl auch durch eine latente Gefahrenlage, etwa wenn bandenmäßig Einbrüche verübt werden oder es an Hot-Spots immer wieder zu Übergriffen von Tätergruppen auf einzelne Personen kommt. Nachteilig auf das Sicherheitsgefühl wirkt sich auch offen zur Schau gestellte Drogenkriminalität aus. Welchen Stellenwert hat die Oberpfalz in diesem Zusammenhang?

Die Kriminalität ist in der Oberpfalz auf einem sehr beherrschbaren Niveau – es lebt sich also sicher. Allerdings sollte Verbraucher aufpassen, nicht in entsprechende Fallen zu tappen. Quelle: @rcfotostock – 164581217 / Fotolia.com


Wie hoch ist die Kriminalitätsrate insgesamt?

Maßgebend für die Bewertung der Kriminalitätsrate in der Oberpfalz ist die amtliche Kriminalstatistik. Herausgegeben durch die Polizei als Sicherheitsbericht, kommen die Statistiker für 2017 zu erfreulichen Ergebnissen. In der Oberpfalz ist die Kriminalitätsrate im Jahr 2017 – in Bezug auf den Umfang der Gesamtstraftaten – zurückgegangen. Mit über 900 Delikten weniger betrug der Rückgang etwa zwei Prozent.

Heraus sticht in der Statistik unter anderem der Themenbereich Diebstahl. Die Polizei nahm hier im vergangenen Jahr mehr als 700 Fälle weniger auf. Bedeutet: In der Oberpfalz ist die Diebstahlrate um über fünf Prozent gesunken. Abgenommen haben unter anderem:

  • Wohnungseinbrüche
  • Fahrraddiebstähle.

Überraschen deutlich fiel der Rückgang bei den Einbrüchen in Wohnhäuser aus. Hier konnte die Polizei eine positive Veränderung um mehr als ein Drittel vermelden.

Aber: In einigen Bereichen sind die Fallzahlen der Polizei angestiegen. So kam es bei Delikten, in deren Zusammenhang Kriminelle ein Auto aufbrachen, zu einem leichten Ansteigen der Zahlen. Deutlich sind auch Verbrechen aus dem Kontext der Gewaltkriminalität gestiegen. Hier liegt das Plus bei mehr als zwei Prozent.

Auf einem ebenfalls hohen Niveau befindet sich die Drogenkriminalität. Hierbei handelt es sich unter anderem um Delikte wie Drogenschmuggel, bei dem die Polizei Oberpfalz inzwischen Veränderungen im Täterprofil und Verhalten feststellt.

Oberpfalz vergleichsweise sicher

Im Hinblick auf die Kriminalität ist die Oberpfalz ein recht sicheres Pflaster. Zumindest legen diese auch Ergebnisse aus dem Sicherheitsbericht zur Aufklärungsquote dar, die aktuell bei über zwei Dritteln liegt.

Als statistischer Indikator gilt letztlich die Häufigkeitszahl. Hier schneidet die Oberpfalz auf einem sehr guten dritten Platz. Soll heißen, dass die Oberpfalz drittsicherster Bezirk Bayerns ist – mit 4.040 Punkten. Damit liegt die Region sehr deutlich unter dem bayernweit geltenden Index von mehr als 4.500 Punkten.

Die einzelnen Delikte

Welche Delikte spielen im Zusammenhang mit der Kriminalität überhaupt eine Rolle? Generell geht es hierbei um einen sehr breiten Katalog verschiedener Straftaten, die von einfachen Ladendiebstählen bis hin zu schweren Kapitalverbrechen reichen. In den polizeilichen Statistiken wird in der Regel zwischen einzelnen Gebieten unterschieden. Dabei geht es – etwa in der Oberpfalz – nicht nur um Diebstahl allgemein. Die Polizei unterscheidet hier beispielsweise nach Wohnungseinbrüchen, Delikten im Zusammenhang mit Einbrüchen in Pkw oder Fahrraddiebstahl.

Diebstahl: Wenn es um Langfinger geht

Diebstahl ist ein Tatbestand, den auch das Strafgesetzbuch erfasst – es handelt sich also um eine Straftat. Maßgebend ist in diesem Zusammenhang unter anderem § 242 StGB (Strafgesetzbuch). Letzterer definiert einen Diebstahl als:

  • Wegnahme fremder Sachen
  • mit dem Ziel der Aneignung.

Hierbei handelt es sich natürlich um eine (absichtlich) weiter Auslegung. Eine fremde Sache kann der Geldbeutel genauso wie ein Smartphone, Geld oder ein Auto sein. Wichtig ist, dass es sich um bewegliche Sachen handelt. Bestraft wird nach dem StGB im Übrigen nicht nur die ausgeführte Handlung. Bereits der Versuch eines Diebstahls stellt im Strafgesetzbuch eine strafbare Handlung dar. Freiheitsstrafen für einen Diebstahl können sich bis auf 5 Jahre belaufen.

Gewaltkriminalität

Grundsätzlich umfasst der Bereich der Gewaltkriminalität drei wesentliche Bereiche:

  • Gewalt gegen das Leben
  • Gewalt gegen die Gesundheit
  • Gewalt gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

In diesem Zusammenhang handelt es sich also um Taten, wie:

  • Körperverletzung
  • Vergewaltigung
  • Mord und Totschlag
  • Menschenraub oder
  • sexuelle Nötigung.

In der Oberpfalz hat dieser Deliktbereich im letzten Jahr zwar einen Anstieg erfahren. Allerdings liegt auch die Aufklärungsrate hier hoch – bei über 85 Prozent. Damit muss der überwiegende Teil der Täter damit rechnen, durch die Justiz zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Ein besonders heikles Thema sind in diesem Zusammenhang allerdings Sexualstraftaten. Opfer sind sehr gehemmt, Taten sofort anzuzeigen. So können beispielsweise Übergriffe aus dem Familienkreis teils über Jahre unbekannt bleiben. Eine höhere Dunkelziffer ist für diesen Tatbereich also durchaus anzunehmen. Gewaltkriminalität hinterlässt bei Opfern sehr oft nicht nur sichtbare körperliche Spuren, sondern auch in der Psyche.

Täter auch ohne kriminelle Energie

Straftaten setzen kriminelle Energie voraus. Diese Ansicht ist zwar immer noch verbreitet, in der Praxis allerdings falsch. Der Grund: Einzelne Tatbestände des StGB erfordern nicht zwingend kriminelle Energie. Beispielhaft ist hier die fahrlässige Tötung – etwa als Folge eines Unfalls. Aber auch die Teilnahme an Glücksspiel kann einen Tatbestand nach dem StGB darstellen.

Hintergrund: In Deutschland sind Angebote wie Online Casinos eigentlich – basierend auf dem Glücksspielstaatsvertrag und den damit verbundenen Landesgesetzen – eigentlich verboten. Das StGB stellt sowohl die Teilnahme an solchen Glücksspielen als auch die Veranstaltung unter Strafe.

Bisher sind Urteile allerdings gegen Teilnehmer an solchen Angeboten selten. Hierfür ist ein Grund die aktuell unübersichtliche Rechtslage. Deutsches Recht kollidiert in diesem Zusammenhang mit EU-Regelungen, woraus sich erhebliche Probleme ergeben. Somit findet einen Teil der Online-Glücksspiels beispielsweise in einer rechtlichen Grauzone statt.

Urheberrecht: Schnell als Bürger abgestempelt

Ein weiterer Bereich, der zwar nicht Gegenstand der polizeilichen Kriminalstatistik ist, aber der schnell „unbescholtene“ Bürger in die Schusslinie bringt, sind Verstöße gegen das Urheberrecht. Letztere können ganz unterschiedliche Form annehmen. Auf der einen Seite ist das Kopieren eines Fotos von einer Website und das Veröffentlichen im Netz Beispiel dafür, wie Betroffene in die Urheberrechtsfalle tappen.

Aber selbst, wenn auf den ersten Blick alles richtig gemacht wurde, droht mitunter immer noch Ärger. So versehen Fotografen Bilder teils mit Nutzungsbeschränkungen. Wer hier nicht aufpasst, muss sich schnell mit Anwälten herumärgern. Selbst die Veröffentlichung ohne eine Nennung des Urhebers kann bei Fotos teuer werden. Es drohen mitunter Streitwerte, die in Höhe vierstelliger Eurosummen festgesetzt werden.

Ein weiterer Punkt, bei dem das Urheberrecht immer wieder eine Rolle spielt, ist das Filesharing. Hier wird (im Regelfall allerdings bewusst) geschütztes Material öffentlich geteilt. Dieser Schritt ist alles andere als legal und kann zu empfindlichen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen führen.

Fazit: Kriminalität in der Oberpfalz gesunken

In der Oberpfalz finden Anwohner einen Mix aus wirtschaftlich guter Infrastruktur und Lebensqualität. Letztere speist sich auf der einen Seite aus den „natürlichen“ Rahmenbedingungen. Flüsse wie die Donau und sanfte Hügel machen die Oberpfalz zu einem Paradies für alle, die sich entspannen wollen. Auf der anderen Seite ist mit dem Thema Lebensqualität auch die Frage nach der allgemeinen und persönlichen Sicherheit verbunden. Hier geht es um Aspekte wie die Kriminalität. Zwischen Städten wie Regensburg und der ländlichen Umgebung gibt es auf jeden Fall Unterschiede. Allerdings ist die Oberpfalz – im Hinblick auf die Kriminalitätsstatistik – für Bayern betrachtet eine der sicheren Regionen. Eine Tatsache, welche durch die Entwicklung der Straftaten 2017 untermauert wird.

(exb)

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