Stadt Neustadt/WN zeigt sich trotz Landesgartenschau-Absage kämpferisch

Die Stadt Neustadt an der Waldnaab darf sich nicht weiter um die Ausrichtung einer Landesgartenschau ab 2028 bewerben. Diese Nachricht hat die Kreisstadt vergangene Woche erreicht. Bürgermeister Sebastian Dippold (SPD) zeigt sich dennoch kämpferisch.

Insgesamt 17 Kommunen hatten bis Ende Juni eine Interessensbekundung für eine Landesgartenschau bei der Bayerischen Landesgartenschau GmbH eingereicht. 16 davon, dazu zählt auch die Stadt Auerbach in der Oberpfalz, sind nun eine Runde weiter – sie dürfen eine offizielle Bewerbung abgeben. Die Stadt Neustadt an der Waldnaab ist nicht darunter. Sie hatte davon in einem Telefonat mit Martin Richter-Liebald, dem Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, erfahren – das Gespräch beschreibt Dippold als sehr fair. Die Gründe für die Absage seien Altlasten, beziehungsweise die zu erwartenden Entsorgungskosten – so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der Stadt.

„Es ist natürlich etwas schade, aber es war ein bisschen abzusehen“, so Dippold in der Mitteilung. „Der Fachbeirat der Gartenschau hat erklärt, er sei mehr oder minder nicht zuständig für diese Sanierung und könne das Geld daher nicht zur Verfügung stellen“, erläutert der Bürgermeister. Für diese Reaktion zeigt Dippold Verständnis – weist in der Pressemitteilung jedoch auch auf eine grundsätzliche Problematik hin: „Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer: es fühlt sich niemand zuständig – nicht einmal Freistaat oder Bundesrepublik!“ Um eine Gartenschau ausrichten zu können, benötige es weitere Planungen im Vorfeld, so sei die Begründung – heißt es in der Pressemitteilung. Hier fügt Dippold an: „So, für Planungen brauche ich aber Gelder, brauche ich Möglichkeiten, Mittel um diese Altlasten zu entsorgen. Ich pflichte dem Fachbeirat absolut bei: Eine Landesgartenschau kann das nicht leisten, die kann darauf dann aufbauen – aber dann soll man uns doch bitte die Möglichkeit zum Vorbauen geben!“

Als umsonst sieht der Bürgermeister die Interessensbekundung jedoch nicht an. Man sei bei der Art der Bewerbung neue Wege gegangen, betont er. Kern der Idee sei ein Video gewesen, welches dem Beirat zeigen sollte, wie es vor Ort aussehe. Die Resonanz darauf kommt auch in Form eines Schreibens an die Stadt: „Der Fachbeirat hat […] vor allem durch Ihr bewegendes Video […] die Notwendigkeit einer Unterstützung erkannt. […] die vertretenen Ministerien werden Ihre städtebaulichen Missstände […] sowie die Notwendigkeit der Sanierung und Entwicklung […] der Staatsregierung vortragen“. Eine Reaktion darauf gab es auch beim Telefonat mit Martin Richter-Liebald. Totenstill sei es nach dem Video im Saal gewesen, erklärte dieser laut Dippold am Telefon.

Der Bürgermeister zeigt sich daher kämpferisch: „Wenn überhaupt haben wir den ersten Satz verloren – das Spiel noch lange nicht“. Andere, leuchtende Beispiele wie Tirschenreuth seien auch nicht gleich beim ersten Aufschlag zum Zug gekommen – heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Ich hoffe, dass jetzt nach 40 Jahren Brachen und Altlasten uns jemand endlich mal die Hand reicht. Aus dem Schlamassel rausziehen werden wir uns dann selbst.“

Über die Interessensbekundung der Stadt Neustadt an der Waldnaab und die Altlastenproblematik haben wir in der Vergangenheit bereits berichtet. Hier sehen Sie dazu beispielsweise die Sendung „Mein Landkreis Neustadt an der Waldnaab“ vom 20.07.2021 mit Nadine Hofmann.

(nh/Pressemitteilung Stadt Neustadt/WN)