Oberpfalz: Wie gut schlafen die Oberpfälzer?

Wie gut schlafen die Oberpfälzer?

 

Jahrhundertelang mussten die Oberpfälzer sehr früh raus aus den Federn – oder besser gesagt, dem Stroh. Der Grund lag in den Anforderungen der Landwirtschaft. Denn wenn das Vieh wach ist, oder die Felder bestellt werden möchten, kann man nicht ausschlafen. Grund genug, das ganz schnell wieder zu lernen.

 

Bayern und die Oberpfalz sind sehr landwirtschaftlich geprägt

 

Die gesamte Region Bayern und die Oberpfalz ist sehr stark von der Landwirtschaft und Viehzucht geprägt. Das hatte und hat natürlich auch Auswirkungen auf den Tagesablauf. Wenn die Kühe gemolken, oder die Felder bestellt werden müssen, hat man keine Zeit, lange auszuschlafen.
Auch am Wochenende sah das häufig nicht anders aus, denn auch sonntags wollte das Vieh versorgt werden. Und wenn das erledigt war, ging man meist in die Kirche. Also auch an dem halbwegs freien Tag der Woche konnten die Oberpfälzer sich nicht ausschlafen.

 

Guter Schlaf ist wichtig

 

Einige Wissenschaftler vermuten, dass sich die Angewohnheiten der Oberpfälzer, die sie sich über mehrere Jahrhunderte angeeignet haben, auch auf das heutige Schlafverhalten auswirken. Immerhin gibt es in der Oberpfalz noch über 22.000 landwirtschaftliche Betriebe, wovon immerhin 40 Prozent im Haupterwerb geführt werden. Diese Landwirte und deren Angestellte haben daher ganz besonders großen Druck, ihr Schlafverhalten anzupassen.
Dabei empfehlen Wissenschaftler auch, einmal ganz andere Wege zu gehen: Weg von unserem westlichen Verständnis von Schlaf und hin zu fernöstlichen Schlafgewohnheiten. Das beginnt schon mit der Ausstattung des Schlafzimmers, die sich auf das gesamte Verhalten auswirken kann. So können z.B. Betten im japanischen Stil aufgrund ihrer Natürlichkeit und ihrer geringen Ein- sowie Ausstiegshöhe für ein ganz neues Schlaferlebnis sorgen.

 

Richtig schlafen will gelernt sein

 

Tatsächlich ist es so, dass Erwachsene zwischen 7 und 8 Stunden täglich (bzw. nächtlich) schlafen sollen, damit sie am nächsten Morgen optimal ausgeruht sind. Nur ein gut ausgeruhter Körper ist leistungsfähig und vor allem auch widerstandsfähig gegen Erkrankungen. Leider schlafen die meisten Erwachsenen heutzutage viel zu wenig und leben zudem gegen ihren Rhythmus. Wer die Vermutung hat, er könnte zu wenig schlafen, sollten sein Schlafbedürfnis über mehrere Wochen beobachten und sich Aufzeichnungen machen.
Stellen Sie dabei fest, dass Sie an den Tagen, an denen Sie ausschlafen können, deutlich länger schlafen, als an den übrigen Tagen, könnte sich bei Ihnen bereits ein Schlafdefizit aufgebaut haben. Was jetzt vielleicht nicht so dramatisch klingt, kann es aber schnell werden. Denn ständiger Schlafentzug führt langfristig zu Problemen.

 

Zu wenig und schlecht schlafen ist ungesund

 

Es mag vielleicht übertrieben klingen, aber bereits eine Nacht mit zu wenig Schlaf schadet dem Körper. Die reicht nämlich schon aus, um Hirngewebe zu verlieren. Aber nicht nur das: Bereits nach einer Nacht mit wenig Schlaf steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Unfall verursachen. Vermutlich deshalb, weil Sie sich schlechter konzentrieren und fokussieren können – das ist nämlich ebenfalls bereits nach einer Nacht der Fall.
Richtig ungesund wird es aber, wenn Sie über mehrere Tage oder gar Wochen ein Schlafdefizit vor sich herschieben: Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden steigt um das Vierfache. Ebenfalls erhöht ist das Risiko für Herzkrankheiten und Darm- und Brustkrebs. Generell gesagt steigt das Sterblichkeitsrisiko bei länger anhaltendem Schlafdefizit.

 

Das kann man für guten Schlaf tun

 

Grund genug, sich die verschiedenen Möglichkeiten anzusehen, wie man wieder gut und ausreichend schlafen kann. Wie bereits angesprochen kann ein Grund für die Bewohner der Oberpfalz sein, dass sie in der Landwirtschaft tätig sind und daher keine andere Wahl haben, als morgens früh aufzustehen. Bei diesem Personenkreis hilft nur eins: Sich an den Rhythmus der Arbeit anpassen und abends entsprechend früh zu Bett gehen, so dass man auf die sieben oder acht geforderte Stunden Schlaf kommen kann.
Auch der etwas aus der Mode gekommene Mittagsschlaf kann eine gute Möglichkeit sein, dem Körper die benötigte Erholung zu geben. Gerade um die Mittagszeit senkt sich die Körpertemperatur ein wenig ab und der Körper ist bestens ausgelegt auf eine Entspannung. Besonders nach einem gehaltvollen Essen kann der Mittagsschlaf eine gute Sache sein. Nach einem 20-minütigen Nickerchen fühlt man sich erholt und voller Tatendrang.

 

Neue Moden eher ungünstig für gesunden Schlaf

 

Beim Thema Schlaf sollte man sich vor neuen Moden hüten und nicht unbedingt jeden Trend ausprobieren. Denn ist der Biorhythmus erst einmal aus dem Takt, kann es unter Umständen lange dauern, bis man wieder erholt und vor allem auch lange genug schlafen kann.
Gerade die sogenannten polyphasischen Schlafmodelle scheinen sehr gefährlich zu sein. Bei dieser Art des Schlafen wird dem Körper immer nur eine kurze Phase gegönnt, in der er schlafen kann. Mit etwas Training, so die Begründer dieser Methode, lernt der Körper, dass er in diesem kurzen Phasen besonders tief schlafen und sich so optimal erholen soll. Da der Körper nur noch wenige solcher Phasen braucht, kann man langfristig viel Zeit sparen, die man anderweitig einsetzen kann, so jedenfalls die Idee der Begründer dieses Modells. Die Realität sieht jedoch anders aus: Nach mehreren Tagen, in denen die Versuchspersonen das polyphasische Modell ausprobierten, hatten sie ein derartig großes Schlafdefizit angehäuft, dass sie kaum noch aus dem Kurzschlaf zu wecken waren.

 

Diese Tipps helfen Ihnen beim Schlafen

 

Das polyphasische Modell eignet sich also nicht wirklich, wenn man gut und erholsam schlafen möchte. Es gibt aber andere einfache Tricks, die Ihnen schnell helfen können:

1. Vermeiden Sie ungefähr eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen Licht, oder dimmen Sie die Lichter in dem Zimmer, in dem Sie sich aufhalten. Ihr Körper wird die Produktion von Melatonin (dem „Schlafhormon“) hochfahren. Das wird Ihnen beim Einschlafen helfen.

2. Trainieren Sie sich eine Routine an. Auch das kann helfen, den Körper auf das Schlafen einzustimmen. Abends vor dem Zubettgehen eine warme Milch ist ein solches Ritual. Zusätzlich regt Milch die Serotoninproduktion an, was uns ebenfalls in Schlafstimmung bringt.

3. Vermeiden Sie Koffein und schweres und spätes Essen. Koffein bringt den Kreislauf in Schwung und ist daher eher kontraproduktiv, wenn Sie schlafen möchten. Auch schweres Essen kurz vor dem Zubettgehen kann Sie daran hindern. Denn danach ist der Körper in der Regel zwei bis drei Stunden mit der Verdauung beschäftigt. Wenn Sie überhaupt noch etwas essen möchten, kurz bevor Sie sich schlafen legen, sollte es nur etwas Leichtes sein. (exb)