Oberpfalz: Schluss mit der Sommerpause – jetzt wieder aktiv werden

„Uff“. Mit diesem lautmalerischen Begriff lässt sich wohl am besten umschreiben, was die meisten Oberpfalz-Bewohner (und eigentlich alle Deutschen) derzeit bei einem Schritt vor die Haustür empfinden. Seit Mai keine normalen Regenfälle mehr. Dazu seit Wochen hohe Temperaturen, die sich dieser Tage weit jenseits der 30-Grad-Marke bewegen. Selbst der kleinste Handschlag lässt den Schweiß rinnen. Definitiv kein Sportlerwetter. Nein, nicht mal aus Motivationsmangel, bei den aktuellen Temperaturen kann jede Form von Sport, sogar für trainierte Menschen, ziemlich schnell brandgefährlich werden, weil der Kreislauf überlastet wird. Doch irgendwann wird auch diese Hitzewelle vorüber sein. Und dann gibt es Nachholbedarf. Sowieso für alle Sportler, die jetzt Zwangspause haben. Aber vielleicht auch für viele, die in den Hitzeratgebern dieser Tage etwas Wiederkehrendes gelesen haben: Jedes Gramm zu viel macht die Temperaturen noch unerträglicher. Dann wird es Zeit für Sport. Und wir zeigen jetzt, auf welche bodenständigen Disziplinen man sich verlegen kann.

1. Schwimmen

(Bild: fotolia.com © Ermolaev Alexandr)

Zugegeben, sich ins kühle Nass zu begeben, wäre jetzt schon eine süß klingende Verlockung. Notgedrungen würde es dabei aber vermutlich beim unbewegten Herumdümpeln bleiben – kaum eines der vielen Schwimmbäder in der Oberpfalz (erst recht nicht, wo gerade die Sommerferien begonnen haben) wird bei diesem Wetter genügend Platz bieten, um dort in aller Ruhe seine Bahnen ziehen zu können; da herrscht voller Sommerspaßbetrieb. Allerdings: der wird sein Ende finden, dann wird es ruhiger.

Und genau darum geht es beim Schwimmen: Ganz klassisch, wie man es vielleicht in der Schule gelernt hat, im „Frosch-Stil“ einfach von einem Beckenende zum anderen zu schwimmen oder alternativ zu kraulen. Nicht auf der Jagd nach hohen Tempi. Die sind insofern zweitrangig, als dass es hierbei immer nur darum geht, mit der Kraft von Armen und Beinen gegen den Wasserwiderstand anzukämpfen. Und weil der ungefähr 14-mal so hoch ist wie der von Luft, ist das auch bei niedriger Geschwindigkeit ganz schön anstrengend.

Das ist schon deshalb sportlich, weil es einen „Goldstandard“ erfüllt: Es werden nicht nur einzelne Körpergruppen trainiert, wie etwa beim Laufen, sondern der ganze Leib wird beteiligt. Und weil man Auftrieb hat, die Schwerkraft also nur viel geringer einwirkt, ist das sogar ein ausgesprochener Gelenkschoner, der besser als beinahe jede andere Sportart auch Unsportlichen, vielleicht Übergewichtigen den Einstieg ermöglicht.

2. Mountainbiken

(Bild: fotolia.com © Image’in)

Der geneigte Leser möge einmal in Gedanken die herrliche Landschaft unserer Region vorbeiziehen lassen. Viel Natur, sanfte Hügel nirgendwo wirklich schroffe Berge. Gibt es in ganz Deutschland noch eine weitere Landschaft, die so sehr danach ruft, mit einem geländegängigen Fahrrad erkundet zu werden? Höchstens vielleicht noch Eifel oder Westerwald – bloß liegen die eben nicht direkt vor unserer Haustür.

Dabei ist Mountainbiken eine tolle Kombination: Sightseeing, Naturgenuss und die sportliche Betätigung gibt’s noch als Schmankerl obendrein. Natürlich, man muss sich zuvor etwas in die technische Seite dieser Drahtesel einlesen, muss sich über voll- und teilgefederte sowie starre Mountainbikes informieren. Wer auf wegelosen Strecken Vollgas geben möchte, braucht eher ein vollgefedertes (naturgemäß etwas teureres) „Fully“; wer es auf Feld-, Wald- und Wiesenwege beschränkt, dem reicht ein Bike mit Federgabel oder gar völlig ohne.

Und natürlich gilt: Wenn man gleich vor der Haustür starten, vielleicht auch im Alltag künftig radeln möchte, muss es verkehrstauglich sein, also das volle Paket aus Leuchten, Klingel und Reflektoren besitzen. Da sorgte vergangenes Jahr ein neues Gesetz für viel Freude. Die Fahrradbeleuchtung muss nur noch bei Dunkelheitsfahrten montiert sein – und sie darf auch nun völlig legal batteriebetrieben sein (vorher war ein Dynamo die ziemlich veraltete Pflicht). Sehr passend, denn viele Mountainbikes werden ohne Straßenverkehrszubehör ausgeliefert.

3. Wandern

(Bild: fotolia.com © Halfpoint)

Was für das Mountainbiken gilt, gilt so auch uneingeschränkt für das freizeitliche Fortbewegen per pedes. Die Oberpfalz ist Wanderland und steckt voller interessanter Strecken für jeden Fähigkeitsgrad. Vom einfachen Spazieren über wenige Kilometer bis hin zum knackigen Wandern über Stock und Stein ist hier für jeden etwas dabei – und von allem in rauen Mengen.

Das hat den Vorteil, dass es die Einstiegsschwelle so niedrig legt. Sie besitzen ein bequemes Paar Turnschuhe, vielleicht einen kleinen Rucksack? Dann haben Sie bereits alles, was Sie benötigen, um zum Oberpfalz-Wanderer zu werden. Freilich braucht es für anspruchsvollere Routen, größere Distanzen etwas mehr, als da wären:

  • Passgenaue, gut eingelaufene und mindestens knöchelhohe Wander- bzw. Trekkingstiefel mit Wandersocken (die haben keine Nähte und sind wie Schuhe für rechte und linke Füße geschneidert)
  • Ein Rucksack mit Hüftgurt, der die Last von den Schultern nimmt und sie gleichmäßiger verteilt
  • Funktionsunterwäsche, die den Schweiß schnell vom Körper wegleitet
  • Bequeme Wanderhosen aus strapazierfähigem Gewebe
  • Eine klein zusammenrollbare, dünn gefütterte Softshell-Regenjacke

Dann noch eine Möglichkeit, um die fürs Wandern notwendigen Wassermengen (mindestens zwei Liter) komfortabel zu transportieren (etwa im Rucksack via Trinkblase), eine Wanderkarten-App fürs Handy und man kann sich Schritt für Schritt die Region erlaufen und seine körperlichen Unzulänglichkeiten beseitigen. Und gerade in den kommenden Herbstmonaten mit ihrem Farbenspiel ist das vielleicht so schön, wie zu sonst keiner Jahreszeit.

4. Golf

Golf ist kein Sport? Das lassen wir besser nicht Bayerns größte Golflegende, Bernhard Langer, hören. Denn tatsächlich handelt es sich hierbei sehr wohl um Sport, genauer um einen Präzisionssport, ganz ähnlich wie Boule oder auch Darts.

Natürlich, fit wie ein sprichwörtlicher Turnschuh wird man davon alleine zwar nicht. Aber bei Golf geht es auch eher um die geistige Fitness: Das Zusammenspiel zwischen Körperbewegung und Augen, die Ruhe, die es für den Abschlag braucht. Kombiniert man das noch damit, dass Golfplätze in aller Regel zu den landschaftlich so ziemlich reizvollsten Sportstätten gehören, ergibt das einen guten Mix für alle, bei denen Sport nicht gleichbedeutend mit schweißnasser Stirn ist.

Dazu passt es, dass wir in der Region, praktisch gleich vor der Nase, einige sehr schöne Greens vorweisen können, darunter auch ein paar, in denen man nicht Mitglied sein muss, sondern nach Zahlung einer „Green-Fee“, einer Tagesmiete, auf den Platz darf.

5. Tanzen

(Bild: fotolia.com © aletia2011)

Die wenigsten setzen sich allein aufs Mountainbike, gehen alleine wandern oder golfen. Doch warum sollte man den Sport nicht generell als etwas Partnerschaftliches betrachten und seinen Partner vollumfänglich mit einbeziehen?

Tanzen eignet sich für gemeinsame Aktivitäten hervorragend und vor allem ist es ein Sport mit vielen Facetten. Tango und Walzer haben etwa haben bis auf den Oberbegriff kaum etwas gemeinsam.

Immer jedoch geht es um Harmonie. Um das Bewegen im Einklang mit Rhythmus und Musik. Ja, und auch um Charme, gutes Benehmen und Romantik. Bei wohl kaum einem anderen Sport muss man so sehr seinem Partner vertrauen, auf ihn eingehen, wie beim Tanz. Das kann sogar den angenehmen Nebeneffekt haben, einer etwas in der Routine des Alltags eingeschlafenen Beziehung neuen Schwung zu verleihen.

Einmal mehr ist die Oberpfalz prädestiniert, Tanzschulen gibt es bei uns in Hülle und Fülle, bei den meisten zahlt man einen recht niedrigen Beitrag und kann dann zu festgelegten Zeiten tanzen. Und ja, das kann, je nach Stil, durchaus ins Blut gehen, kräftigt das Herz und macht den Körper viel geschmeidiger. Und das Beste: Es fühlt sich nicht wie Sport an.

 

Titelbild: fotolia.com © kerkezz

(exb)