Schwandorf: Lockdown trifft Innenstadthändler hart

Kommunen haben viel unternommen, um ihre Innenstädte zu beleben und die angesiedelten Händler zu unterstützen – und dann kam Corona und erschwert nun diese Bemühungen zusätzlich.

Seit heute ist Deutschland wieder im harten Lockdown, Läden müssen während des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts schließen. Am Tag zuvor hat es in vielen Städten nochmal einen Ansturm auf die Geschäfte gegeben, auch bei uns in Schwandorf. Für die Einzelhändler ein schwieriger Balanceakt zwischen Infektionsschutz und der letzten Chance auf das Weihnachtsgeschäft.

Trotz des hohen Ansturms am Dienstag: Insgesamt sei das Weihnachtsgeschäft heuer deutlich schlechter gelaufen als in den Vorjahren, so der deutsche Handelsverband. Er vermeldet etwa 30 Prozent weniger Kunden. Und nun müssen viele Händler ganz schließen. Noch dazu mit einer sehr kurzen Vorbereitungszeit.

In Vorbereitung auf den Lockdown hat Roland Kittel eine Packung „Schwandorfer Zehner“ ins Sanitätshaus Betzlbacher gebracht. Denn die üblichen Verkaufsstellen des Gutscheins müssen ab heute schließen. Der „Zehner“ ist eine Initiative des Stadtmarketingvereins und kann in vielen teilnehmenden Geschäften eingelöst werden. Im Coronajahr sei der Schwandorfer Universalgutschein etwa drei- bis viermal so oft verkauft worden wie sonst, so Kittel. Es ist eine Aktion von vielen, um der Innenstadt Aufschwung zu geben.

Laut Oberbürgermeister Andreas Feller habe man bis zuletzt gekämpft – beispielsweise um wenigstens eine verkleinerte Form des Weihnachtsmarktes zu ermöglichen. Letztendlich leider trotzdem vergebens. Es werde viel getan, nicht nur für die Händler, auch für Dienstleister und Gastronomen, betont das Stadtoberhaupt. Denn gerade das kombinierte Angebot aus Gastronomie, Handel und Veranstaltungen mache eine Innenstadt aus, erklärt Wirtschaftsförderer Roland Kittel. Dieses Zusammenspiel fehle momentan. Mit Folgen: Deutschlandweit sehen sich 55 Prozent der Innenstadthändler in ihrer Existenz bedroht, so die düstere Aussage des Handelsverbands. In Schwandorf hofft man stark auf ein besseres Jahr 2021.

(az)