Oberpfalz: Stiller Beobachter einer historisch animalischen Rettungsaktion

Die Oberpfalz als stiller Beobachter einer historisch animalischen Rettungsaktion

-Wie General Patton im 2. Weltkrieg eine ganze Pferderasse sicherte-

Wer hätte gedacht, dass im fernen amerikanischen Kentucky ein Stück oberpfälzische Geschichte auf einen wartet. Die Oberpfalz ist das Nachbarland von Tschechien, dem ehemaligen Böhmen, das Ende des 2. Weltkriegs zum Schauplatz einer dramatischen, internationalen Rettungsaktion Europas ältester Kulturpferderasse wurde.

Es war im April 1945, der 2. Weltkrieg für Deutschland war verloren, als auf General Pattons Befehl amerikanische Soldaten in das Territorium der Tschecheslowaken vordrungen, einer Herde Lipizzaner den Nazis entwendeten und sie gen Westen evakuierten.

Dieses besagte Militärgestüt Hostau beherberge 500 Lipizzanerpferde, eine der wertvollsten Rassen Europas, dazu das Gestüt von Fürst Amassow, eine Herde von dreißig polnischen Kleinpferden und mehr. Die gesamte Kriegszeit über, blieb das Gestüt vom Krieg verschont und diente als Zufluchtsort für Flüchtlingsgruppen. Erst durch die Ankunft der leidenden und fast verhungerten Kriegsopfer mitsamt ihren Pferden wurden den Menschen auf dem Gestüt das ganze Ausmaß des Kriegs bewusst, nicht wissend das sie ihrer größten Herausforderung noch entgegenblicken würden: Die Ankunft der immer näher rückenden amerikanischen und russischen Truppen, die ihren Triumph einfordern würden.

Der zufällige Besuch eines auftragslosen Oberst auf Hostau brachte die Wende. Er erkannte umgehend die drohende Gefahr der Vernichtung einer ganzen Pferderasse und suchte schließlich den friedlichen Kontakt zu den Amerikanern – mit Erfolg. So geschah es, dass zwei ehemalige Feinde, der Amerikaner Reed und der Deutsche Oberst H., zusammentrafen und eine gemeinsame Mission übernahmen: die Rettung einer Pferderasse.

Oberst Reed, Leiter einer Kavellerieeinheit und Oberst H., ebenfalls Pferdeliebhaber, waren sich im Klaren, dass nach dem Abkommen von Jalta, die Lipizzaner auf diesem Stück Land den Russen gehören würden. Damit war ihr Schicksal gänzlich ungewiss und es musste unverzüglich gehandelt werden.

Reed erklärt seinem Vorgesetzen George S. Patton die Lage und dieser gibt über Funk seine Entscheidung durch: „Holt die Pferde raus, aber macht es schnell!“ Damit hat für Hostau der Countdown zur Rettungsaktion begonnen. Eine Rettung deren Eile nicht dringender sein konnte, denn an diesem Tag, dem 26. April 1945, fielen die ersten Granaten auf Hostau nieder.
Für all diejenigen die wissen wollen was mit den Lipizzanern geschah, ob sie gerettet wurden und wo sich die Nachkommen der 500 Pferde befinden, der kann das bei seinem Besuch in General Patton Museums in berühmten Fort Knox rausfinden. Hier liegt übrigens auch einer der größten Goldschätze der Welt.

Wer Zweifel hat, dass die Einreise viel Bürokratiearbeit bedeutet, der kann ganz einfach und schnell einen Esta Antrag für die Reise in die USA ausfüllen und sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Denn wer eine Mission hat, findet schließlich immer einen Weg – das hat uns unsere Geschichte mehr als nur einmal bewiesen.

(exb)