Oberpfalz: Personalmangel bei der Polizei trotz Rekordeinstellungen?

Mit aktuell insgesamt mehr als 42.000 Stellen hätte man den bislang höchsten Stellenbestand bei der Bayerischen Polizei erreicht – so heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Innenministeriums vom 23. März. Auch von Personalaufbau bei der Bayerischen Polizei auf Rekordniveau ist darin die Rede – doch zufrieden zeigen sich mit der Personalsituation dennoch nicht alle. Ganz im Gegenteil.

So manche Politiker wie auch Gewerkschaftler beklagen immer wieder die zu geringe Besetzung der Polizeidienststellen in der Oberpfalz. So seien beispielsweise nur gut 81,5 Prozent der geplanten Polizeistellen im Norden der Oberpfalz besetzt – so heißt es in einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsabgeordneten Annette Karl. Sie beruft sich dabei auf die Antwort einer Anfrage der SPD-Landtagsfraktion an das Innenministerium. Sie fordert daher, dass das Innenministerium die prekäre Personalsituation schleunigst entschärfen müsse.

Hoffnung könnte hier eine Pressemitteilung des Bayerischen Innenministeriums von Anfang März machen. Darin heißt es:

„Unsere Personalzuteilungen werden ab 2019 deutlich über der Zahl der Ruhestände liegen. Allein 2019 rechnet Herrmann mit einem Plus von rund 300 fertig ausgebildeten Polizisten, von 2019 bis 2023 sogar mit insgesamt rund 1.750. „Damit stehen uns bayernweit deutlich mehr Beamte für die Polizeiarbeit zur Verfügung“, betonte der Minister. „Das ist auch eine spürbare Entlastung für unsere Polizeidienststellen.“

(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Innenministerium vom 1. März 2018)

Doch wie schätzt das Polizeipräsidium Oberpfalz die aktuelle und zukünftige Personalsituation der Oberpfälzer Polizei ein? Gibt es eine solche Entlastung? Und welche Erwartungen haben die Gewerkschaftsvertreter? Wir haben darüber mit Kurt Kopf, dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, gesprochen.

Und auch Robert Fuchs vom Polizeipräsidium Oberpfalz hat uns seine Einschätzung mitgeteilt. Er erklärt, wie kompliziert die Personalzahlen der Polizei berechnet werden würden und das sie nicht so leicht interpretiert werden könnten. Er verweist daher lieber auf den aktuellen Sicherheitsbericht. Hier sehe man eine positive Entwicklung und die hohe Leistungsbereitschaft der Kollegen.

Vorsichtig optimistisch ist auch Kurt Kopf von der Gewerkschaft der Polizei: Im September 2019 sollen zum ersten Mal die Neueunstellungen die Pensionsabgänge übersteigen. Aber er wird sicher dennoch die aktuellen Geschehnisse verfolgen. (nh)