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Leuchtenberg/Waidhaus: Menschen wie Ware „abgeladen“

Sie waren vor zwei Tagen in Rumänien aufgebrochen. Seither hatten sich die Migranten ununterbrochen auf der Ladefläche eines bisher unbekannten Lastwagens aufgehalten. Kurz nach Passieren der tschechisch-deutschen Grenze waren die 21 Männer, Frauen und Kinder von ihrem Schleuser in der Nähe von Leuchtenberg einfach abgeladen worden. Dort bemerkte ein Anwohner am Mittwochvormittag die Gruppe und alarmierte die Polizei. Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, der Polizeiinspektion Vohenstrauß und der Polizeiinspektion Fahndung Waidhaus rückten daraufhin aus, um die orientierungslosen Migranten aufzusammeln und zur Bundespolizei nach Waidhaus zu bringen.
Bei den Geschleusten handelt es sich um fünf Kinder (im Alter von drei bis elf Jahren), sieben Frauen (von Anfang 20 bis 40 Jahre, darunter eine Schwangere) und neun Männer von 24 bis 45 Jahren.
In Waidhaus wurden sie zunächst unter Mithilfe des Roten Kreuz der Bereitschaft Vohenstrauß mit Decken, Trinken und Nahrung versorgt. Ihr Gesundheitszustand war für die erlebten Strapazen relativ stabil.

Später befragten Ermittler mit Hilfe von Dolmetschern die Migranten, um Hinweise auf den Fahrer, das Fahrzeug und die Drahtzieher der Schleusung zu bekommen. Der Schleuser-LKW ist derzeit noch flüchtig, die Bundespolizei hatte dabei auch einen Hubschrauber in die Fahndung eingebunden.
Laut ersten Angaben der Migranten hätten sie bis zu 6000 Euro pro Person für ihre Flucht bezahlen müssen.

 

Die Geschleusten werden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen voraussichtlich zur Erstaufnahmeeinrichtung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebracht.

(Quelle: Bundespolizeiinspektion Waidhaus)