Oberpfalz: LTO verschiebt „Mit Mundschutz und Schwimmnudel“ ins Frühjahr

Das Landestheater Oberpfalz und der gesamte Kulturherbst leidet weiterhin unter der Corona-Pandemie. „Wir müssen nun reagieren“, so Wolfgang Meidenbauer, Geschäftsführer des LTO, „und die geplante Produktion ‚Mit Mundschutz und Schwimmnudel – eine Must-Go-On-Show‘ ins Frühjahr verschieben.“ Grund für die Verschiebung sei nicht das Theater oder Infektionen im Ensemble, sondern eine spürbare Verunsicherung in der Bevölkerung.

Die ersten Veranstaltungen im Kulturherbst sind bereits erfolgreich gelaufen: am 01.10. eröffnete die Jubiläumsgala „10 Jahre LTO“ den Kulturherbst. Mit dabei waren geladene Gäste, u.a. Vertreter aus Politik und langjährige Sponsoren. Am Wochenende war dann das Turmtheater Regensburg mit „Mei Fähr Lady“ zu Gast, und auch „Die Kuh Rosmarie“ kam vorbei und verzauberte Groß und Klein. Die Veranstaltungen konnten rundum überzeugen, nicht nur künstlerisch, sondern auch im Hinblick auf die Schutzvorkehrungen hinsichtlich der Covid-19-Pandemie.

„Wir nehmen die Risiken einer Ansteckung sehr ernst“, beschreibt Wolfgang Meidenbauer die Situation, „und wir tun alles, um das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren.“ Das ist aber wohl nicht genug, denn die Vorverkaufszahlen sprächen eine klare Sprache: „Es ist egal, wo man sich gerade umhört, an großen wie an kleinen Häusern, in Städten oder auf dem Land“, so Meidenbauer weiter, „die Menschen sind zutiefst verunsichert.“ Das Landestheater müsse nun notgedrungen anfangen, den finanziellen Schaden zu begrenzen, eine Verpflichtung nicht nur gegenüber der eigenen Bilanz, sondern auch gegenüber der öffentlichen Förderer.

Deshalb habe man sich entschieden, die Produktion „Mit Mundschutz und Schwimmnudel – eine Must-Go-OnShow“ ins Frühjahr 2021 zu verschieben. „Wir verstehen die Menschen, wir sind selbst ja auch Besucher“, sagt Meidenbauer, „und es ist eine unsichere Lage, in der wir uns befinden. Umso mehr freuen wir uns über die Leute, die zu unseren Vorstellungen kommen.“ Schließlich sei es eine Aufgabe des Kulturbetriebs, auch unter widrigen Umständen durchzuhalten und den Menschen künstlerische Angebote zu machen.

Das LTO sei aber auch in einer privilegierten Situation: „Allein durch die Förderung der öffentlichen Hand sind wir überhaupt dazu in der Lage, Angebote zu machen. Viel schlimmer steht es um die nicht geförderten privaten Theater, die selbstständigen Künstler und die gesamte Veranstaltungsbranche. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist unter diesen Umständen vollkommen unmöglich. Bei allem Verständnis für die Unsicherheit, ist es jetzt an der Zeit, sich die Frage zu stellen, was von der großartigen kulturellen Landschaft in Deutschland nach der Pandemie übrigbleiben soll.“

Und bei dieser Aufgabe sieht er die Verantwortung auf allen Seiten: „Zum einen könnte die Politik der Bevölkerung auch ein gewisses Maß an Sicherheit vermitteln. Der Aufwand, der betrieben wird, um die Menschen vor einer Ansteckung in den Veranstaltungsräumen zu schützen, ist immens. Zum anderen ist aber auch das Publikum gefragt, das sich in der neuen Normalität der Pandemie zurechtfinden und das Angebot, das gemacht wird, auch annehmen muss. Sonst werden wir eine Welle von Insolvenzen erleben, die Deutschland und das kulturelle und künstlerische Angebot radikal reduzieren wird.“

Alle diejenigen, die bereits Karten für die Produktion gekauft haben, werden vom Theater kontaktiert oder können sich ihrerseits melden: 09659-93100 (Mo – Fr 8-12 Uhr) oder info@landestheater-oberpfalz.de

Termine für die Vorstellungen 2021 werden noch bekannt gegeben.

(Bildquelle: Landestheater Oberpfalz)

(vl)