Oberpfalz: Wegen Lockdown-Politik – Viele Unternehmen vor dem Aus

Die IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim spricht sich für eine breite Öffnungsperspektive aus. Wegen der Lockdown-Politik würden viele Unternehmen vor dem Aus stehen.

Kommende Woche öffnen in Bayern wieder Bau- und Gartenmärkte sowie Gärtnereien und einige körpernahe Dienstleister. Aus Sicht der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim sorgt das für eine massive Ungleichbehandlung der Unternehmen. „Diese Regeln können wir unseren Mitgliedern nicht mehr erklären“, beklagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes. „Wir brauchen eine faire und breite Öffnungsperspektive für die gesamten Wirtschaft und keine willkürlichen Einzelfallregelungen,“ beschreibt der IHK-Chef das Problem und berichtet, dass sich in der Wirtschaft massiv Resignation und Wut breit mache.

Breite Öffnungen intelligent steuern
Es gehe bei vielen Unternehmen ums Überleben, so die IHK. „Der Gang durch die Ortszentren in der Region führt vor Augen, wie viele Existenzen aufgrund der laufenden Pandemie-Maßnahmen schon auf der Strecke geblieben sind“, so Helmes weiter. „Die regionale Wirtschaft appelliert an die politischen Entscheider, die zermürbende Salamitaktik bei den Öffnungen aufzugeben und schnell zu einer breiten, verbindlichen und fairen Öffnungsperspektive zu finden. Die Unternehmen brauchen Chancengleichheit“, erklärt Helmes und schiebt Vorschläge, wie dies erreicht werden kann, hinterher.

Neben den bestehenden Hygienekonzepten können aus Sicht der IHK folgende Bausteine zielführend sein:
Grundsätzlich sollten Inzidenzwerte nicht als singuläres Entscheidungskriterium herangezogen werden. Schnelltests und die Nutzung digitaler Anwendungen können wegweisend sein. Die Politik sei gefordert, den massenhaften und breiten Einsatz von Schnelltests, auch zur Selbstanwendung, zu ermöglichen. Digitale Frequenzmessungs- und Prognosetools sowie Registrierungs- und Zugangssysteme können helfen, Besucherströme zeitlich besser zu verteilen. Es sollte zukünftig keine pauschale Schließung ganzer Wirtschaftszweige angeordnet werden, wenn die Einhaltung geltender Infektionsschutzmaßnahmen durch Hygienekonzepte plus Teststrategien gewährleistet ist. Nicht zuletzt sollte die Möglichkeit zur Erweiterung von Freiflächen für Unternehmen, beispielsweise in der Gastronomie, unbürokratisch und ohne zusätzliche Kosten erfolgen, so die IHK.

(vl)