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Oberpfalz: Einwände gegen tschechisches Endlager

Tschechisches Endlager nahe der Grenze?  – Deutsche Nachbarn werden bis zum 18.08.2017 um ihre Meinung gebeten

Tschechien plant weitere Endlager an der deutsch-tschechischen Grenze. Das hat die Republik bereits im Jahr 2002 beschlossen. Jetzt hat das Land seine Pläne konkretisiert und gibt dem Nachbarland Deutschland gemäß der Auflagen die Möglichkeit, seine Meinung dazu zu äußern. Geplant sind Endlager und Zwischenlager. Wie die Sprecherin der BI STOPPT TEMELIN Brigitte Artmann aus Wunsiedel mitteilte, kämen Endlagerorte in der Nähe zur oberfränkischen Grenze und vom bayerischen Wald in Frage. Für sie sei es unverständlich, dass Tschechien trotz ausreichender Möglichkeiten nicht auf erneuerbare Energien umsteige, sondern die Atomenergie weiter forciere.

Das tschechische Umweltministerium teilte mit, dass durch ein geplantes Tiefenendlager keinerlei Schäden an Flora, Fauna und Ökosystem entstehen würden. Direkte negative Umweltauswirkungen außerhalb der Staatsgrenze seien auszuschließen.

Dem widerspricht Artmann. So sagt sie, dass beide möglichen Endlager-Standorte in der Nähe der deutschen Grenze über Flusssysteme mit der Elbe verbunden seien. Sie verlangt deshalb einen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass bei einer Havarie des Endlagers keinerlei Kontamination des Nachbarlandes Deutschland zu erwarten sei.

Außerdem müsse Tschechien prüfen, ob die neuen Atommüll-Lager gesichert vor Kriegseinwirkungen und Vulkanismus sei. Denn der Atommüll werde in unmittelbarer Nähe einer der aktivsten Vulkanismus-Zonen Europas liegen.

Einwände müssen bis spätestens 18. August 2017 per Briefpost an das

Ministry of the Environment/Ministerstvo životního prostředí, Department of EIA and IPPC,
Vrsovicka 65, 100 10 Praha 10, Czech Republic,

oder per Mail an

posta@mzp.cz

geschickt werden.

 

Weitere Informationen zum grenzüberschreitenden Strategischen Umweltprüfungsverfahren (SUP) zur Entsorgungsstrategie für radioaktive Abfälle der Tschechischen Republik gibt es unter

http://www.bmub.bund.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/internationales/uvpsup/sup-entsorgungsstrategie-tschechien/  

 

(eg)