Neunburg v. Wald: Umbaumaßnahmen an Eixendorfer Talsperre in Planung

Der Eixendorfer Stausee wird im Spätsommer 2021 abgesenkt. Der Grund: Es sind die größten Baumaßnahmen seit Inbetriebnahme der Talsperre 1975 geplant.

Denn momentan sind wichtige Bauwerke, die zu Wartungsarbeiten nötig sind, bei normalem Wasserstand unter Wasser. Für jede Revision muss der See deshalb abgesenkt werden. Das soll sich mit diesem Umbau ändern, so Manuel Schlegel vom Wasserwirtschaftsamt Weiden. Er ist dort Abteilungsleiter für den Landkreis Schwandorf und betreut demnach auch den Eixendorfer See.

Konkret sind mehrere Maßnahmen geplant: Es soll zum einen der sogenannte „Bermenweg“, der entlang des Staudamms verläuft, angehoben werden. Momentan liegt er etwa 5 Meter unter Wasser.
Ebenfalls unter Wasser liegt der Revisionsschacht, sozusagen der „Badestöpsel“ des Stausees. Er muss geschlossen werden, wenn Arbeiten im Grundablass nötig sind und dieser dafür trocken gelegt werden muss. Momentan ist der Revisionsschacht aber eben nur zugänglich, wenn vorher der See abgesenkt wurde.

Zum Anderen soll noch ein zweites Ziel mit den Umbaumaßnahmen verfolgt werden: Das Entnahmebauwerk soll so umgebaut werden, dass zukünftig nicht mehr vom Grund des Sees, sondern aus höheren Wasserschichten Wasser entnommen und durch den Staudamm geleitet wird. Dann wird der See nicht permanent bei der Wasserentnahme „umgewälzt“. Der Vorteil ist dann, dass Nährstoffe, die im Sediment am Grund des Sees abgelagert sind, nicht mehr im ganzen See vermischt werden. Das ist wichtig, da sie nur an der Oberfläche des Sees, wo Wärme und Licht vorhanden sind, die Blaualgenproduktion ermöglichen. Die giftigen Blaualgen sind schon seit Jahren ein Problem im Stausee.

Die neue Methode der Wasserentnahme aus höheren Schichten könnte also helfen, die Blaualgenproblematik in den Griff zu bekommen – allerdings nur, wenn die Nährstoffzufuhr durch andere Quellen ebenfalls eingedämmt wird, schränkt Manuel Schlegel ein, etwa durch Klärwerke oder die Landwirtschaft.

Die Baumaßnahmen sollen voraussichtlich von Herbst 2021 bis Frühjahr 2022 dauern. Kosten können man momentan noch nicht genau abschätzen. Laut Schlegel liegen sie aber im siebenstelligen Bereich.

(az)