Oberpfalz: Mittelalterliche Oberpfalz: Die schönsten Burgen und Schlösser

Deutschland ist das Land der Burgen und Schlösser. Und gerade in der Region Oberpfalz müssen Touristen und Einheimische kaum weit reisen, um die mittelalterliche Faszination greifen zu können. Die alten Gemäuer erzählen Geschichten der Region und fungieren heute als Museen oder Verwaltungsgebäude. Eine Reise ist fast jede Burg wert; dennoch präsentiert OTV die schönsten Burgen und Schlösser der Region in einer Auswahl, die Touristen und Einheimische von der Schönheit überzeugen soll.

Eine Fahrt durch die Oberpfalz ist immer auch mit dem Blick nach oben und mit Staunen verbunden. In jeder Ecke der landschaftlich attraktiven Region befinden sich alte Burggemäuer, die zum Erkunden einladen. Herrschaftliche Schlösser türmen sich am Horizont auf, während selbst nicht mehr bewohnbare Ruinen von den kriegerischen und gleichzeitig mondänen Zeiten der Vergangenheit berichten. Kurzum: Die Oberpfalz ist eine der Burgregionen Deutschlands und damit vor allem für Kultur-Interessierte eine Reise wert. Die Burgen und Schlösser an Flüssen und Tälern laden jedoch auch zu musikalischen und touristischen Events ein – und sind schlussendlich auch für Verliebte ein Ort des Zufluchts.

 

Schwarzenburg: Geschichten von wilden Burgherren und märchenhaften Wesen

 

Die Reise durch das Burg- und Schlossgebiet Oberpfalz beginnt in der Stadt Rötz im Landkreis Cham. Hier befindet sich auf dem Gipfel der Stadt und am Rand des Bayrischen Waldes etwas versteckt ein architektonisches Highlight. Die fast komplett erhaltene Burgruine Schwarzenburg ist ein Relikt vergangener Tage. Erstmals erwähnt wurde die Burg in der Oberpfalz im Jahr 1050. Ihre Zerstörung erlebte sie sowohl durch den 30-jährigen Krieg als auch durch den ehemaligen Burgherren. Dieser versuchte die Standhaftigkeit der Schwarzenburg zu untersuchen und beschoss sie mit Belagerungswaffen. Zu seiner Enttäuschung hielten die Burgmauern nicht stand – der Burgherr von Guttenstein verkaufte daraufhin die Burg und läutete ihren Zerfall ein. Erst mit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Schwarzenburg gesichert und für den Erhalt präpariert.

 

In der Neuzeit angekommen ist die Burg oberhalb der Stadt Rötz nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch eine kulturelle Anlaufstelle für Einheimische und Touristen. alljährlich finden die gleichnamigen Festspiele auf der Schwarzenburg statt. Im mittelalterlichen Ambiente wird 2018 das Märchen “Der Teufel mit den drei goldenen Haaren” aufgeführt. Das Laientheater ist fester Bestandteil der Burghistorie und sorgt mit seinem jährlich wechselndem Programm für wiederkehrende Freude bei Kinderaugen und junggebliebenen Erwachsenen. Da passt es ganz gut, dass der Schwarzwihrberg, auf dem die Burg beheimatet ist, laut Sagengeschichte von allerlei Geistern und Hexen bewohnt wird. Wer sich und seine Kinder für die mysteriösen Geschichten begeistern möchte, sollte der Schwarzenburg einen Besuch abstatten.

 

Als eines der ältesten Gemäuer thront das Schloss Falkenstein ebenfalls im Landkreis Cham zwischen Regensburg und der Kreisstadt auf dem Berg. Der gleichnamige Luftkurort sorgt dafür, dass eine Wanderung zum Schloss zum Erlebnis für Geist und Körper wird. Besonders beeindruckend ist die Bauweise des Schlosses. Der älteste Teil des Schlosses steht direkt auf dem unwirtlichem Felsen. Die Bauweise der Kernburg zeigt die Geschicklichkeit, mit der im Mittelalter Festungen und Burgen errichtet wurden. Wer sich für die Geschichte der Burg und des Jagens interessiert, findet im Schlossinneren das Jagdmuseum.

 

Selbst Burgruinen in der Oberpfalz bieten Raum für kulturelle Erlebnisse. (Bild: pixabay.com © FelixMittermeier (CC0 Creative Commons))

 

Mittelalterliches Vilseck: Willkommen im Kleinod der Burgenlandschaft

 

Die mittelalterliche Reise führt weiter durch die Oberpfalz. Eine knappe Autostunde entfernt von der Burgruine und dem Hochzeits-Schloss kommen Interessierte im Landkreis Amberg-Sulzbach an und finden die beeindruckende Burg Dagestein vor. Auch wenn nur ein kleiner Teil tatsächlich aus dem Mittelalter stammt, und der Rest in den darauffolgenden Jahrhunderten nachträglich hinzugefügt wurde, gehören die weitläufig angelegten und in die Höhe ragenden Gemäuer zu den schönsten Burgen der Region. Bereits von Weitem erkennt man den Burgfried, der direkt in die Burg Dagestein integriert ist. Interessant daran: Obwohl der Burgfried auch heute noch eine beeindruckende Größe aufweist, wurde er aus statischen Gründen im Jahr 1802 um knapp fünf Meter abgetragen. Während die Schwarzenburg den Angriffen des eigenen Besitzers nicht standhielt, ist die Burg Dagestein fast vollständig im Originalzustand. Das liegt auch daran, dass die Burg vormals als Wasserburg konzipiert und aufgebaut war und gegnerischen Angreifern kaum Angriffsfläche bot.

 

Die Burg hält neben den gut erhaltenen Gemäuern noch ein weiteres kulturelles Highlight bereit. Im Turm der Burg Dagestein befindet sich Deutschlands erstes Türmermuseum. In der Ausstellung können Interessierte alles über den Beruf des Turmwächters erfahren, erhalten Einblick in die benötigten Gewerke und können die Technik bestaunen, die zur Ausübung der Tätigkeit benötigt wird. Aber Achtung: Das Museum ist nur von Freitag bis Sonntag geöffnet. Wer einen längeren Urlaub in der Oberpfalz plant, sollte sich bei Bedarf an den Zeiten orientieren, um nicht vor dem verschlossenen Bergfried zu stehen. Übrigens: Wer sich an der Burg Dagestein satt gesehen hat, braucht gar nicht weit laufen, um das nächste mittelalterliche Highlight zu finden. Gegenüber der eindrucksvollen Burg befindet sich mit dem Schlösschen Axtheid der ehemalige Wohnsitz des Burghüters. Ein Blick zum Fachwerk am Treppenturm gibt Einblicke in die Bauweise vergangener Tage. Das Schlösschen Axtheid wurde in den vergangenen Jahren komplett renoviert und strahlt den Besucher wie aus einer längst vergessenen Zeit an.

 

Schloss Wörth: Traumziel für Verliebte und Radwanderer

 

Wer die Oberpfalz mit dem Fahrrad erkundet, wird sich über das Schloss Wört im gleichnamigen Ort an der Donau besonders erfreuen. Entlang der Donau führt der Weg direkt zum Schloss. Die letzten Meter hinauf zum weiß strahlendem Gemäuer können entweder direkt mit dem Rad bewältigt; oder alternativ auf dem Brennberger Burgensteig zu Fuß erkundet werden. Letztere Variante hat den Vorteil, dass Touristen und Einheimische von den Infotafeln des Ritters Wonnebold über die Region, die Natur und das Schloss informiert werden. Einmal angekommen, begeistert das Schloss mit seiner traumhaften Kulisse. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemäuern entstand der Großteil des Schlosses während der Zeit des Barocks und weist jede Menge verspielten Glanz und Prunk auf. Die großflächigen Gemälde und der verzierende Stuck zeigen, worauf beim Bau der Anlage besonders geachtet wurde. Auf dem Schloss Wörth ging es nicht wirklich um Verteidigung, sondern um herrschaftliches Residieren.

 

Aus diesem Grund ist das Schloss Wörth ein beliebtes Ziel für Verliebte, die den Bund der Ehe eingehen wollen. Trauungen vor historischen Kulissen liegen derzeit sehr im Trend. Passend zum romantischen und zeitgeschichtlichen Ambiente sind die aktuellen Trends der Saison sehr verspielt. Im Rondellzimmer heiraten Braut und Bräutigam, während das Ambiente von einer längst vergangenen Zeit erzählt. Die Gemälde an der Decke sind vor allem für die Gäste des Brautpaares ein Hingucker. In den Jahren 1676 und 1677 kreierte der Regensburger Künstler Jakob Heybel seinen mythologischen Zyklus, der sich an 22 Bildern ablesen lässt.

 

Nach der Trauung geht es in den historischen Schlosskeller. Das Gewölbe bietet den idealen Rahmen für Hochzeiten jeder Art, lädt zum Essen und Tanzen ein. Selbst Hochzeiten mit hunderten Gästen sind im Keller des Schloss Wörth realisierbar. Wen es nicht mehr “unter Tage” hält, kann außerdem jederzeit aus den Gemäuern treten und die Schönheit des Blicks über das Tal genießen. Rundum bietet das Schloss Wörth an der Donau für Touristen, Einheimische und Verliebte ein unvergleichliches Erlebnis.

 

Die Burgen in der Oberpfalz laden teilweise auch zum Heiraten ein. (Bild: pixabay.com © Free-Photos (CC0 Creative Commons))

 

Fazit zum Burgenland Oberpfalz: Eigentlich ist es ungerecht, aus den dutzenden Burgen der Region Oberpfalz nur vier Exemplare herauszusuchen. Deshalb ist die Liste auch nur als Anregung zu verstehen. Fast jede Burgruine und jedes erhaltene Schloss erzählen eine Geschichte, die gehört werden will. Dabei spielt es keine Rolle, ob Touristen oder Einheimische Erlebnisse suchen. Die Gemäuer in den Wäldern und auf Bergen bieten genügend Raum für kulturelle Events und mystische Erzählungen.

 

Titelbild:

Die meisten Burgen sind nur wenige Kilometer entfernt und deshalb besonders für Radtouristen interessant. (Bild: pixabay.com © ernschie (CC0 Creative Commons))

(exb)