Regensburg: Bayernwerk will mit „Flower Power“ in die Zukunft

Der Bayerische Energieversorger Bayernwerk AG hat heute am Firmensitz in Regensburg sein Konzept für Bayerns Energiezukunft vorgestellt. Ziel ist letztlich ein CO2-neutrales Energiesystem. Schon der Name des Konzepts ist richtungsweisend: "Flower Power".

Das Elektroauto, das nicht nur Strom schluckt, sondern die Energie auch abgibt - wo auch immer ein Auto hinfahren kann. Theoretisch kann ein Auto einen Vier-Personen-Haushalt mehrere Tage mit Strom versorgen. Nur ein kleines Beispiel dafür, dass ein Umdenken und eine Umstrukturierung im Energiekonzept der Zukunft nötig ist. Aufgestellt wurde dieses Beispiel heute bei der Jahrespressekonferenz von den Vorständen der Bayernwerk AG Reimund Gotzel (Vorstandsvorsitzender), Dr. Egon Westphal (Technischer Vorstand) und Andreas Ladda (Personalvorstand). Der Energieversorger will ein klimaneutrales Bayern erreichen und nimmt sich selbst in die Pflicht. Vorgestellt wurde das neue Unternehmenskonzept des Konzerns.

Vernetzung von Stadt und Land
70 Prozent Erneuerbare Energie flößen heute schon in den Leitungen des Energieunternehmens. Um die Weichen hin zu Klimaneutralität zu stellen, arbeite das Unternehmen an der Umsetzung eines gänzlich neuen Energiekonzepts für Bayern.

Es geht um die nachhaltige Vernetzung von Stadt und Land auf Basis kleiner und regionaler Energiekreisläufe. Ganz im Sinne der Bevölkerung, die dem Umwelt- und Klimaschutz immer höheren Stellenwert einräumen.

„Wir richten unsere Arbeit vollumfänglich an Nachhaltigkeit und ökologischer Verantwortung aus. Dafür soll das Bayernwerk der Zukunft stehen wie kein anderes bayerisches Energieunternehmen“, betonte Reimund Gotzel.

Vorstand Dr. Egon Westphal stellte die technologische Basis für die Entwicklung des dezentralen Energiesystems der Zukunft vor. Stadt und Land hätten einen großen Unterschied. In der Stadt seien mehr Verbraucher angesiedelt. Regenerative Energiequellen entstünden jedoch auf dem Land. Dort sei deutlich mehr Platz für Photovoltaik- und auch Windkraftanlagen. "Wenn regenerative Erzeugung die Basis unseres Energiesystems sein soll, dann müssen wir die regenerativen Energiequellen auf dem Land bündeln und mit nahegelegenen städtischen Räumen optimal vernetzen“, erläuterte Egon Westphal.

Bayern wird zu einer energetischen Blumenwiese
Laut einer Studie des Bayernwerks leben im Jahr 2030 bilanziell über 60 Prozent der Bayern in Gebieten mit einem Erzeugungsüberschuss. Im Lastzentrum – also in städtischen Regionen - wohne und arbeite vermehrt der Kunde, der nicht nur Strom bezieht, sondern diesen auch selbst erzeugt und mit seinen Ladestationen, Speichern und Wärmepumpen flexibel bereitstellen kann. „Bayern wird in Zukunft zu einer energetischen Blumenwiese, in der sich Kunden je nach individuellen Bedürfnissen mit ihrer heimischen Energie versorgen können. Jede Stadt wird von den umliegenden Gebieten abhängig sein, wie ein Blütenkelch von seinen Blütenblättern", erklärte Westphal den Konzepttitel "Flower Power".

Die Vorteile des Konzepts seien gravierend. Die Erhöhung des lokalen Nutzungsgrades Erneuerbarer Energie und kürzere Verteilstrecken führten zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz. Die Schaffung lokaler Energiesysteme erhöhe zudem die Wertschöpfung vor Ort.

Bei der Pressekonferenz wurden Einzelheiten der künftigen Konzernausrichtung vorgestellt. Zusammengefasst:
Nachhaltigkeit, Vernetzung, Digitalisierung, eine veränderte Arbeitsweise- und welt, innovative Ideen und Wachstum, so die Ziele der Bayernwerk AG. Man wolle nicht nur zuschauen. Gestalter und Treiber wolle man sein - bei dem CO-2-neutralen Energiesystem der Zukunft im Bayernland.

(gb)