Quetschventile – diese Arten gibt es

Das Quetschventil (auch bekannt als Schlauchquetschventil) stellt die simpelste Ventil-Gestalt dar. Gleichzeitig wird mit dem Quetschventil auch vielseitige Technik verbunden. Vor allem Besitzer eines Gartens werden diese Ventile entweder bewusst bzw. vermehrt unbewusst angewandt haben. Denn wenn man einen Gartenschlauch bedient und so schnell wie möglich den Wasserfluss unterbinden möchte, greift man häufig auf das Abknicken des Schlauches zurück. An der Stelle des Knicks kommt es zu einer Verengung des elastischen Kunststoffmaterials und gleichzeitig zu einer Schließung der Wasserzufuhr. Im Grunde ist dies bereits das Prinzip eines Quetschventils.

 

Technik und Industrie – Vorkommen der Quetschventile

Quetschventile sind überaus vorteilhaft. Während Kugel- oder Drehventile über eine Achse verfügen, welche von den Innen- zum Außenbereich führt und somit eine Kontamination zur Folge hat, existiert eine solche Achse im Quetschventil nicht. Darüber hinaus ist das Risiko einer Verstopfung im Quetschventil so gut wie unmöglich. Aus diesem Grund sind diese Ventile ausgesprochen gut für Laugen, aggressive Säuren, flüssige Lebensmittel, Flüssigkeiten mit Feststoffpartikel und den Transport von sogenannten Schüttgüter geeignet. Auf unterschiedlichen Wegen erfolgt die Ansteuerung des Quetschventils. Die Wahl der Quetschventile erfolgt stets abhängig von der Frage, welche Form beim Öffnen und Schließen des Durchganges innerhalb des Produkttransportes am passendsten geeignet ist.

Folglich gibt es insgesamt vier unterschiedliche Arten:

  • pneumatisch
  • mechanisch
  • hydraulisch
  • magnetisch bzw. elektrisch

 

Welche Vorteile sind mit einem pneumatischen Ventil verbunden?

Von Vorteil sind beim pneumatischen Ventil zwei wichtige Eigenschaften. Zum einen sind sie verschleißfest und auf der anderen Seite können sie vollständig Leckage frei ihre Arbeit verrichten. Denn wie bereits erwähnt kommt es zu keinem Verstopfen bzgl. der durchfließenden Substanz, sodass es zu keiner Störung des Arbeitsablaufes kommt.

Des Weiteren ist das pneumatische Ventil mit einem erwähnenswerten relativ niedrig ausfallendem Gewicht verbunden. Auch die Ventil-Wartung ist ohne viel Aufhebens durchführbar. Hinzu kommt, dass aufgrund des geringen Druckluftverbrauches auch das Sparen von Energie möglich ist.

Bei Totraumfreien Ventilen erfolgt gewöhnlich eine Verhinderung von Verunreinigungen, sodass sie infolgedessen hygienisch unbedenklich sind. Das pneumatische Ventil ist ebenfalls beinahe totraumfrei. In manchen Modelltypen gibt es mittlerweile auch eine Rückmeldung, sollte die Verschleißgrenze bereits erreicht sein.

Verwendet man abrasive Stoffe gilt die Installation des Magnet- oder Steuerventils direkt an dem Quetschventil vorzunehmen. Bei jedem Arbeitsgang erfolgt im Übrigen die Beseitigung eventuell vorhandener Verkrustungen.

Weitere Informationen zu pneumatischen Quetschventilen gibt es bei prema-service.com.

 

Welche Vorteile bieten die mechanischen Modelle?

Einige Branchen geben der mechanischen Varianten mittlerweile einen Vorzug. Hierbei sind insbesondere die Firmen der Zementverarbeitung, Granulat und Pigment Behandlung sowie Kunststoff- und Keramikherstellung gemeint. Doch auch in der Zellstoff-, Erdöl- sowie Papierbranche sind mechanische Ventile von großem Nutzen.

Denn aufgrund der optimalen Abdichtung sowie des freien Ventildurchganges kann der Arbeitsgang sowohl mit verstopfungsanflälligen und abrasivem als auch korrosivem Material erfolgen.

 

Welche Einsatzgebiete der Quetschventile gibt es?

Das Quetschventil ist insbesondere für die Medizin- und Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung. Denn das Ventil ermöglicht auf der einen Seite den kontaminationsfreien Transport bzgl. Flüssigkeiten/ Schüttgütern während es andererseits Raum für exakte Bemessungen der Durchlaufmengen bietet. Sowohl in der Medizin- als auch Lebensmittelbranche kommt es zum Einsatz von Stoffen, die eine große Anfälligkeit zur Aufnahme einiger Fremdstoffe aufweisen.

So kann sogar hochwertiges Edelstahl eine Reaktion mit dem zum Transport vorgesehenen Stoff eingehen. Infolgedessen ist die Rede von einer Verunreinigung, die wiederum bei Analysen innerhalb der Qualitätssicherung bzw. bei Feststellungen der Mengenanteile fatale Fehler herbeiführen kann.

Im Gegensatz zum Edelstahl ist es möglich unterschiedliche Elastomere aus natürlichem Kautschuk oder Kunststoff auf die jeweiligen Transportgüter abzustimmen. Das Ergebnis: keine Kontamination. Hinzu kommt, das Quetschventile im Falle einer Wartung oder Reparatur mit wesentlich geringer ausfallenden Kosten verbunden werden. Schließlich muss anders als beim Edelstahlventil nicht das komplette Ventil ausgetauscht, sondern „nur“ die Membran gewechselt werden.

 

Weitere Anwendungsbereiche

Das Anwendungsgebiet des Quetschventils beschränkt sich nicht nur auf den Bereich Medizin und Lebensmittel, sondern findet sich aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften in vielen anderen Branchen wieder.

  • Dosieranlagen
  • Absauganlagen
  • Mörtel- oder Gipsspritzanlagen
  • Pulverbeschichtungsanlagen
  • Nutzfahrzeuge
  • Vakuumtoiletten
  • Silobefüllungen
  • Wasserstrahlschneidsysteme
  • Zementverarbeitung

 

In sämtlichen Anwendungsgebieten erfolgt der Transport der Stoffe in verschiedenen Zuständen oder Mischformen. So beispielsweise als Flüssigkeit (inklusive Feststoffpartikeln) und Gas. Hinzu kommen abbrassive Stoffe, Schüttgüter, Stäube sowie zähflüssige Medien.

 

Die allgemeinen Vorteile eines Quetschventils

Im Gegensatz zu einer klassischen Absperrarmatur weist das Quetschventil viele Vorteile auf. Dazu zähen mitunter:

  • wenig Gewicht
  • einfacher Aufbau
  • zuverlässige Abdichtung
  • minimaler Reibungswiderstand
  • vereinfachte Automatisierung und Ansteuerung
  • reduzierte Rückstoßenergie bei Schließung

 

In den meisten Bereichen wird vor allem die Ventil-Membran, welche für die Einengung oder den Stopp des Durchflusses verantwortlich ist, als Teil zum Verschließen eingesetzt. Folglich erfolgt das Auswechseln oder die Wartung der Membran unmittelbar nach erfüllter Anzahl an Betriebsstunden. Innerhalb dieses vorgegebenen Zeitraumes hat sich nämlich die Stärke der Membran-Wand entweder durch Abrieb oder Abschliff auf ein bestimmtes Maß reduziert. Dieser Fall tritt vor allem beim Transportsektor von Mischstoffen auf.

 

Quetschventil-Sonderform

Sollte bereits eine hoch ausfallende Schaltzyklenhäufigkeit bekannt sein, so wird in diesen Einsatzgebieten ein spezielles Modell der Quetschventile angewendet. Diese „Sonderform“ tritt vor allem aufgrund der verbesserten Elastomerqualität und dem Bestehen in Anbetracht von Luftdruck in den Vordergrund. Für die Lebensmittelbranche eignen sich aus diesem Grund insbesondere die aus EPDM, NR bzw. NBR gefertigten Quetschventile.

(exb)