Flüchtlinge illegal ins Land gebracht

 

Der Flüchtlingszustrom nach Deutschland hat sich inzwischen gut eingependelt. Doch vor genau einem Jahr herrschte eine verwirrende Situation. Es war unübersichtlich – niemand wusste genau, wieviele Menschen woher wohin kommen. Und diese Situation wurde auch ausgenutzt. So stand vor dem Weidener Landgericht ein ungarisches Ehepaar, das Flüchtlinge nach Deutschland geschleust haben soll. Rund 200 Euro musste jeder einzelne der Flüchtlinge zahlen, um von Ungarn aus ins gelobte Deutschland zu kommen. Illegal. Heute fiel das Urteil. Demnach muss der 41-jährige Mann für fünf Jahre seine Gattin für dreieinhalb Jahre wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusen von Ausländern hinter Gittern. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger des Mannes hatte Freispruch gefordert und will das Urteil per Revisionsantrag anfechten.
Angeklagt waren übrigens zunächst rund 100 Fälle von Schleusungen. Im Laufe des Prozesses wurden einige Vorwürfe fallen gelassen, so dass heute 65 Fälle übrig blieben. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch überzeugt, dass tatsächlich weitaus mehr Flüchtlinge geschleust worden sind.(gb)