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Neuhaus/Oberpfalz: Verwirrung um „Obazda“

Eine Verordnung der EU sorgt derzeit für Aufregung. Denn in der Verordnung „zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel“ wurde 2015 der Begriff „Obazda/ Obatzter“ geschützt. Für Wirte in der Region bedeutet das, sie müssen zahlen, wenn sie die Käsezubereitung auf ihrer Speisekarte weiter „Obazda“ nennen wollen.

Den Wirten stinkt das gewaltig. Schließlich bereiten sie, jeder nach eigenem Rezept, ihren Obazdn schon viele Jahre zu. Zahlen wollen die meisten nicht. Deswegen suchen sie nach Lösungen. Wäre ein neuer Name, der in allen Wirtshäusern des Markts Neuhaus verwendet wird, eine Lösung? – überlegt der Zoiglwirt Manfred Punzmann. Die Zoiglbrauer vom „Beim Gloser“ sind schon aktiv geworden. Bei ihnen gibt es ab sofort nur noch „Globazda“. Und die Gäste nehmen es gut an. Ein Besucher hat sogar erwähnt, der Globazda schmecke besser als der Obazda, erzählt uns Hermine Popp. Und das, obwohl das Rezept gleich geblieben ist!

Eigentlich hat die Aufnahme des Obazdn in die Verordnung aber einen anderen Hintergrund. Der Obazda erfreut sich so großer Beliebtheit, dass man es als geografische Spezialität schützen möchte. In der Verordnung sind viele Kriterien für einen echten „Obazdn“ festgelegt. So muss er in Bayern hergestellt werden. Auch die verschiedenen Zutaten sind klar geregelt. Camembert oder Brie, Butter, Salz und Paprikapulver oder -extrakt zählen zu den verpflichtenden Zutaten.

Die Kosten für die Wirte entstehen nicht durch die Verordnung selbst, sondern durch deren Umsetzung. Denn Kontrollen sollen nachprüfen, ob die in der Verordnung festgelegten Kriterien auch erfüllt werden. Die Kosten solch einer Kontrolle belaufen sich laut des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes auf 200 bis 300 Euro. (ms)