Der kleine Marvin kämpft sich zurück ins Leben

Juli 2016: wir treffen den kleinen Marvin und seine Familie in Greim bei Bärnau. Der damals Vierjährige ist aufgeweckt. Flink krabbelt er durch die ganze Wohnung seiner Familie. Mit dem Sprechen tut er sich schwer, Gehen geht nur mit sehr viel Hilfe. Man merkt ihm kaum an, dass er dem Tod nur knapp entkommen ist. Er ist als Zweijähriger in einen Löschteich gefallen und war 20 Minuten ohne Sauerstoff. Die Ärzte mussten ihn damals reanimieren. Sie prognostizierten, dass er für immer ein Pflegefall sein würde. Doch Marvin widersetzt sich allen Theorien.

Winter 2018: Wir treffen Marvin erneut. Der inzwischen fast 6-Jährige wirft mit Schneebällen, geht über das Eis und lacht. Ganz so einfach ist das Laufen noch nicht, aber er kämpft. Kämpft wie er es immer getan hat. Er habe jegliche Prognosen übertroffen, erzählt uns seine Mutter Kerstin Frank. Die Ärzte hatten vorausgesagt, dass er für immer ein Pflegefall bleiben würde, ans Bett gebunden, mit wenig Entwicklungschancen.

Doch Marvin spricht sogar, er lacht und läuft. „Oh Tannenbaum“ singt er gern. Und Bubus – also Bulldogs – sind seine große Leidenschaft. Die gute Entwicklung grenze an ein Wunder, sagt seine Mutter. Es sei geistig ein bisschen zurück im Vergleich zu Gleichaltrigen, aber er lerne und lerne. Jeden Tag etwas anderes.

Das liege vor allem an einer Therapie, die Marvin in der Slowakei bekommt. Finanzieren muss die Familie die aus der eigenen Tasche. Denn obwohl sie Marvin so gut hilft, wird sie nicht von der Krankenkasse übernommen. Zweimal im Jahr fliegt die Familie dorthin. Marvin bekommt dort Tag für Tag speziell an ihn angepasste Therapiestunden. Sie machen ihm Spaß und sie helfen ihm.

Marvin wird bald sechs. Wahrscheinlich kann er sogar in eine Schule gehen, in eine Förderschule natürlich. Vielleicht kann er auch einmal bei den Behindertenwerkstätten arbeiten. Das jedenfalls lassen seine guten Fortschritte erhoffen. Schritt für Schritt widersetzt er sich allen Theorien. Immer mit einem schelmischen Lachen, immer mit viel Energie und immer voller Lebensfreude. Und das, obwohl er totgesagt wurde.

Für die Familie wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Es läuft über das Bayerische Rote Kreuz. Hier die Daten:

Empfänger: BRK Kreisverband Tirschenreuth
IBAN: DE97753500000011310745
BIC: BYLADEM1WEN
Verwendungszweck: Spendenaktion Marvin Frank

Jeder Euro hilft der Familie. (eg)