Oberpfalz: Auftakt zum Bahnstrom-Gutachten

Das im vergangenen Dezember angekündigte Gutachten über mögliche Alternativen zur Bahnstromleitung läuft an: Bei einem Auftakttermin gemeinsam mit politischen Vertretern der Region stellte Gutachter Prof. Dr.-Ing. Arnd Stephan von der TU Dresden den weiteren Prozess vor. Mit der wissenschaftlichen Bewertung der Alternativen wird dem Wunsch aus der Region nachgekommen.

Der Gutachter wurde von DB und Politik im November gemeinsam ausgewählt und im Dezember mit Bundesmitteln beauftragt. Das Team der TU Dresden rund um Prof. Dr. Stephan kann umfangreiche Referenzen rund um die elektrische Eisenbahn nachweisen. Der Gutachter genießt daher das Vertrauen aller Beteiligten.

Im Sinne der Transparenz wird die Erstellung des Gutachtens durch die Region begleitet: Das sogenannte Begleitgremium besteht aus den Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier und Stefan Schmidt, den Bürgermeistern Robert Ilg (Hersbruck) und Dieter Dehling (Illschwang/IG Bahnstrom – So Nicht) sowie Gerhard Pirner (Technikexperte IG Bahnstrom – So Nicht). Bei monatlichen Terminen gemeinsam mit dem Team der TU Dresden und der DB soll der Ablauf des Gutachtens unterstützt und die Interessen der Region vertreten werden.

Ergebnisse des Gutachtens im Sommer erwartet
Vor dem Team der TU Dresden liegen nun einige Monate intensive Arbeit rund um die Bahnstromversorgung von Nordostbayern. Beim heutigen Auftakttermin stellte Prof. Dr. Stephan sich und sein Team vor und skizzierte die Arbeit am Gutachten: Die möglichen Varianten der Elektrifizierung sollen systematisch identifiziert und in einem Differenzialvergleich gegenübergestellt werden – von klassischen Freileitungen über eine dezentrale Bahnstromversorgung mit Umrichterwerken bis hin zu einem starr geerdeten Inselnetz mit teilweiser Erdverkabelung. Dabei werden auch Vorschläge einfließen aus dem Planungsentwurf, der auf Initiative von Kommunen und der IG „Bahnstrom – So Nicht“ erstellt wurde.

Stimmen aus dem Begleitgremium

Ich freue mich, dass wir das Gutachten gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Die Begleitung durch Vertreter aus der Region stellt Transparenz und Unabhängigkeit des Gutachtens sicher. Dies ist wichtig, damit die Akzeptanz der Ergebnisse am Ende sichergestellt ist und die verträglichste Lösung für die Region gesucht wird.

Dieter Dehling, Bürgermeister aus Illschwang/IG Bahnstrom – So Nicht

Für uns im Nürnberger Land ist es wichtig, die Elektrifizierung der Bahnstrecke mit größtmöglicher Akzeptanz in der Bevölkerung zu realisieren. Deshalb begleiten wir das beauftragte Gutachten konstruktiv. Der heutige Auftakt macht mir Hoffnung, dass uns dies gelingen wird.

Robert Ilg, Bürgermeister Hersbruck

Wir freuen uns, dass die Region weiterhin hinter dem gemeinsamen Ziel der Elektrifizierung von Nordostbayern steht. Auch im Begleitgremium spürt man, dass alle an einem Strang ziehen und konstruktiv zusammenarbeiten.

Achim Saßmannshausen, Leiter Bahnstromleitung/Erzeugung bei der DB

Bahnstrom für Nordostbayern
Rund 500 Kilometer Bahnstrecken in der Oberpfalz, Ober- und Mittelfranken wollen Bund und Bahn elektrifizieren. Damit der Ausbau gelingt, muss erstmals Bahnstrom nach Nordostbayern gelangen. Ein großer Aufwand, der sich lohnt: Denn für eine starke Schiene braucht es auch eine starke Stromversorgung.

Leitungsvarianten für Bahnstromleitung
Parallel zur Erstellung des Gutachtens wird auch weiter untersucht, wie eine klassische Bahnstromleitung in Nordostbayern aussehen kann. Der ursprüngliche Leitungsentwurf wurde kürzlich durch weitere Varianten ergänzt, die von Bürger oder Kommunen vorgeschlagen wurden. Der aktuelle Stand kann nach wie vor hier eingesehen werden unter

(vl)