Sehschwäche: Was Oberpfälzer tun können

Über vierzig Millionen Deutsche sind auf eine Brille angewiesen. Schon seit Jahrzehnten liegt die Anzahl der Menschen mit Sehschwäche auf hohem Niveau. Für Betroffene ist das zwar normal, bringt allerdings einige Einschränkungen mit sich. Auch Oberpfälzer kennen das und suchen nach sinnvollen Alternativen. Ein Überblick zum Thema hilft.

Fehlsichtigkeit in der Region: Keine genauen Zahlen

Wie viele Menschen in der Oberpfalz eine Fehlsichtigkeit haben oder auch auf eine Brille angewiesen sind, kann nur geschätzt werden. Einen Anhaltspunkt hierfür liefern Zahlen, die der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen veröffentlichte: So trugen rund 63,3 Prozent der Deutschen über 16 Jahren in den alten Bundesländern 2014 eine Brille. Wird dieser Wert auf die rund 1,09 Millionen Einwohner der Oberpfalz übertragen, ergibt sich eine Anzahl von beinahe 700.000 Brillenträgern in der Region.

Spannend zu wissen wäre dabei, welche Fehlsichtigkeiten am häufigsten vorkommen. Das jedoch wird nicht detailliert genug aufgeschlüsselt. Grundsätzlich gilt: Wer entweder kurzsichtig oder weitsichtig ist, braucht eine Sehhilfe. Auch Menschen mit Astigmatismus sind hierauf angewiesen. Wer aber eine Brille tragen muss, ist zwangsläufig mit deren Nachteilen konfrontiert. Sie rutscht beim Sport, kann im Schwimmbad nicht getragen werden und verursacht bei manchen Menschen sogar Beschwerden wie Kopfschmerzen oder unangenehmen Druck auf der Nase. Glücklicherweise gibt es daher heute weitere Optionen, um der Fehlsichtigkeit entgegenzuwirken.

Welche Möglichkeiten bieten Linderung?

Die Brille ist das wohl bekannteste Mittel, um einer Fehlsichtigkeit zu begegnen. Eine Statistik unterstreicht das: 24,9 Millionen Deutsche zählten in 2017 zu den ständigen Brillenträgern und 18,81 Millionen nutzten ihre Brille zumindest gelegentlich. Das Gestell mit passenden Gläsern ist und bleibt also ein weit verbreitetes Hilfsmittel, das längst als gesellschaftsfähig gilt. Auch Kinder mit Brille müssen daher kaum noch Hänseleien ertragen, selbst wenn Fehlsichtigkeit mit zunehmendem Alter häufiger vorkommt. Doch die Brille bringt Nachteile mit sich. Wie bereits erwähnt, kann sie im Alltagsleben an manchen Punkten stören oder nicht einsatzfähig sein. Wer hierauf reagiert und beispielsweise auch beim Sport oder im Schwimmbad eine Brille tragen will, benötigt automatisch mehrere Gestelle, deren Konstruktion an die individuellen Gegebenheiten angepasst ist. Ein teurer Spaß.

Die Brille ist nach wie vor häufig zu sehen. (Quelle: Hans (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Eine Alternative zur Brille stellen Kontaktlinsen dar. Sie jedoch erweisen sich auch in der oben genannten Statistik als weniger gebräuchlich. Gerade einmal 3,14 Millionen Menschen in Deutschland tragen Kontaktlinsen. Die Vorteile dieser kleinen Linsen, die direkt auf das Auge gesetzt werden, sind im Vergleich zur Brille klar. Kein lästiges Gestell, keine Verletzungsgefahr und es kann auf mehrere Modelle verzichtet werden. Und dennoch fällt es vielen Deutschen schwer, Kontaktlinsen dauerhaft zu akzeptieren. Anfängliche Probleme beim Einsetzen gleichen sich zwar mit der Zeit aus, doch Kontaktlinsen bringen ein gewisses Infektionsrisiko mit sich und können Augenreizungen verursachen, wenn sie nicht richtig verwendet werden. Wer Kontaktlinsen testet, fühlt sich außerdem oft eingeschränkt durch den Pflegeaufwand und dem vergleichsweise häufigen Neukauf von Linsen.

Brille als auch Kontaktlinsen haben ihre Daseinsberechtigung. Es gibt viele Menschen, die von ihnen profitieren und ohne sie kaum ein gutes Leben führen könnten. Dennoch wächst auch bei Trägern von Brillen oder Kontaktlinsen das Bedürfnis, gänzlich frei zu sein von der Sehhilfe. Möglich machen das Ärzte im Rahmen einer Laserbehandlung. Da die natürliche Brechkraft des menschlichen Auges bei Fehlsichtigkeiten nicht korrekt ausfällt, wird die Hornhaut mit einem Laser so verändert, dass ein neuer und besserer Brennpunkt entsteht. Gutes Sehen ist dann ganz ohne Hilfsmittel möglich. Heute gibt es verschiedene Methoden der Laserbehandlung, die unter augen-lasern-vergleich.de genauer erklärt werden.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Das Lasern der Augen wird von Krankenkassen nur im Ausnahmefall bezahlt. (Quelle: 422737 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Preisvergleiche bestimmen darüber, wie viel Geld am Ende des Monats übrigbleibt. Das gilt nicht nur für KFZ-Versicherungen, sondern auch für die Leistungen der Krankenkasse. Kassen aber sind im Bereich der Sehhilfen nicht zwangsweise dazu verpflichtet, Kosten zu übernehmen. Seit dem Erlass des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung steigen die Chancen auf Kostenübernahme laut eines Berichtes des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V.

dennoch. Erwachsene in der gesetzlichen Krankenversicherung haben nun einen Anspruch auf Kostenübernahme, wenn

Ihre bestkorrigierte Sehschwäche in der Ferne mit einer Brille bei einem Wert von maximal dreißig Prozent liegt,

  • sie bei Kurz- und Weitsichtigkeit über sechs Dioptrien vorweisen können

  • und bei Astigmatismus über vier Dioptrien haben.

Es muss sich also auch weiterhin um eine deutliche Einschränkung handeln, die Krankenkassen zur Leistung verpflichtet. Viele Menschen, die eine Sehhilfe brauchen, können eine solche Einschränkung jedoch nicht vorweisen und müssen ihre Hilfsmittel zum Großteil selbst bezahlen. Viel Geld geht dann im Laufe eines Lebens über den Ladentisch des Optiker-Geschäftes.

Beim Augenlasern entstehen Kosten, die bei der Behandlung beider Augen zwischen 3.000 und 5.000 Euro oder darüber liegen können. Krankenkassen übernehmen diese nur dann, wenn der Patient eine nachweisliche Unverträglichkeit sowohl gegen Brillen als auch gegen Kontaktlinsen hat. Wessen Antrag im ersten Durchgang abgewiesen wird, sollte dennoch einen zweiten Versuch starten, um die erneute Prüfung anzustoßen.

Und auch wenn die Kosten nicht übernommen werden, kann eine einmalige Laserbehandlung in puncto Investition überraschend günstig ausfallen. Dann nämlich, wenn die Kosten für immer neue, hochwertige Brillengläser und Gestelle auf die Lebenszeit hochgerechnet werden, ergeben sich Ausgaben, die das Lasern kombiniert mit dessen Vorteilen rechtfertigen. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Ärzte auch Ratenzahlungs-Modelle anbieten, bei denen der Eingriff per Laser nicht sofort in voller Höhe bezahlt werden muss. (exb)

Titelbild: Sehschwächen sind ein häufiges Beschwerdebild in Deutschland. (Quelle: skeeze (CC0-Lizenz)/ pixabay.com