Private finanzielle Vorsorge: Die junge Generation gerät unter Druck

Wenn die Millennials und die Generation Z nicht in die Altersarmut rutschen wollen, müssen sie mehr privates Geld anlegen als ihre Eltern. Dabei haben sie es schwerer als ihre Vorfahren. Der Grund sind stagnierende Löhne, steigende Lebenshaltungskosten, Negativzinsen und eine mangelnde Rentenabsicherung.

Einziger Lichtblick: Neue digitale Tools machen es für junge Sparer heutzutage so einfach wie nie zuvor, Geld in Aktien und Fonds zu investieren.

Mehr als zwei Drittel haben Angst vor dem finanziellen Absturz im Alter

Wer heute unter 30 ist, muss sich so früh wie möglich Gedanken um seine private Altersvorsorge machen – und sie ebenso früh wie möglich umsetzen. Die gesetzliche Rente allein wird für diese jungen Deutschen wohl nicht mehr reichen – ein Umstand, der viele von ihnen zunehmend irritiert und beunruhigt.

Bereits eine Umfrage aus dem Jahr 2019 zeigt, dass das Vertrauen junger Arbeitnehmer in die traditionelle Altersversorgung sinkt. Laut der Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen 2019“ des Versorgungswerks MetallRente haben 68 Prozent der Befragten Angst vor einer geringen Rente und Altersarmut. Interessant ist, dass gemäß der Umfrage gleichzeitig die Zahl der jugendlichen Verbraucher abnimmt, die bereits vorsorgen: Im Befragungszeitraum Herbst 2018 waren es lediglich 48 Prozent, 2010 waren es noch 55 Prozent.

Wissens-Manko bei der Altersvorsorge

Weiterhin zeigt die MetallRenten-Studie, dass viele der Befragten nicht genügend über Vorsorge-Optionen und Finanzprodukte wissen. Weniger als ein Drittel kennen sich laut eigener Aussage in diesem Bereich aus.

Demzufolge wünschen sich 92 Prozent verständliche Infos für die eigene Vermögensplanung, und 87 Prozent halten die Einrichtung eines Schulfachs „Wirtschaft und Finanzen“ für eine gute Idee.

Befragt wurden etwa 2.500 junge Erwachsene im Alter von 17 bis 27 Jahren. Die Studie wird alle drei Jahre durchgeführt, umgesetzt wurde sie vom Forschungsinstitut Kantar Public.

Persönliche Beratung steht bei jungen Anlegern hoch im Kurs

Vor diesem Hintergrund tut guter Rat not – und das am besten ganz klassisch: Trotz ihrer Begeisterung für den digitalen Lifestyle suchen die 18- bis 39-jährigen nach wie vor das persönliche Beratungsgespräch, wenn es um die private Altersvorsorge geht. Das belegt eine Studie der tecis Finanzdienstleistungen AG. Die vom Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführte Umfrage hat herausgefunden, dass für 60 Prozent der Befragten die persönliche Beratung absoluten Vorrang vor allen anderen Informationsquellen hat.

Für 44 Prozent ist das Gespräch mit dem Finanzberater laut tecis-Studie dabei die wichtigste Ressource. 34 Prozent der Befragten legen deshalb wohl auch besonderen Wert darauf, dass die Beraterin oder der Berater sie vollständig über sämtliche möglichen Finanzlösungen informiert.

Demgegenüber geben nur 20 Prozent der Befragten an, sich völlig selbstständig zu informieren, so die Studie von tecis.

Digitale Tools vereinfachen den Zugang zu den Finanzmärkten

Die Verunsicherung und der Handlungsdruck haben bei den Millennials und der Generation Z noch einen weiteren Effekt: Ganz anders als die ältere Generation haben sie keinerlei Berührungsängste mit der Börse. Gerade die ganz jungen Anleger haben größere Kursrückgänge und den Bankencrash 2008 noch nicht erlebt und sind dementsprechend unvoreingenommen.

Neue Banking Apps sowie die trendigen Angebote von Fintech-Startups machen es ihnen dabei leicht, mit dem Smartphone Zugang zu den Finanzmärkten zu finden. Bei der Beschäftigung mit Aktien und Fonds hat sich bei vielen herumgesprochen, dass ETFs eine echte Alternative zum Sparbuch sind, wenn es um Rendite in Zeiten niedriger Zinsen geht. Auch wenn solche Investments natürlich weiterhin auch mit Risiken verbunden sind. Aber das nehmen die jungen Anleger zunehmend in Kauf.

(exb)

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