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Sulzbach-Rosenberg: Medizinische Zeitreise

Sie sitzt  im Herzen von Sulzbach-Rosenberg, sogar direkt am Luitpoldplatz. Die Alte Hof-Apotheke. Sie gilt als eine der ältesten Apotheken der Oberpfalz. Medikamente bekommt man dort heute allerdings nicht mehr. Dafür kann man in die letzten Jahrhunderte der Medizingeschichte eintauchen – Die Apotheke ist heute nämlich ein Museum. Dort lernen Besucher unter anderem, dass eine Fantaschale nichts mit der Schleichwerbung für ein Softgetränk zu tun hat.

Blickt man in die verschiedenen Räume so könnte man meinen die Apotheke ist noch heute in Betrieb. Kaum etwas wurde hier in den letzten Jahrzehnten. Über all stehen alte Gefäße oder andere Helferlein der historischen Medizin.  Die Apotheke stammt aus dem Familienbesitz von Dr. Markus Lommer, dem Stadtheimatpfleger. Man habe nichts hinzugekauft, alles sei aus dem Originalbestand. Allerdings ist auch kaum etwas ersetzt worden. Alle Substanzen oder Pulver in alten Gefäßen sind echt, stammen noch aus der aktiven Zeit der Apotheke. Das wertvollste Stück befindet sich im „Drogenkammerl“. Hinter Glas lässt sich ein altes Herbarium bestaunen. Wer darin blättern möchte, hat in der daneben platzierten Kopie die Möglichkeit dazu.

Auf Anfrage gibt es neben zahlreichen alten Gefäßen, Gerätschaften und Rezepturen auch Vorführungen. Wie wurden Pillen hergestellt, als das noch nicht große Industriefirmen übernommen haben? Helma Koch ist selbst gelernte Apothekerin und weiß, wie man Pillen per Hand herstellt. Zwar werde diese Methode heute nicht mehr gebraucht, trotzdem muss dies jeder Apotheker zumindest in der Theorie noch beherrschen. Helma Koch zeigt Besuchern, wie man früher vorgegangen ist, um gleiche Pillen herzustellen.

Als erstes müssen die verschiedenen Inhaltsstoffe in einer Fantaschale, eine Schale mit glatter Innenfläche benannt nach ihrem Erfinder Max Fanta, vermischt werden. Auf einem Pillenbrett wird die Mischung anschließend ausgerollt und in gleichmäßige Portionen geteilt.

Die Redensart „eine bittere Pille schlucken müssen“ stammt übrigens ebenfalls aus der Medizingeschichte des 17. Jahrhunderts. Da die meisten Arzneistoffe bitter schmeckten, wurde in die Pillen von wohlhabenden Personen meist noch andere Stoffe hinzugegeben. Die armen Leute hingegen mussten die sogenannte bittere Pille schlucken.

 

Öffnungszeiten:

regulär Do. + Sa. 14.30-17.30 Uhr

außerdem jeden 2. Monats-Sonntag 14.30-16.30.

Jeden 1. Monats-Freitag 17.00 Uhr wird eine öffentliche Führung (ohne Voranmeldung) angeboten

Zudem gibt es Sonderaktionstag nach Ankündigung  (ms)