
Weiden / Cheb
Verbunden durch Auto-Liebe: Bayerisch-Tschechische Oldtimer-Ausfahrt
Rund 100 Oldtimer aus Bayern und Tschechien waren erstmals zusammen in der Grenzregion unterwegs. Das Ziel: Menschen aus beiden Nachbarländern zusammenzubringen, durch eine gemeinsame Leidenschaft.
Glänzender Chrom, aufpolierter Lack und laute Motoren: So sieht es an einem Morgen auf dem Edeka-Parkplatz im Weidener Osten aus. Rund 100 Oldtimerfreunde haben sich hier versammelt, um nach Tschechien zu fahren. Eine ähnlich große Gruppe macht sich gleichzeitig auf der anderen Seite der Grenze auf den Weg. Es ist eine Ausfahrt, die erstmals den AMC Weiden und den „Veteran Car Club“ aus Marienbad zusammenbringt – unter dem Titel „Grenzenlos“.
Abseits der großen Straßen geht es für die Oldtimer aus der Oberpfalz nach Tschechien. Zusammen treffen die beiden Gruppen in Chodová Planá aufeinander. Auf dem Gelände der historischen Brauerei Chodovar wird schnell deutlich, wie unterschiedlich die Fahrzeuge der Teilnehmer sind. Zwischen Vorkriegs-Luxusautos stehen Sportwagen aus den 1960er-Jahren und Stadtflitzer aus den 1990er-Jahren.
Gemeinsame Leidenschaft statt Berührungsängste
„Wir haben alle das gleiche Hobby und das gleiche Interesse an alten Autos“, erzählt Jiří Markuzzi, der das Treffen von tschechischer Seite aus organisiert. Beim Zwischenstopp werden Fahrzeuge angeschaut, Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Sprachliche Unterschiede spielen kaum eine Rolle. Notfalls verständigt man sich eben über technische Details, Gesten, Emotionen.
Das Treffen wird über das EU-Programm INTERREG Bayern-Tschechien gefördert. Das Ziel: Kontakte zwischen Menschen auf beiden Seiten der Grenze zu schaffen. Es soll ein Symbol der Gemeinschaft sein, gefestigt durch eine Leidenschaft – Oldtimer.
Von Chodová Planá nach Cheb
Nach dem gemeinsamen Zwischenstopp setzt sich die Kolonne wieder in Bewegung. Die Route führt rund eineinhalb Stunden durch die tschechische Landschaft, über schmale Straßen und vorbei an historischen Bauwerken. Immer wieder bleiben Menschen am Straßenrand stehen, winken den Fahrzeugen zu oder zücken ihre Handys. Selbst entgegenkommende Autofahrer machen auf den engen Straßen Platz für die außerwöhnliche Kolonne.
Zum Abschluss erreichen die Oldtimer Cheb. Dort fahren sie über das historische Pflaster bis zum Marktplatz, wo die Fahrzeuge gemeinsam ausgestellt werden. Jung und Alt streifen durch die Reihen an Fahrzeugen, fachsimpeln oder staunen einfach nur.
Für die Organisatoren ist das Treffen gleich in mehrfacher Hinsicht ein Anfang. Nicht nur die beiden Autoclubs arbeiten erstmals in dieser Form zusammen – auch die Präsentation der Oldtimer auf dem historischen Marktplatz ist eine Premiere.
Aus der ersten gemeinsamen Ausfahrt soll deshalb mehr entstehen. „Grenzenlos“ ist als Auftakt für weitere Begegnungen und Projekte zwischen den beiden Clubs gedacht. Denn zumindest bei den Oldtimerfreunden scheint die Verständigung über die Grenze hinweg schon einmal problemlos zu funktionieren.
(sb)