Leckere Oberpfalz: Slow Food Organisation bewahrt kulinarische Kultur

Die Oberpfalz ist ein touristisches Zentrum. Entlang von Wäldern und Flüssen schlängeln sich Radwege und malerische Orte, die erkundet werden wollen. Die Region bietet jedoch auch kulinarisch herausragende Lokalitäten, Speisen und Getränke, die mit Einzigartigkeit und Geschmack punkten. Wie tief gutes Essen in der Oberpfalz verwurzelt ist, zeigt ein Blick auf die besten Köche. In der Region wurden in den letzten Jahren sechs Michelin-Sterne verliehen. Und eine stetig wachsende Gruppe an Genießern versucht, Slow Food in Regensburg wieder salonfähig zu machen.

Slow Food soll nicht nur aufgrund der Geschwindigkeit der Zubereitung ein Gegenstück zu Fast Food sein. Die Vereinigung, die auch in Regensburg ein Zuhause hat, setzt sich für bewusstes Essen ein – und zwar vom Beginn der Herstellungskette. Mit Regensburg startet nun eine neue Lokal-Abteilung der Vereinigung ihre Mission für gesundes und nachhaltiges Essen. Die Mitglieder sind bunt gemischt: Gastronomen gehören ebenso zu der ökologischen und kulinarischen Vereinigung wie Kinder und ältere Menschen.

Alle vereint der Wunsch nach einem gesunden Leben, das nicht von Schadstoffen, sondern von Nährstoffen und Vitaminen geprägt ist. Dazu wurde extra eine Abteilung für Kinder und Jugendliche ins Leben gerufen, die bei Veranstaltungen mit Kochkursen und Informationstafeln versuchen, den Lebensstil zu verbreiten. Doch nicht nur das reine Genießen steht im Fokus, sondern auch der Hinweis auf eine nachhaltige Landwirtschaft, die einen verstärkten Bezug zur Natur nimmt. Kurzum: Slow Food setzt sich für ein ökologisches Umdenken ein.

Slow Food und das Trendthema gesunde Ernährung

Neben dem allgemeinen Fitnessboom ist das Thema gesunde Ernährung derzeit überall präsent. Die Idee der Slow Food Bewegung, unserem Essen mit Genuss und Wertschätzung zu begegnen passt dabei sehr gut hinein. Wer sich mehr Zeit nimmt für seine Mahlzeiten, Zutaten bewusst auswählt und etwa auch auf regionale Produkte zurückgreift, kann eine Ernährungsumstellung auf einer ganz anderen Ebene vollziehen.

Statt vorgewürzter Fertigprodukte, stark gesüßter Getränke und Fastfood kann eine gesunde Ernährung mit gesunden Zutaten auch ohne Verzicht umgesetzt werden. Wer etwa Gewicht reduzieren möchte, sollte deshalb die verschiedenen Grundsätze beachten, die auch zur Slow Food Philosophie gehören.

Slow Food erhält regionale Gerichte: Zoigl als erstes Craftbeer der Region

Der in Regensburg und weltweit ansässigen Slow-Food-Organisation geht es um bewusstes Genießen, bei der auch die kulinarische Kultur eine gewichtige Rolle spielt. Jede Regional-Abteilung sorgt dafür, dass die Erinnerung an vergangene Speisen und Getränke erhalten bleibt. In Regensburg und der Oberpfalz haben die Mitglieder von Slow Food alle Hände voll zu tun. Das liegt jedoch weniger an einem möglichen Vergessen, sondern primär an der Vielzahl an originären Speisen und Getränken, die in der Region rund um Regensburg zu finden sind.

Da wäre zum Beispiel das Zoigl. Das untergärige Bier wird in lokalen Gemeinschaften in mittleren Mengen gebraut – und zwar nach altem Rezept. Das bedeutet, dass auf moderne Technik fast komplett verzichtet wird. Stattdessen wird ein Holzfeuer gemacht, über dem eine Sudpfanne steht. Diese wird mit einer Maische gefüllt und erhitzt, um das Zoigl herzustellen. Zehn Tage nach dem Vorgang, der auch das Hopfen beinhaltet, wird das Bier in Fässer abgefüllt und zur mehrwöchigen Reife gebracht.

Das Besondere am Zoigl ist jedoch nicht nur sein uriger Geschmack, der von Region zu Region variiert, sondern die Kultur des Herstellens. Große Gruppen treffen sich gemeinsam, um das Zoigl zu brauen. Das stärkt den Gemeinschaftssinn und bringt Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zusammen. Aus diesem Grund ist das untergärige Bier ein kulinarisch kulturelles Highlight der Oberpfalz, das es zu konservieren gilt. Übrigens: Ganz klassisch wird das Zoigl nur noch in Falkenberg, Mitterteich, Windischeschenbach, Neuhaus und Eslarn gebraut. An diesen Standorten gibt es noch Kommunbrauhäuser, die sich der althergebrachten Zubereitung des Zoigl verschrieben haben.

Fleisch seit über 850 Jahren: Die älteste Wurstbraterei der Welt

Ebenfalls erhaltenswert ist die Wurstkuchl. Der oberpfälzer Name steht für die älteste Wurstbraterei der Welt, die in Regensburg beheimatet ist. Seit mehr als 800 Jahren befindet sich das an der Steinernen Brücke gelegene Restaurant, das seine Gäste ganzjährig mit fleischigen Genüssen versorgt.

Im Zentrum des kulinarischen Geschmacks steht die Bratwurst, die mit Kraut und süßem Senf gereicht wird. Ganz im Sinne des Slow Food ist der Herstellungsprozess regional angesiedelt und nachvollziehbar. Das Fleisch der Würste wird in der angrenzenden Fleischerei hergestellt. Der Senf wird in der Küche der Wurstkuchl in Manufaktur-Qualität produziert; und sogar das Sauerkraut wird direkt in dem Restaurant angerichtet.

Eine Besonderheit stellen die Besitzverhältnisse der Wurstkuchl dar. Die Wurstbraterei befindet sich seit Erstgründung im Jahr 1146 im Familienbesitz. Bis heute bewahrt die Familie die Tradition des Wurstkuchls: Das Fleisch wird über einem offenen Holzkohlegrill gebraten, die Würste bestehen exklusiv aus Hinterschinken vom Schwein. Somit stellt die Wurstkuchl die kulinarische Vergangenheit und Gegenwart dar.

Die Besinnung auf regionale Werte steht nicht nur bei der Vereinigung Slow Food im Fokus, sondern auch bei allen Touristen und Einheimischen, die regelmäßig das Restaurant mit Freisitz am Donaustrudel besuchen. Und wer sich nach dem Genuss der Würste nach mehr sehnt, kann die kulinarischen Besonderheiten in der angrenzenden Fleischerei in der Dose mit nach Hause nehmen. So wandert die Küche der Oberpfalz in die Kühlschränke in ganz Deutschland.

Bild: Wurst in höchster Qualität findet sich am Donaustrudel in Regensburg. (Bild: pixabay.com © Charly_7777 (CC0 Creative Commons))

 

Es geht jedoch nicht nur darum, alte Rezepte zu konservieren, sondern auch moderne Küche zu etablieren – solange sie zum Prinzip des Slow Food passen und einen gesunden Lebensstil unterstützen. Beim Absolute Vegan Empire in Nabburg ist dies der Fall. Seit 2001 kümmert sich das Team des Versandhandels darum, die Menschen in Europa mit veganen Lebensmitteln und Produkten des Alltags zu versorgen.

Der Versandhandel konzentriert sich bei seiner Arbeit nicht nur darauf, Lebensmittel als Zwischenhändler an den Mann und die Frau zu bringen, sondern produziert auch selbst. Zu den Eigenkreationen des Absolut Vegan Empire gehören Gewürze, Wurstalternativen, Backwaren und Schokolade. Kurzum: Das gesamte Leben kann mit dem Versandhandel auf einen veganen Lifestyle umgestellt werden, ohne Unannehmlichkeiten im Alltag zu verspüren.

Selbst die Lufthansa wird dank AVE zur veganen Fluglinie

Das Absolut Vegan Empire nutzte seine Expertise in der veganen Zubereitung, um ein Alternative zu ungesundem Essen zu bieten – sowohl im Versandhandel als auch auf der Straße. Um die mobile Mission zu erfüllen, wurde die Veggie Snack Bar ins Leben gerufen, eine Zubereitungsstation auf Rädern, die besonders bei Konzerten und Festivals für eine Alternative zum fettigen Fast Food sorgt.

Ein wichtiger Schritt in der Außenwirkung war die erfolgreiche Versorgung der Fluggesellschaft Lufthansa mit veganen Lebensmitteln. Dank der Expertise der Gründer von Absolute Vegan Empire können Fluggäste der Lufthansa eine vegane Essensoption buchen und auch über den Wolken einen ausgeglichenen Lebensstil fortführen, der die Natur unterstützt und den Körper von schädlichen Stoffen fernhält.

Wie erfolgreich das Geschäft des Absolute Vegan Empire ist, zeigt ein Blick auf den Ausbau der Lagerflächen. In den 17 Jahren seit Lieferbeginn wurde die Lagerfläche bereits zweimal ausgebaut, um die steigende Nachfrage nach veganen Lebensmitteln zu bedienen. Aus diesem Grund gehört der vegane Lebensstil ebenfalls zur kulinarischen Kultur der Oberpfalz.

 

Bild: Mit der Lufthansa gehört eine der größten Airlines zu den Kunden des Absolute Vegan Empire. (Bild: pixabay.com © code83 (CC0 Creative Commons))

 

Willkommen im ältesten Gasthaus der Welt

Wer sich nach deftigerem Speis und Trank sehnt, kommt an Eilsbrunn nicht vorbei. Der Name mag vielen Touristen nicht sofort ins Auge stechen, doch in der Region Oberpfalz etablierte sich der Ort bereits vor Jahrhunderten als kulinarisches Zentrum. Der Grund: Die Gaststätte Röhrl, die jedoch nicht immer ihren Namen trug. Vielmehr handelt es sich um das Gebäude, das bereits im Jahr 1658 als Wirtshaus geöffnet war. Seitdem ist es dauerhaft in Betrieb und verdiente sich damit einen Eintrag in das Guiness Buch der Rekorde.

Seit 2010 trägt die Gaststätte in Eilsbrunn den Titel als “ältestes Wirtshaus der Welt” und erlangte damit überregional Bekanntheit. Heute strömen sowohl Oberpfälzer als auch Touristen in das Gebäude, das neben der Gaststätte auch als Wirtshaus und Brauerei fungierte, um die Geschichte des Weltrekord-Restaurants am eigenen Leib zu erleben. Die aktuelle Reinkarnation als Gaststätte Röhrl ist die elfte Übernahme, die das historische Gebäude erfuhr. Abseits der historischen Bedeutung erlangte das Wirtshaus mit seinem Ambiente und Biergarten einen Ruf als kulinarisch kulturelles Highlight.

Wer nach den Besonderheiten der Oberpfälzischen Küche sucht, wird in der Vergangenheit und Moderne fündig. In der idyllischen Region vereinigen sich Tradition und Exklusivität. Alte Wirtshäuser sind ebenso anzutreffen wie moderne Lifestyle-Katalysatoren, die einen überregionalen Einfluss haben. Touristen können wegen der Landschaft in die Oberpfalz kommen – und wenn sie schon einmal da sind, direkt wegen der kulinarischen Kultur bleiben.

 

Titelbild: Traditionelle Bierkunst wird an fünf Orten der Oberpfalz gelebt. (Bild: pixabay.com © HoliHo (CC0 Creative Commons))

 

(exb)