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Oberpfalz: Niedrigster Stand bei Verkehrstoten und Verletzten im Langzeitvergleich

Niedrigster Stand bei den Verkehrstoten und Verletzten im Langzeitvergleich

Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz meldet, hat sich die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen ums Leben kamen um 3,8 % auf 4.378 verringert. Das sei der niedrigste Stand seit der Einführung des Langzeitvergleichs. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Sachschaden und Anzeige (2017: 7.899; 2016: 7535; + 4,8 %) als auch die Verkehrsunfälle im Kurzaufnahmeverfahren, die sogenannten Kleinunfälle (2017: 23.707; 2016: 23.129; +2,5 %), dagegen sind angestiegen.

Insgesamt kam es in der Oberpfalz 2017 aber zu 35.984 Verkehrsunfällen (2016: 35.214; +2,2 %). Im Langzeitvergleich bedeutet das einen neuen Höchststand, meldet das Polizeipräsidium Oberpfalz. Grund für die Steigerung der Gesamtunfallzahlen sind ein Anstieg bei den Wildunfällen sowie die Entwicklung im Bereich der Verkehrsunfälle mit unerlaubten Entfernen vom Unfallort. Mit insgesamt 9.943 Wildunfällen waren 211 bzw. 2,2 % mehr zu verzeichnen als im Vorjahr, nach 2015 (10.377) der zweithöchste Wert in diesem Bereich. Bedenklich ist der Anstieg bei den Verkehrsunfällen mit unerlaubten Entfernen vom Unfallort. Deren Anzahl stieg um 4,1 % auf 5.963 (2016: 5.728) an und stellt den Höchstwert im 10-Jahres-Vergleich dar.

Insbesondere bei Motorradfahrern gelang aber eine positive Trendwende. Trotz insgesamt steigender Unfallzahlen sank die Zahl der dabei verletzten Personen auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Hohe Zahlen bei den Wildunfällen und dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort seien aber auch weiterhin eine Herausforderung.

Und auch bei den Unfallfolgen konnten Tiefstände verzeichnet werden. Mit 55 Verkehrstoten (2016: 80) kamen 31,3 % weniger Personen ums Leben, ein neuer historischer Tiefstand seit Einführung der Statistik im Jahr 1954. Auch die Anzahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Personen ging um 3,8 % auf 6.017 Personen zurück (2016: 6.257), der niedrigste Wert im Langzeitvergleich.

Wird die aktuelle Verkehrsunfallstatistik mit der aus dem Jahr 2008 (Langzeitvergleich) in Relation gesetzt, so kann ein Anstieg bei allen registrierten Verkehrsunfällen um 17,5 % festgestellt werden. Die Verkehrsunfälle mit Personenschaden gingen um 8,7 % zurück, während die Verkehrsunfälle mit Sachschaden und Anzeige um 19,4 % zugenommen haben.

Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts- sowie Ein- und Anfahren waren mit 11,7 % auch 2017 die häufigste Hauptunfallursache. Abstandsverstöße (6,3 %) sowie Vorfahrts- und Vorrangsverstößen folgen mit deutlichem Abstand.

Der Anteil an Verkehrsunfällen, bei denen nicht angepasste Geschwindigkeit oder Alkoholeinfluss hauptursächlich war, stieg leicht auf 3,4 % an (2016: 3,2 %). Nach wie vor haben diese beiden Unfallursachen besonders schwere Folgen für die Verkehrsteilnehmer, was der Anteil bei den Verkehrstoten in Höhe von 36,4 % verdeutlicht.

(Quelle: Polizeipräsidium Oberpfalz)