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Nördl. Oberpfalz: Niedrigzinspolitik der Banken

Kontoführungsgebühren sind bei vielen Banken inzwischen alltäglich. Zinsen bei Darlehen sowieso. Doch in Zukunft könnten noch mehr Kosten auf die Kunden der Banken zukommen. Durch sogenannte Negativzinsen für das Girokonto. Bei gewerblichen Kunden, die hohe Summen auf dem Girokonto haben, ist es durchaus üblich, dass sie für die Verwaltung des Geldes auch Geld bezahlen müssen.

Aber immer mehr Banken schließen das auch für private Sparer nicht mehr aus. In einigen Instituten ist das bereits üblich. Der Zinssatz beläuft sich dabei auf etwa -0,40 %.

Rein rechtlich sei das den Banken möglich, sagt Marion Gaksch von der Verbraucherschutzzentrale in Amberg. Die Banken würden dadurch ihre Kosten umlegen, die sie selber bezahlen müssten. Denn auch sie müssen einen Strafzins von 0,40 % zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken, also nicht anlegen können.

Das passiert allerdings automatisch. Denn die Banken nehmen mehr Geld von der EZB, als sie brauchen, um bei spontanen Darlehen eine Liquidität zu garantieren. Alles Geld, dass nicht gebraucht wird, liegt automatisch bei der EZB, bzw. bei der Bundesbank.

Die Kosten für die Banken würden immer weiter steigen, so Vorstandsmitglied der Sparkasse Amberg-Sulzbach Alexander Düssil. Gleichzeitig würden die Einnahmen durch Niedrigzinsen für Kredite sinken. Man sei nahezu gezwungen, die Sparer zur Kasse zu bitten. Bisher sei das in der Sparkasse Amberg-Sulzbach aber nicht der Fall. Es gebe ein, zwei Großkunden, die bereits Negativzinsen zahlen müssten. Bei Privatkunden können man bisher noch darauf verzichten.

Allerdings sei es nicht auszuschließen, dass auch sie irgendwann zur Kasse gebeten werden.
(eg)