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Tirschenreuth/Auerbach: Warnstreikwelle weitet sich aus

Bessere Arbeitsbedingungen für rund 835.000 Beschäftigte der Metall- und Elektrobranche in Bayern. Sprich: Sechs Prozent mehr Lohn und flexiblere Arbeitszeiten. Das Ziel der IG Metall, die seit rund einer Woche versucht den Druck auf die Arbeitgeber durch Warnstreiks zu erhöhen. Heute ging es weiter. Neben Siemens und Grammer in der vergangenen Woche haben sich heute in der Oberpfalz die Firmen Hamm in Tirschenreuth sowie ZF + Cherry in Auerbach an den Warnstreiks beteiligt. Nach wie vor gibt es keine Einigung im aktuellen Tarifstreit. Heute treffen sich die Gewerkschaft und der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie zum dritten Mal in Nürnberg. Doch ob es dort zum Tarifabschluss oder lediglich zu einer Annäherung kommen wird, ist offen.

Klar dagegen sind die Ziele der IG Metall: Sechs Prozent mehr Lohn sowie eine flexiblere Arbeitszeit. Konkret wird gefordert, die Arbeitszeit vorübergehend auf bis zu 28 Stunden in der Woche reduzieren zu können. Zudem sollen die Arbeitgeber nach dem Willen der IG Metall einen Zuschuss bezahlen, wenn die Teilzeit zur Pflege von Angehörigen oder zur Kinderbetreuung genutzt wird. Das Gegenangebot der Arbeitgeber: Zwei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 200 Euro würden die Fronten nur weiter verhärten, so Sabrina Feige von der IG Metall Amberg.
Die IG Metall hat bereits eine zweite Warnstreikwelle für Freitag angekündigt, sollte es zu keiner Annäherung kommen.

Sprecher der Hamm AG wollten auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben. ZF und Cherry äußerte sich dagegen wie folgt:

„Warnstreiks und Arbeitsniederlegungen gefährden die Wirtschaftskraft der deutschen Automobilindustrie, die ihren größten Umbruch erlebt und massiv in Zukunftstechnologien investiert. Zugleich muss sie den Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung bewältigen. Es ist nicht zielführend, jetzt Druck auf Verhandlungen zu machen, die noch gar nicht richtig begonnen haben, denn solche Aktionen schädigen am Ende alle in unserer Industrie: Zulieferer, Hersteller, Verbraucher und auch die Mitarbeiter.“

(sd)