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Raigering: Identität für Sternenkinder

Fehlgeburten wurden in Kliniken lange Zeit zusammen mit medizinischen Abfällen einfach verbrannt. Zum Schock der Eltern. Dadurch hatten sie noch nicht einmal die Chance, um ihr Kind würdevoll zu trauern. Das musste geändert werden. Die Beratungsstelle für Schwangere Donum Vitae in Amberg etwa hat sich sehr früh dieser sogenannten Sternenkinder angenommen und für die Eltern einen Ort des Trostes geschaffen. Sternenkinder werden Kinder genannt, die mit einem Gewicht von unter 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben. Auf dem Waldfriedhof in Raigering sollen sie ihre letzte Ruhe finden.

Die Beratungsstelle Donum Vitae hat für die sterblichen Überreste der Sternenkinder eine Grabstätte eingerichtet. Da die Gräber allerdings anonym gehalten sind, ist es für die Eltern oft schwer, den genauen Begräbnisort ihres Kindes auszumachen. Denn nicht alle Eltern können an der Bestattung teilnehmen. Um auch für sie einen Ort des Trostes und der Ruhe zu schaffen, wurden die Gräber mit dezenten schlichten Tafeln versehen. Gestiftet wurden diese von der Firma Greiner aus Pfreimd. Es sei ihr ein wahres Anliegen gewesen hier zu helfen, so Irmgard Greiner-Manner. Die Tafeln sind durchsichtig und lediglich mit den Daten der Bestattung versehen.

Vierteljährlich werden auf dem Waldfriedhof Sternenkinder beigesetzt. Alle Beteiligten, von der Stadt Amberg, der Pathologie, der Bestattungsinstitute, bis zu den Organisten und Geistlichen arbeiten, ohne Kosten zu erheben. So müssen die Eltern nicht für die Beisetzung aufkommen. (ms)