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Oberviechtach: Mit „Klammero“ zum „Jugend forscht“-Preis

Jonas trägt ein Hörgerät. Der 13-Jährige hört ohne dieses Hilfsmittel nur Töne ab einer Lautstärke von 80 Dezibel – das entspricht einem Presslufthammer. Im Alltag kommt der Schüler gut mit dem Hörgerät zurecht, nur beim Fußball will es nicht so recht halten. Jonas ist leidenschaftlicher Torwart und wenn er zu einem Sprung ansetzt, kann es passieren, dass er das Hörgerät verliert. Mit den dicken ledernen Torwarthandschuhen ist es schwierig, das Gerät wieder an den richtigen Platz im Ohr zu bekommen.

Deshalb ist Jonas unter die Erfinder gegangen. Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben, das Hörgerät besser am Ohr zu befestigen! Der Schüler des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach beschließt sich, genauer mit dem Thema zu beschäftigen und damit bei „Jugend Forscht“ anzutreten.

Er experimentiert mit verschiedenen Materialien wie Knete, Brillenbügel oder Polyamid. Nach mehreren Exemplaren, die er stets selbst testet, ist er mit seiner Erfindung zufrieden. Erschaffen ist der Klammero. Er besteht aus einem Stück herkömmlichem Biegedraht, der mit einem Schrumpfschlauch umschlossen und mittels eines Föhns befestigt wird.

Jonas Mutter und zugleich betreuende Lehrerin für die Teilnahme an „Jugend Forscht“ ist mächtig stolz auf ihren Sohn. Jonas hat sich nicht nur den Regionalsieg bei Jugend Forscht“ im Bereich Arbeitswelt gesichert, sondern wurde zudem von der Christoffel-Blindenmission mit dem Sonderpreis 2017 „Innovation für Menschen mit Behinderung“ ausgezeichnet.(ms)