Spielen heißt lernen – Kinder entdecken die Welt

Wer einmal ganz genau beobachtet, wie Kinder spielen, wird erkennen, dass es sich nicht um einen reinen Zeitvertreib handelt. Es ist so viel mehr. Kinder lernen spielerisch und das ist für ihre gesunde Entwicklung enorm wichtig. Erwachsene verkennen es manchmal zu schnell, dass das Spielen nicht etwas gegen Langeweile ist, sondern eine Art, die Welt für sich zu entdecken und vor allem zu verstehen. Zumal der Lernprozess unbegrenzt ist. Im Laufe der Jahre verändert sich das Spiel natürlich und die Anforderungen steigen mit der Zunahme an Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Ab wann eignen sich Spielsachen für Babys?

In den ersten Wochen braucht ein Säugling keinerlei Spielzeug. In diesen aufregenden ersten Tagen auf der Erde gilt es sich an all die neuen Eindrücke zu gewöhnen und das ist nicht so einfach. Immerhin war es noch bis vor der Geburt gleichmäßig warm, das Gefühl von Hunger gab es nicht und es war alles so schön dunkel und ruhig. Man stelle sich die Flut an Reizen vor, die nun auf den kleinen Erdenbürger einprasseln.

Um den sechsten Lebensmonat herum werden die Babys neugieriger und erkunden die neue Welt nicht nur mit den kleinen Händen, sondern vor allem mit dem Mund. Beißringe und kleine Rasseln stehen hoch im Kurs in diesem Alter. Aber auch Kochlöffel und Plastikschachteln können begeistern.

Um den ersten Geburtstag herum dürfen sich erste, ernste Gedanken über Spielzeug ab 1 Jahr gemacht werden. Im Fokus steht die Förderung und Unterstützung einer gesunden Entwicklung. Bauklötze, LEGO Duplo und Holzeisenbahn stehen hoch im Kurs, egal ob Mädchen oder Junge. Ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um erste Bilderbücher vorzulesen und am besten bereits jene, bei denen das Kind aktiv mitmachen kann. Wichtig ist zudem die Motorik. Hierfür gibt es spezielle Spielwaren, wie Steckwürfel oder Ähnliches, die speziell auf die Fertigkeiten der Finger ausgerichtet sind.

Motorik wird leider oft unterschätzt

Zur Motorik gehören nicht nur die Hände und Finger, die nun bewusst greifen, stecken und stellen können. Nein, auch die Fortbewegung auf den eigenen Füßen rückt immer näher. Sobald der Nachwuchs sicher auf den kleinen Beinen steht, gibt es kein Halten mehr. Hilfreich sind Spielsachen, die hinterher gezogen werden können. Oder aber auch zum Schieben. Hauptsache das Kind kann sich selbstständig bewegen und seine Erfahrungen machen. In den Sommermonaten ist es zu empfehlen, barfuß auf der Wiese zu laufen. Das stärkt die Wahrnehmung und kräftigt die Muskulatur.

Im Kindergartenalter rücken Klettergerüste in den Mittelpunkt, wenn es um die Bewegung an der frischen Luft geht. Gleichgewicht und Koordination gilt es nun zu festigen zu stärken. Das gelingt nebenbei erwähnt nicht nur auf öffentlichen Spielplätzen. Der Wald bietet ebenso viele, spannende Möglichkeiten zum Klettern, Laufen und Toben. Ein weiterer Vorteil im Wald besteht darin, dass hier zusätzlich etwas über die Natur gelernt werden kann. Alles selbstverständlich mit einer kleinen Portion Fantasie, denn diese blüht in den Kinderköpfen. Sie ist wichtig, denn mithilfe der Fantasie erklären sich die Kleinen Schritt für Schritt die Welt und versuchen ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Das tun Kinder unentwegt. Oftmals ganz unbewusst. Sichtbar wird es meist dann, wenn Kinder regelrecht in ihr Spiel versinken und augenscheinlich wirklich in eine andere Welt eintauchen.

Seelentröster Plüschtiere

Keine glückliche Kindheit ohne Plüschtiere. Das ist nicht einfach so daher gesagt, sondern eine erwiesene Tatsache. Kinder finden in ihren Plüschtieren einen engen Vertrauten. Eine fiktive Bezugsperson, derer sich Kinder anvertrauen können, ohne alles gleich mit den Eltern zu besprechen. Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt zur Selbstständigkeit. Außerdem spenden die knuffigen Plüschtiere oder Puppen stets ein Gefühl von Geborgenheit. Zum Einschlafen unverzichtbar, da Kinder das Gefühl haben, nicht allein zu sein. Einige Menschen haben wirklich über all die Jahre hinweg zumindest ein Plüschtier aus Kindertagen behalten. Eine innere Bindung, die nur schwer mit Worten zu erklären ist.

Aus Fehlern selbst lernen

Es fällt vielen Eltern sehr schwer, dem Kind dabei zuzusehen, wenn es augenscheinlich einen Fehler begeht. Jedoch muss nicht ständig in das Spiel eingegriffen werden. Zum Lernprozess in der Kindheit gehören auch Fehler dazu. Wer selbst nie in die Verlegenheit kommt, etwas falsch zu machen, lernt darauf schlichtweg nichts. Solang keine offensichtlichen Verletzungen drohen, muss man das Kind seine Erfahrungen sammeln lassen. Hin und wieder wird es sicher etwas schmerzhaft sein. Aber dafür prägt es sich viel besser ein. Wenn das Bügeleisen heiß ist und nicht angefasst werden soll und das Kind es dennoch tut, wird es in seinem Leben nie wieder in die Versuchung kommen, ein Bügeleisen auf der falschen Seite anzufassen. Fehler sind wichtig. Egal, ob sie bewusst geschehen oder beim spielerischen Lernprozess.

(Bildquelle: Symbolbild/Pixabay)

(exb)