Oberpfalz: Projekte aus der Region mit Integrationspreis ausgezeichnet

Der Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz wurde verliehen. Projekte aus Neustadt an der Waldnaab, dem Amberg-Sulzbach Land und Weiden haben jeweils den dritten Platz belegt.

Der erste Preis ging an die Stadt Wörth an der Donau im Landkreis Regensburg mit dem Arbeitskreis „Wörth ist bunt“ und dem Familienstützpunkt Donau.Wald. Die dort engagierten Bürger hatten sich in besonders herausragender Weise um die Integration und Partizipation von Migranten verdient gemacht. Den zweiten Preis erhielt der „Helferkreis GU Regenstauf“ aus dem Landkreis Regensburg. Sieben Ehrenamtliche kümmern sich dort seit 2017 ständig um die Asylbewerber vor Ort.

Gisela und Ernst Schmutterer aus Trabitz belegen den dritten Platz
Ein dritter Preis ging an Gisela und Ernst Schmutterer aus Trabitz im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab. Das Ehepaar hat bewiesen, dass jeder von uns seinen individuellen Beitrag zur gelingenden Integration von geflüchteten Menschen leisten kann:

Seit 2016 werden in Trabitz Flüchtlinge untergebracht. Seitdem kümmert sich das Ehepaar Schmutterer um die in der Nachbarschaft untergebrachten Menschen. Beide sehen ihre Unterstützung als Ausdruck von Gastfreundschaft, christlicher Nächstenliebe und Hilfe zur schnelleren Integration. So erlernen Geflüchtete beim gemeinsamen Abendessen Sprache und Umgangsformen. Das Ehepaar unterstützt Flüchtlinge bei Einkaufsfahrten, Arztbesuchen, Gerichtsterminen, Behördengängen, dem Verstehen amtlicher Schreiben, durch Nachhilfeunterricht in verschiedenen Fächern, oder durch Fahrten ins Konsulat. Auch bei der Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen hilft das Ehepaar tatkräftig, unentgeltlich und erfolgreich. Mehrere der Betreuten haben es mittlerweile in „Lohn und Brot“ geschafft. Viele sind auf einem guten Weg dahin – sei es in Schule oder Ausbildung.

Weiterer dritter Platz geht ins Amberg-Sulzbacher Land
Einen weiteren dritten Preis erhielt das Bündnis Migration & Integration der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach, das mehrere Arbeitskreise aufgebaut hat, mit dem Ziel die Integration in verschiedenen Bereichen zu forcieren.

Im Arbeitskreis Bildung und Arbeit werden Kernthemen für eine funktionierende Integration besprochen. Der Arbeitskreis Gesundheit unterhält eine Gesundheitssprechstunde und betreibt Aufklärungsarbeit zu Gesundheitsthemen. Der Arbeitskreis Kultur und Religion hat sich zum Ziel gesetzt, unterschiedliche Kulturen und Religionen zusammenzubringen und Verständnis füreinander zu fördern. Im Aufbau ist ein Arbeitskreis Sprachrohr für Menschen mit eigener Migrationsgeschichte. Diese Geschichten sollen weitergetragen werden, um gegenseitiges Verständnis zu fördern. Die Arbeitskreise initiieren regelmäßig Veranstaltungen zu ihren Themen, die sehr gut angenommen werden.

Ein dritter Platz für das Netzwerk Asyl Weiden
Ebenfalls mit einem dritten Preis wurde das „Netzwerk Asyl Weiden“ ausgezeichnet, das alle ehrenamtlichen Tätigkeiten in Weiden rund um die Flüchtlingsarbeit unter einen Hut gebracht hat.

Dieses Netzwerk hat es geschafft, die ehrenamtlichen Tätigkeiten in Weiden rund um die Flüchtlingsarbeit zu koordinieren und zu strukturieren. Es erleichtert Neuzugewanderten damit den Start in ein neues Leben in Deutschland immens. Gegründet wurde das Netzwerk Asyl Weiden im Januar 2015. Aktiv sind dort Bürger aller. An der Spitze steht der Integrationslotse Manfred Weiß vom Diakonischen Werk Weiden e.V., bei dem die Fäden zusammenlaufen. Verschiedene Arbeitsgruppen decken die ganze Bandbreite der Integrationsarbeit ab. Seit Jahren wird so auch nachhaltige und erfolgreiche Hilfe zur Integration von anerkannten Asylbewerb

Mit Ihrem unermüdlichen Einsatz im Ehrenamt tragen die Preisträger so viel zu gelingender Integration bei. Stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen leben sie für Migrantinnen und Migranten auf besondere Weise unsere Werte der Solidarität und Mitmenschlichkeit vor. Dies ist in Zeiten von Corona eine noch größere Herausforderung. Doch ich bin fest davon überzeugt: Diese Anstrengungen lohnen sich. Sie sind eine wichtige Investition in die Zukunft. Ich danke allen Preisträgern für ihr herausragendes Engagement. Sie sind leuchtende Vorbilder und zeigen eindrucksvoll wie Integration vor Ort gelingt!

Joachim Herrmann, Bayerischer Innen- und Integartionsminister

„Integration ist nicht mit einem Sprint zu vergleichen, Integration ist vielmehr ein Langstreckenlauf“, betont Regierungspräsident Axel Bartelt: „ein Langstreckenlauf von vielen Menschen, die nicht alle zur gleichen Zeit loslaufen und deren Streckenverlauf und Streckenlänge unterschiedlich sind, die aber alle das gleiche Ziel erreichen wollen.“ Integration sei ein vielschichtiger und kleinteiliger Prozess, der viel Zeit brauche und dessen Zwischenerfolge schwer messbar seien. Mit der jährlichen Verleihung des Integrationspreises wolle man diese Zwischenerfolge jedoch zeigen und greifbar machen. „Was Sie leisten, ist in der Tat mehr als bemerkenswert – und das seit März dieses Jahres noch dazu unter erschwerten Corona-Bedingungen“, bedankt sich der Regierungspräsident bei den Preisträgern. Nun heiße es Abstand halten, wo Integration doch von menschlicher Nähe lebe. „Corona setzt neue Bedingungen auch und gerade bei der Integration von Flüchtlingen. Aber Corona hat die Integrationsarbeit nicht beendet. Auch mit Hygiene- und Infektionsschutzkonzept kann Integration gelingen. Und dafür bin ich Ihnen – die Sie mit gutem Beispiel vorangehen – sehr dankbar“, betont Regierungspräsident Bartelt.

Die Erstplatzierten wurden mit einem Preisgeld von 2.500 Euro ausgezeichnet, die Zweitplatzierten durften sich über 1.500 Euro freuen. Die drei Drittplatzierten wurden jeweils mit einem Preisgeld von 500 Euro gewürdigt. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.500 Euro wurde vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration zur Verfügung gestellt.

(Bild: Symbolbild)

(vl)