Neustadt a.d. Waldnaab: Technischer Defekt Ursache für Brand in Altenheim

Die Vermutung hat sich bestätigt. Laut Landeskriminalamt war die Ursache für den Brand des Alten- und Pflegeheims St. Martin in Neustadt a.d. Waldnaab ein technischer Defekt. Ein überhitzter „Blindstrom-Kompensator“ löste vergangene Woche im Hauptverteiler des Maschinenraums das Feuer aus. So etwas sei ein Riesenpech und trotz regelmäßiger Wartung nicht zu vermeiden, so die Kriminalpolizei. Menschliches Versagen kann damit ausgeschlossen werden.

Die Bewohner und Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheimes kamen nach dem Brand vergangene Woche mit dem Schrecken davon. Alle Bewohner konnten unversehrt gerettet und am selben Tag noch in umliegende Pflegeheime verlegt werden. Insgesamt kamen so noch vorm Wochenende 81 Bewohner in 23 verschiedenen Einrichtungen unter. Dort werden sie jetzt gepflegt und betreut. Die Pflegekräfte des Neustädter Caritas-Heimes sind zum Teil in die aufnehmenden Pflegeheime abgeordnet, damit die Bewohner in neuer Umgebung ihre vertrauten Gesichter um sich haben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Derzeit sind noch verschiedene Gutachter im Haus unterwegs. „Es geht zum Beispiel auch darum, zu prüfen, inwieweit die einzelnen Räume von Rauch und Ruß in Mitleidenschaft gezogen wurden“, bestätigt Marcus Weigl, Sprecher des Caritasverbandes. Erst danach könne man das Ausmaß der Schäden genauer beziffern.

Der Dank gilt besonders allen Helfern, Rettungskräften, den Bewohnern und deren Angehörigen sowie den Behörden, betonte Caritasdirektor Michael Weißmann. „Es war ein starkes Zeichen der Solidarität, wie alle Hand in Hand für die Menschen teilweise bis zur Erschöpfung gearbeitet haben“, sagte er. Die Caritas biete für Mitarbeiter und Angehörige auch psychologische Beratung und Begleitung an. „Im Gespräch lassen sich die Geschehnisse der letzten Tage oft besser verarbeiten“, so Weißmann. Die Beratungsstelle für seelische Gesundheit in Weiden und andere Hilfsangebote stehen dafür offen.

Wann das Alten- und Pflegeheim St. Martin wieder den Betrieb aufnehmen kann, ist noch nicht absehbar. Das Heim ist bis auf weiteres geschlossen. Die Caritas plant, auf einem St. Martin nahe gelegenen Gelände als Provisorium kurzfristig ein Container-Heim zu errichten. Ein dafür geeigneter Platz sei zwar bereits in Aussicht, es fehlten allerdings noch die für die Pflege und Betreuung geeigneten Container, so die Verantwortlichen der Caritas.  Als kurzfristige Lösung werde derzeit auch die Anmietung eines Teils des früheren Krankenhauses geprüft. (sd)