Neunburg vorm Wald: Runder Tisch zum Eixendorfer Stausee

„Gemeinsam für einen intakten See“: Das war das Ziel eines runden Tisches zum Eixendorfer Stausee in Neunburg vorm Wald. Dort trafen sich Rötzs Bürgermeister Ludwig Reger, Neunburg vorm Walds Bürgermeister Martin Birner, Regierungspräsident Axel Bartelt und Vertreter der Fischerei, der Landwirtschaft, der Ländlichen Entwicklung und der Wasserwirtschaft. Auch ein Vertreter des bayerischen Umweltministeriums war vor Ort. Gemeinsam will man ein Problem in Griff bekommen, das seit Jahren besteht:

Der Eixendorfer Stausee ist derzeit nur bedingt touristisch nutzbar, weil die Wasserqualität durch eine enorme Algenblüte beeinträchtigt wird. Das liegt in erster Linie daran, dass im See zu viele Nährstoffe sind. Deshalb sind beim runden Tisch folgende Maßnahmen besprochen worden, die auch umgesetzt werden sollen.

  • Bewirtschaftung der Uferstreifen im Einzugsgebiet: Die Uferstreifen sollen nach Möglichkeit so bewirtschaftet werden, dass Einschwemmungen von Nährstoffen in den See weitgehend verhindert werden.
  • Naturnahe Wasserrückhaltung in der Fläche: Viele kleinere Maßnahmen der Landwirtschaftsverwaltung zusammen mit den Landwirten im ganzen Einzugsgebiet sollen dazu führen, Oberflächenwasser in der Fläche möglichst zurückzuhalten, so dass der Sediment- und Nährstoffeintrag über die Zuflüsse des Eixendorfer Sees noch stärker reduziert werden kann. Eine Informationsveranstaltung für alle Landwirte rund um den See ist für Januar 2019 geplant. Die Flächen am Eixendorfer See sind auch bereits in das Programm „boden:ständig“ des Amtes für Ländliche Entwicklung aufgenommen worden, eine landesweite Initiative mit Landwirten und Gemeinden zum Schutz von Boden und Gewässern. Aktuell laufen bereits einige Maßnahmen, so werden Problemzonen und Wasserpfade ermittelt, um konkrete Maßnahmen dagegen zu treffen. Der Anbau von Zwischenfrüchten im Winter und Mulchsaat z.B. bei Maisanbau reduzieren den Oberflächenabfluss und die Bodenerosion spürbar.
  • Röhricht (Schilf) soll Phosphor binden: Röhricht nimmt ähnlich wie Algen Nährstoffe wie Phosphor auf. Beide konkurrieren sozusagen um die Nährstoffe. Durch die Schaffung von Röhrichtflächen in Flachwasserzonen, die dann immer wieder abgeerntet werden sollen, erhofft man sich einerseits eine Möglichkeit, Phosphor in der Pflanze gebunden wieder aus dem See zu bringen und andererseits, den Algen die Nährstoffe zu entziehen. Erste Versuchsflächen sollen im nächsten Jahr angelegt werden. Es soll dabei auch erprobt werden wie die Pflanzen den wechselnden Wasserständen des Speichersees zurechtkommen.
  • Renaturierung der kleinen Zuflüsse im unmittelbaren Einzugsgebiet: Die Kommunen und das Wasserwirtschaftsamt Weiden sind hierzu bereits im Kontakt. Bei der Umsetzung sollen die Kommunen speziell beraten werden. Durch die Renaturierung dieser Bäche soll eine Reduzierung der Fließgeschwindigkeit und damit eine Reduzierung des Transports von Nährstoffen in den See erreicht werden. Hierbei handelt es sich um eine mittel- bis langfristig angelegte Maßnahme. Bürgermeister Ludwig Reger (Rötz) wies auch auf den Eintrag von Laub und Altholz über die Zuflüsse in den See hin.

Desweiteren wollen sich einzelne Teilnehmer des Runden Tisches zur Verbesserung der Wasserqualität weiterhin treffen und Maßnahmen besprechen. In diesen Besprechungen sollen folgende Maßnahmen geprüft werden.

  • Reduzierung der Blaualgen durch einen Entnahmeturm: Bei der Talsperre Bautzen hat man erste positive Erfahrungen mit einem Entnahmeturm gemacht, berichtete Bürgermeister Martin Birner (Neunburg v. Wald). Durch die verstärkte Ableitung von Oberflächenwasser werde eine Durchmischung verhindert, die das Wachstum der Blaualgen begünstige. Das Helmholtzinstitut -Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Leipzig forscht an diesem Stausee. Deshalb will die Stadt Neunburg v. Wald mit dem UFZ Kontakt aufnehmen, um ggf. auch Lösungen für den Eixendorfer See zu finden.
  • Dynamisierung der Bewirtschaftung des Stausees: Hierzu läuft bereits eine aktuelle Anfrage des Wasserwirtschaftsamtes Weiden beim Landesamt für Umwelt, um auszuloten, wie viel Spielraum es hierfür gibt. Die Fischerei sieht in einem Höherstau bis 431,5 m ü. N.N. einen Vorteil gegenüber dem aktuellen Dauerstau bei 430 m ü. N.N. Auch hier geht es primär um eine Reduzierung des Blaualgenwachstums. Ebenso soll die Möglichkeit einer besseren Durchmischung bzw. „Frischwasserzufuhr“ mit dem Wasser aus den beiden Kopfspeicherseen, dem Silbersee und dem Perlsee, die im Einzugsgebiet des Eixendorfer Sees liegen, geprüft werden.
  • Kleiner Badeweiher im Vorfeld des Eixendorfer Sees: Der Vorschlag des Tourismusvereins Neunburg v. Wald, durch Abtrennung vom Hauptsee einen kleinen Badeweiher zu schaffen, der dann nicht von der Blaualgenproblematik betroffen ist, soll vom Wasserwirtschaftsamt Weiden auf die technische Machbarkeit überprüft werden. Flexible Tauchwände zur Abtrennung eines Badebereichs im Eixendorfer See wurden hingegen von den Beteiligten abgelehnt, da sie schwierig umzusetzen und wenig Erfolg versprechend sind.

Alle Maßnahmen sollen möglichst bald umgesetzt werden. Denn das Problem bestehe nun schon viel zu lange, sagte auch Regierungspräsident Axel Bartelt. Natürlich könne man es nicht von heute auf morgen lösen, dennoch seien nun die ersten Schritte gemacht. (eg/Regierung der Oberpfalz)