Im Dialog mit einem Mahnmal

Die Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg jährt sich am 23.04.2016 zum 71. Mal. Anlässlich des Jahrestages organisierte die KZ Gedenkstätte Flossenbürg ein Zeitzeugengespräch mit Michael Smuss in der Wirtschaftsschule in Weiden.

Schüler aus zwei Klassen bekamen die Gelegenheit, die bewegende Geschichte des Überlebenden Smuss zu hören. Er überlebte den Aufstand in den Warschauer Ghettos, war in den Konzentrationslagern Lublin, Maidanek und Plaschov inhaftiert und kam schließlich 1943 in das Konzentrationslager in Flossenbürg.

Zur Zeit der Warschauer Ghettos überlebte er durch sein handwerkliches Geschick. Arbeiter waren gesucht, er war begabt und arbeitete an der Drehbank. Als klar wurde, dass die Menschen in den Ghettos nach und nach umgebracht wurden, habe er beschlossen, sich zu wehren. Er sammelte zusammen mit anderen Jugendlichen Waffen, bastelte Moltow-Cocktails, versteckte sich und überlebte so tatsächlich. (eg)

Zusätzlich spielte ihm der Zufall – oder wie er es nennt: Gottes Gnade – in die Hände: Er war einer der letzten Menschen im Warschauer Ghetto, zehntausende waren bereits gestorben. Die Nazi-Funktionäre wollten über das vermeintlich erfolgreiche Ghetto positiv berichten und organisierten einen Pressetermin. Um die grausamen Umstände zu verschleiern, bekamen die Überlebenden Essen und neue Klamotten und wurden freundlich zu den Zügen in Arbeitslager begleitet.

Auch dort sicherten sein Fleiß und seine Begabung sein Überleben. Er musste arbeiten und blieb so am Leben.

Michael Smuss lebt heute mit seiner zweiten Frau in Israel. Noch immer quälen in Albträume. Die Nächte brächten in meist nach Flossenbürg, so der 90-Jährige.(eg)