Tirschenreuth: Landrat und BRK-Chef zur Situation bei Erstimpfungen

Nachdem in den vergangenen Tagen vermehrt Meldungen aus Bayern aufgetaucht sind, wonach in den kommenden Wochen keine Erstimpfungen mehr stattfinden könnten, weil der Impfstoff für Zweitimpfungen verwendet werden müsse, nehmen Landrat Roland Grillmeier und BRK-Chef Holger Schedl hierzu Stellung.

Landrat Roland Grillmeier äußerte sich hierzu unmittelbar nach seiner Teilnahme an der digitalen Landkreisversammlung des bayerischen Landkreistages, bei dem es vor allem um die wichtige Rolle der Landkreise bei der Bewältigung der Pandemie ging.

Landkreise sind und waren zuständig für den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürger und standen in den letzten Monaten häufig im Brennpunkt, nicht selten zu Unrecht. In Bayern und vor allem auch bei uns im Landkreis Tirschenreuth gab es in den vergangenen Monaten große Erfolge bei den Erstimpfungen, was entscheidend zu unserer derzeitigen, äußerst positiven Situation beiträgt.

Roland Grillmeier, Landrat Tirschenreuth

Mehr als 41.000 Impfungen wurden bereits durchgeführt, eine Impfquote von fast 45% bei den Erstimpfungen in Tirschenreuth liegt deutlich über dem deutschlandweiten und bayernweiten Schnitt.

Allerdings sei es jetzt so, dass aufgrund dieser großen Anzahl von Erstimpfungen nun die entsprechenden Zweitimpfungen folgen müssten. BRK-Chef Holger Schedl erläutert dies näher:

Selbstverständlich würden auch wir in den nächsten Wochen gerne weiterhin viele Erstimpfungen durchführen, aber es ist natürlich genauso wichtig, dass die Zweitimpfungen pünktlich erfolgen. Deshalb muss der zur Verfügung stehende Impfstoff jetzt dafür vorgehalten werden. Das bedeutet nicht, dass keine Erstimpfungen mehr durchgeführt werden. Diese können weiterhin beim Hausarzt gemacht werden. Sollten außerdem Impfdosen übrig bleiben, die nicht für Zweitimpfungen verwendet werden müssen oder sollten Termine für Zweitimpfungen abgesagt werden, werden auch im Impfzentrum weiter Erstimpfungen gemacht.

Holger Schedl, BRK-Kreisgeschäftsführer Tirschenreuth

Leider sei dies schwer vorherzusagen und auch die Impfstofflieferungen für die anstehende Zeit würden trotz ursprünglich fester Zusagen stark schwanken, so Schedl weiter.

Landrat Grillmeier weist nochmal darauf hin, dass Tirschenreuth es als einer der ersten Landkreise geschafft habe, die Prioritätsgruppen 1 und 2 mit den am meisten gefährdeten Menschen zu impfen. „Wir sind auch schon sehr weit fortgeschritten in der Priorität 3. Es ist sehr ärgerlich, dass nun nicht wie zugesagt entsprechend Impfstoff zur Verfügung steht, darauf haben wir aber leider keinen Einfluss. Trotzdem haben wir als Landkreis beim Staatsministerium erneut um ein Sonderkontingent gebeten, um den bisherigen Impferfolg nicht zu gefährden.“

Auch zur Kampagne „Jetzt registrieren“ äußert sich Grillmeier: Auch wenn der Impfstoff nun noch einmal knapp sei und vor allem Zweitimpfungen durchgeführt würden, sei es wichtig für die Verantwortlichen, dass sich die Bürger registrieren, erklärt Grillmeier. Man wolle eine Situation vermeiden, in der man plötzlich zu wenig Registrierte habe, daher sei es richtig gewesen, diese Kampagne frühzeitig ins Leben zu rufen. Die Registrierungen seien auch merklich gestiegen, was die Planung für die kommende Zeit deutlich erleichtert. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um allen Landkreisbewohnern schnellstmöglich ein Impfangebot zu machen. Sollten Sie noch auf ein Impfangebot warten, haben Sie noch ein wenig Geduld, wir befinden uns auf der Zielgraden“, appelliert Grillmeier abschließend.

(vl)