Neustadt a.d. Waldnaab: Auf der Goldenen Straße zur Völkerverständigung

Eine belebte Handelsroute, gesäumt von Schlössern und Burgen: das war die Goldene Straße von Prag nach Nürnberg einst. Längst aber hat sie diese Bedeutung nicht mehr. Durch den eisernen Vorhang wurde die wichtige Verbindungsstaße gekappt. Aber nicht nur sie: die gemeinsame Geschichte von Bayern und Böhmen geriet in Vergessenheit. An der Grenze endete plötzlich der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit. Knapp 30 Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs gibt es immer noch Lücken. Doch auch die sollen sich endlich schließen. Und zwar mit Hilfe der Goldenen Straße.

Denn am 1. März war der offizielle Start für das Projekt „Bayern und Böhmen an der Goldene Straße“. Ein Projekt an dem insgesamt sieben Institutionen, Vereine und Kommunen beteiligt sind. Die MAS Zlatá cesta, die REVIS Tachov, die Stadt Tachov, der Verein Via Carolina-Goldene Straße, der Landkreis Neustadt an der Waldnaab, der Landkreis Tirschenreuth und die Stadt Weiden.

Dabei soll die Goldene Straße von Tachov bis nach Nürnberg besser ausgeschildert werden. Außerdem werden entlang der einstigen Handelsroute Infotafeln, Ausstellungen und Fotoboxen aufgestellt. Aber nicht nur die Straße alleine soll ein Ziel für Touristen werden.

Sondern auch die angrenzenden Ortschaften und Landschaften. Ein ganzer Korridor soll in Zukunft gemeinsam vermarktet und genutzt werden. Denn eigentlich hätten Bayern und Böhmen eine starke Verbindung gehabt. Die sei nut künstlich getrennt worden – und zwar durch den eisernen Vorhand. Es sei längst an der Zeit, diese Trennung aufzuheben.

Zwar sei schon sehr viel Annäherung passiert, man dürfe jetzt aber nicht rasten, sondern müsse immer weiter machen. So lange weiter machen, bis alle Grenzen -sichtbar oder unsichtbar- verschwunden sind.(eg)