Regensburg: Tote Frau in Asylunterkunft – Ausschreitungen

In der Regensburger Asylunterkunft ist am Samstagvormittag (11.05.2019) eine tote Frau aufgefunden worden. Daraufhin kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Zu verletzten Personen kam es bei den Ausschreitungen nicht. Die Polizei ermittelt in diesem Zusammenhang etwaiges strafbares Verhalten. Mittlerweile gibt es erste vorläufige Erkenntnisse zum Tod der 31-jährigen Nigerianerin.

Gegen 08:50 Uhr wurde die Polizei über die leblose Frau in der Asylunterkunft in Regensburg informiert. Ein Arzt bescheinigte zunächst eine ungeklärte Todesursache, woraufhin die Polizei die Ermittlungen vor Ort aufnahm. Darauf reagierten einige Bewohner der Asyleinrichtung emotional. Laut Polizei ist gegen die vor Ort befindlichen Personen keine polizeilichen Maßnahmen gegroffen worden, der Zugang zum Sterbeort musste jedoch verwehrt werden.

Einige Bewohner reagierten zunehmend aggressiv auf die Anwesenheit der Einsatzkräfte. Auf Drohgebärden folgten schließlich Steine und Glasflaschen, die auf die Beamten geworfen wurden. Die aggressiven Personen äußerten lautstark ihren Unmut, sodass eine schnelle Entspannung der Situation nicht möglich war. Dabei befanden sich die Personen hautpsächlich vor dem Eingang des betroffenen Gebäudes.

Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften aus dem Raum Regensburg vor Ort. Diese standen etwa 40-50 Personen der Einrichtung gegenüber. Aus taktischen Gründen ermöglichte die Polizei in Zusammenarbeit mit der Leitung der Unterkunft schließlich einigen aufgebrachten Bewohnern, den Sarg der verstorbenen Frau – unter polizeilicher Aufsicht – zum Fahrzeug des Bestattungsunternehmens zu tragen.

Nach dem Ende der Ermittlungen zu dem Todesfall vor Ort und dem Abzug der Einsatzkräfte beruhigte sich die Situation in den frühen Mittagsstunden wieder.

Mittlerweile gibt es auch die ersten, vorläufigen Erkenntnisse zum Tod der 31-jährigen Nigerianerin. Die weisen keine Anhaltspunkte auf, die auf ein Ableben durch Gewalteinwirkung oder ähnliches schließen lassen – so heißt es in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Die Ermittlungen dauern jedoch weiter an. Auch die Staatsanwaltschaft Regensburg ist in den eingebunden. Sie wird die weiteren Schritte zur Klärung der Todesursache veranlassen.

Die 31-jährige Verstorbe hinterlässt drei Kinder. Diese sind neun, fünf und drei Jahre alt. Diese befinden sich nun in Obhut des zuständigen Jugendamtes.

Bislang sind keine verletzten Personen aufgrund der Ausschreitungen während des Einsatzes bekannt. Die Polizei prüft, ob möglicherweise strafbares Verhalten der vor Ort aggressiv aufgetretenen Menschen vorliegt. Direkt vor Ort war keine Festnahme oder ein polizeilicher Gewahrsam nicht erforderlich.

(nh/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberpfalz)