Pertolzhofen: Bürgermeister und Bevölkerung sagen Wirtshaussterben den Kampf an

„Auf Dauer geschlossen“ – das heißt es in immer mehr Oberpfälzer Wirtshäusern. Die Gasthäuser können sich einfach nicht mehr halten und müssen für immer dicht machen. Auch in Pertolzhofen, einem Ortsteil von Niedermurach, im Landkreis Schwandorf kennt man dieses Problem: von den einst fünf Wirtshäusern gibt es nur noch eins. Doch auch das wird in den kommenden Jahren schließen. Daher soll es in Pertolzhofen nun ein sogenanntes Dorfgemeinschaftshaus geben.

„Dieses wird direkt an den bereits bestehenden Vereinsstodl angebaut. Es soll einen großen Raum mit rund 100 Quadratmetern umfassen. Knapp 120 Menschen haben dort Platz. Außerdem gibt es eine Küche, eine Theke, Toiletten sowie einen Technikraum für die Heizung“, erklärt Herbert Laubmann, der 3. Bürgermeister von Niedermurach. Nutzen kann das Dorfgemeinschaftshaus jeder Bürger von Pertolzhofen und auch den umliegenden Gemeinden: „Egal ob für Weihnachtsfeiern, Seniorennachmittage oder private Geburtstage“.

Es wird aber nicht nur das Dorfgemeinschaftshaus gebaut, sondern auch ein zweites Gebäude – dieses wird ein „Haus der Vereine“. Im Erdgeschoss wird das Musikerheim angesiedelt sein, im Obergeschoss das Schützenheim mit Schießstand. Alle Zugänge werden barrierefrei sein.

Insgesamt liegen die Kosten für das Bauprojekt bei knapp 1,2 Millionen Euro. „Ziemlich schnell hat das Amt für ländliche Entwicklung Gelder für das Bauprojekt in Aussicht gestellt. Zur Auflage wurde gemacht, dass die Gemeinde Planungs- und Bauträger des Projekts ist“, schildert Martin Prey, 1. Bürgermeister von Niedermurach.

Unabhängig von Förderung und gemeindlichen Zuschüssen: „Auch die Dorfgemeinschaft muss hinter dem Bauprojekt stehen und ihren Beitrag leisten – egal ob mit finanzieller oder durch handwerkliche Eigenleistung. Aber alle Vereine im Dorf haben bereits zugesichert – soweit möglich – sich finanziell und auch körperlich, also mit Arbeitskraft, zur Verfügung zu stellen. Das Bauprojekt ist von den Bürgern richtig positiv angenommen worden“, ergänzt Herbert Laubmann.

Noch in diesem Jahr soll der Bau beginnen, die Fertigstellung ist für 2020 geplant. (jg)