Neuhaus: Altneihauser Feierwehrkapell’n vor Frankenfastnacht

Je lauter die Buhrufe, desto besser für die Musiker: Das ist die Devise der Altneihauser Feierwehrkapell’n. Jedenfalls, wenn es um die Fastnacht in Franken geht. Die neun Musiker provozieren dort seit 13 Jahren. Und haben damit längst deutschlandweite Bekanntheit erreicht. Jetzt wurde die Kapelle mit einem begehrten Kabarett-Preis ausgezeichnet. Dem Trommler von Philippsburg.

Gegründet wurde der Preis vom Verleger Dr. Franz Burda in Erinnerung an den Gründer der KaGe Narhalla in Philippsburg, Hermann Siegel. Die Liste der Preisträger sei beeindruckend gewesen, sagt Altneihauser-Kommandant Norbert Neugirg. Es sei eine Ehre, mit solch einem Preis ausgezeichnet worden zu sein. Der Preis wird an Personen und Institution verliehen, die sich um Fastnacht, Frohsinn und Karneval verdient gemacht haben, heißt es. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Tony Marschall, Costa Cordalis und Ernst Neger. Nun auch die Altneihauser Feierwehrkapell’n.

Vor allem wegen der Fastnacht in Franken sei die Kapelle berühmt geworden, heißt es in der Laudatio. Dort habe sie bewiesen, dass sie „ironische Reime und Verse mit hintersinnigem Humor“ verpackt und aktuelle Geschehnisse mit spitzer Zunge auf den Punkt bringe. Die Altneihauser seien ein Garant für allerbester Unterhaltung.

Das zeigt sich nun seit 2006 auch bei der Fastnacht in Franken. Ursprünglich sei die Kapelle 2005 als einmaliger Act angefragt worden, erzählte uns Norbert Neugirg. Doch die Sticheleien zwischen Franken und Oberpfalz seien gut angekommen. Und jetzt habe die Kapelle irgendwie Kultstatus erreicht. Wie auch immer sie das geschafft habe. Mit Qualität sicher nicht, meint Neugirg augenzwinkernd.

Doch hinter den witzigen Auftritten steckt viel Arbeit, Konzentration und Aufmerksamkeit. Das ganze Jahr über beobachte die Kapelle das Geschehen weltweit. Ständig werden Verse erarbeitet, ausprobiert und wieder verworfen. Und wenn es um die Fastnacht in Franken geht, ist der Text eigentlich eh erst in Gänze fertig, wenn die Live-Sendung längst begonnen hat.

Denn dann würde sich erst zeigen: Was tragen die Politiker, wer ist überhaupt da und was sagen eigentlich die anderen auf der Bühne. Darauf müsse man immer spontan reagieren. Und bisher habe das meist irgendwie geklappt. (eg)