Oberpfalz: Historischer Tiefstand an Verkehrstoten

Ein historischer Tiefstand an Verkehrstoten und insgesamt sinkende Unfallzahlen. Das Polizeipräsidium Oberpfalz veröffentlichte heute die Verkehrsunfallstatistik für 2020.

Insgesamt fiel die Bilanz des Polizeipräsidiums der Oberpfalz für das Verkehrsjahr 2020 positiv aus. Mit 47 Verkehrstoten wurde ein historischer Tiefstand erreicht (2019: 52) und auch die Gesamtunfallzahl ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Mit 31.386 registrierten Verkehrsunfällen liegt der Wert 2020 um 16,6% unter dem von 2019 (37.616). Auch bei den Verletzten konnte eine positive Entwicklung beobachtet werden. Mit 4.827 wurden 1.063 Menschen weniger verletzt als noch 2019. Auch bei den Schwerverletzten gab es einen Rückgang um 10,7% (908). Das sind die geringsten Werte in den vergangenen 10 Jahren. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Corona-Pandemie und die damit verbundene eingeschränkte Mobilität der Menschen. Deshalb sind die Zahlen für 2020 nur bedingt mit denen aus den Vorjahren zu vergleichen.

Problemzonen sind und bleiben die Landstraßen. Von den im vergangenen Jahr 47 tödlich Verunglückten, starben 35 bei einem Unfall auf der Landstraße. Die häufigste Unfallursache dabei war überhöhte Geschwindigkeit. 2020 hat es wegen überhöhter Geschwindigkeit 16.563 Anzeigen und 34.104 Verwarnungen gegeben. Der negative Spitzenreiter der Temposünder war ein Motorradfahrer der im Landkreis Neumarkt mit 233 km/h statt den erlaubten 100 km/h erwischt wurde.

Während in vielen Bereichen rückläufige Unfallzahlen zu verzeichnen gewesen seien, hätten Unfälle mit Fahrradfahrern zugenommen. Die Zahl der Unfälle stieg hier von 1.132 auf 1.161. Verletzt wurden dabei 1.102 Menschen, fünf von ihnen tödlich. Bei 199 dieser Unfälle sind E-Bikes, sogenannte Pedelecs, beteiligt gewesen. Das sind 44% mehr als 2019. Dieser rasante Anstieg sei laut Polizeivizepräsident Thomas Schöniger nicht nur mit der steigenden Anzahl an E-Bikes im Straßenverkehr zu begründen. Er betonte, dass auch die Handhabung dieser Pedelecs einiges an Übung und Routine brauche. Wer sich also auf einem E-Bike in den Straßenverkehr begibt, sollte sich vorher damit ausführlich vertraut machen.

Auch für das 2013 gestartete Verkehrssicherheitsprogramm 2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ wurde heute Bilanz gezogen und auch die fiel positiv aus. Die Zahl der Verletzten und Getöteten sei deutlich reduziert worden, damit sei das Programm als Erfolg zu bewerten. Auf Basis dieser Erfolge, werde bereits am Verkehrssicherheitsprogramm 2030 gearbeitet. Dieses neue Programm soll ein ambitioniertes Ziel haben: Die Vision Zero. Null Verletzte und Null Getötete im Straßenverkehr.

(ac)