Schuppenflechte: Die unterschätzte Volkskrankheit?

Schuppenflechte – in der Medizin auch Psoriasis genannt – ist eine recht weitverbreitete Hauterkrankung. Sie macht sich durch rote, oft juckende Hautstellen bemerkbar. Was aber selbst viele Betroffene oft nicht wissen: Schuppenflechte kann sogar Organe und Gelenke betreffen und einige Begleitkrankheiten mit sich bringen.

Was unter Schuppenflechte zu verstehen ist

Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist erblich bedingt ist. Das Ausbrechen der Krankheit wird bei Personen, die wissentlich oder unwissentlich zu Schuppenflechte neigen, durch bestimmte Auslöser provoziert. Diese Auslöser können äußerlicher sowie innerlicher Natur sein.

Bricht die Schuppenflechte aus, ist der natürliche Erneuerungsprozess der Haut stark verkürzt. Üblicherweise nimmt die Erneuerung winziger Hautschuppen nämlich etwa 3 bis 4 Wochen in Anspruch. Bei Schuppenflechte-Patienten verkürzt sich die Zeitspanne auf wenige Tage. In der Folge „wandern“ die Zellen der oberen Hautschicht schneller an die Hautoberfläche als normalerweise üblich. Hierdurch bilden sich glänzende Hautschuppen auf roten Stellen. Die Rötungen und Schuppungen werden in vielen Fällen außerdem von unangenehmem Juckreiz begleitet.

Welche Ursachen kann das Auftreten von Schuppenflechte haben?

Schätzungen zufolge sind etwa 2 von 100 Bundesbürgern von Schuppenflechte betroffen. Bei Frauen kommt die Hauterkrankung etwas häufiger vor als bei Männern. Anders als bei anderen Hautproblemen gibt es für die Schuppenflechte allerdings keine eindeutige Ursache, welche die Erkrankung bei Betroffenen hervorrufen. Vielmehr verläuft die Schuppenflechte sehr individuell und kann sowohl durch innere als auch äußere Faktoren bedingt sein. In den meisten Fällen kommen innere und äußere Faktoren allerdings zusammen und lösen den Krankheitsausbruch so aus.

Innere Schuppenflechte-Faktoren

Die Menschen, die unter Schuppenflechte leiden, haben in etwa 30 bis 40 Prozent der Fälle ein Familienmitglied, dass ebenfalls von der Erkrankung betroffen ist. Anders als bei anderen Hauterkrankungen ist darum anzunehmen, dass zumindest die Schuppenflechte-Anfälligkeit erblich bedingt ist.

Äußere Schuppenflechte-Faktoren

Ist die genetische Veranlagung, an Schuppenflechte zu erkranken, vorhanden, muss die Krankheit nicht zwangsläufig ausbrechen. Vielmehr muss ein äußerer oder persönlicher Auslöser hinzutreten, der schließlich zum Krankheitsausbruch führt.

Solche Auslöser, die zu einem Ausbruch der Schuppenflechte führen können, sind etwa

  • Infektionskrankheiten (Mandelentzündungen, Mittelohrentzündung, Magen-Darminfektionen etc.)
  • Verletzungen oder starke Reizungen der Haut
  • Stress und psychische Belastung
  • Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
  • Medikamenteneinnahme (Bluthochdruckmedikamente)
  • Hormonelle Veränderungen etwa bei einer Schwangerschaft
  • Veränderte klimatische Bedingungen

Das bedeutet: Um dem Ausbruch einer Schuppenflechte vorzubeugen und sind diese Faktoren zum Schutz der Hautso gut es geht zu meiden. Hautpflege allein stellt dementsprechend keine Hilfe bei oder einen Schutz vor Schuppenflechte dar.

Darum ist Schuppenflechte schwerwiegender als oft angenommen

Eine Schuppenflechte-Erkrankung kann individuell sehr unterschiedlich verlaufen: Bei manchen tritt sie lediglich einmalig auf, bei anderen wird sie zum dauerhaften Begleiter. In beiden Fällen wird jedoch meist angenommen, dass die Hauterkrankung zwar unangenehm, ansonsten aber harmlos ist.

Das ist allerdings nicht immer der Fall. Tritt Schuppenflechte an der Kopfhaut, den Ellenbogen, an Knien oder am Gesäß auf, sind nicht allein diese Körperstellen von der Erkrankung betroffen. Vielmehr können im Zusammenhang mit Schuppenflechte ernsthafte Begleiterkrankungen und Komplikationen auftreten.

Zu den Komplikationen der Schuppenflechte zählt dabei insbesondere die sogenannte Entzündungsgeneralisierung (psoriatische Erythrodermie). Diese seltene Schuppenflechte-Form hat eine Rötung und Verdickung der gesamten Haut zur Folge und kann in extremen Fällen auch mit hohem Fieber einhergehen.

Darüber hinaus treten in Zusammenhang mit Schuppenflechte nicht selten Begleiterkrankungen auf. Hierzu zählen etwa:

  • Schmerzhaftes Anschwellen der Gelenke
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Erhöhte Blutfettwerte oder
  • Diabetes mellitus

Außerdem ist bekannt, dass mit der Schuppenflechte auch ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko einhergehen kann. Dementsprechend wichtig ist es, dass die Erkrankung nicht unbeobachtet bzw. unbehandelt bleibt.

So kann Schuppenflechte behandelt werden

Leider ist Schuppenflechte bisher nicht heilbar. Durch eine Behandlung und Beobachtung durch einen Arzt lassen sich Missempfindungen und Gefahren, die mit der Hauterkrankung einhergehen, jedoch erheblich reduzieren.

Zur Behandlung der Krankheit gibt es gleich mehrere Ansätze – In Absprache mit dem behandelnden Arzt können diese oft sogar miteinander kombiniert werden:

  • Äußerliche Schuppenflechte-Behandlung: Die äußerliche Behandlung der Schuppenflechte findet mit Hilfe von Salben und Cremes statt, die auf die betroffenen Hautareale aufgetragen werden. Diese Behandlung wird empfohlen, wenn die erkrankten Hautareale eher klein sind.
  • Lichtbehandlung der Schuppenflechte: Bei der Schuppenflechte-Lichtbehandlung werden die erkrankten Hautareale mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Die Behandlung ist bei schwerer und mittelschwere Schuppenfläche sinnvoll und kann durch eine äußerliche Schuppenflechte-Behandlung ergänzt werden.
  • Innerliche Schuppenflechte-Behandlung: Die innerliche Schuppenflechte-Behandlung erfolgt durch die Einnahme bzw. Injektion bestimmter Medikamente. Diese Therapieform ist bei mittelschwerer und schwerer Schuppenflechte sinnvoll.

Zusätzlich dazu ist außerdem eine regelmäßige Hautpflege mit passenden Cremes und Lotions sinnvoll. Nicht selten lässt sich die Schuppenflechte darüber hinaus auch durch die Veränderung bestimmter Lebensgewohnheiten günstig beeinflussen. Das bedeutet: Auch eine Reduzierung von Übergewicht, der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie Stressminimierung können die Schuppenflechte eindämmen und somit auch vor ihren negativen Folgen und Begleitkrankheiten schützen.

(exb)