Oberpfalz: Fotowettbewerb rückt Simultankirchen in den Mittelpunkt

Die fünfzig Simultankirchen in der Oberpfalz sind Räume mit einer ganz besonderen Aura, erzählen Geschichten vom Glauben und Leben der Menschen und bieten reizvolle Fotomotive. Ein Foto-Wettbewerb rückt diesen kulturellen Schatz in der Region zwischen Weiden und Sulzbach-Rosenberg nun in den Mittelpunkt.

Der Wettbewerb steht unter dem Motto „Das Miteinander im Blick – die Simultankirchen in der Oberpfalz“. Veranstalter ist das Evangelische Bildungswerk Oberpfalz (EBW) in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung und dem Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz.
Sie laden alle Fotografie-Begeisterten ein, die Simultankirchen mit ihrer Architektur und dem Leben rund um den Kirchturm abzulichten. Was dabei zählt ist der Blick für das Besondere: ungewöhnliche Sichtweisen auf Details bei der Ausstattung, Lichtstimmungen oder Spuren, die von der gemeinsamen Geschichte von Evangelischen und Katholiken in dem Gotteshaus erzählen.

Ausstellung wandert durch die Oberpfalz
Mitmachen können alle, die gerne fotografieren und ihre Bilder bis zum 12. Juli 2021 beim EBW einreichen. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Übersicht der Simultankirchen in der Oberpfalz gibt es auf der Website des Simultankirchen-Radweges (Interaktive Karte und Routeninfos) unter www.simultankirchenradweg.de.

Die schönsten Bilder werden im Rahmen einer Ausstellung anlässlich eines Symposiums zum Simultaneum ab Mitte September 2021 in Sulzbach-Rosenberg zu sehen sein. Danach wandert die Ausstellung durch weitere Orte in der Oberpfalz. Weitere Infos und die Teilnahmebedingungen unter www.ebw-oberpfalz.de

Gläubige einander näher bringen
Die Simultankirchen in der Oberpfalz wurden ab Mitte des 17. Jahrhunderts von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam genutzt – zum Teil bis heute. Rund fünfzig dieser Gotteshäuser gibt es in der Region zwischen Sulzbach-Rosenberg und Weiden. Ein ganz besonderer kultureller Schatz!

Pfalzgraf Christian August von Sulzbach hatte das Simultaneum 1652 in seinem Herrschaftsgebiet eingeführt. Er wollte die Gläubigen einander näher bringen und künftige Religionskriege verhindern. Eine geradezu revolutionäre Entscheidung! Das Zusammenleben in diesen „Kirchen-WGs“ war in früheren Zeiten oft schwierig.

Doch heute sind die Gotteshäuser wunderbare Zeichen für religiöse Toleranz und durch den Simultankirchen-Radweg miteinander verbunden. Der Foto-Wettbewerb soll dazu beitragen, das Erbe des Simultaneums lebendig zu erhalten und Freunde für die Simultankirchen zu finden. Weitere Informationen zu den Simultankirchen unter www.simultankirchenradweg.de und www.facebook.com/simultankirchenradweg/

 

Fotos:

  • Detail Orgel von Wilfried Kamm: Ein besonderes Detail an der Orgel in der Simultankirche des Jahres 2020, der Stephanuskirche in Edelsfeld (Lkr.AS), wird hier gekonnt in Szene gesetzt.
  • Taufstein Püchersreuth von Stefan Gruber/ Archiv Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz: Der schöne Taufstein in der Kirche St. Peter und Paul in Püchersreuth (Lkr. NEW) wird auf diesem Foto besonders gewürdigt.
  • Taufstein St. Marien Sulzbach-Rosenberg von Stefan Gruber/ Archiv Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz: Der Taufstein von St. Marien in Sulzbach-Rosenberg, der „Mutterkirche“ des Simultaneums, hat eine ganz besondere Geschichte: Er war viele Jahre abgesperrt.