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Tirschenreuth: Veto gegen SuedOstLink – Ilse Aigner soll helfen

Bitte um Unterstützung an Ilse Aigner

Im Kampf gegen den geplanten SuedOstLink erhofft sich Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl Hilfe von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. In einem Schreiben wendet er sich an das Bayerische Wirtschaftsministerium und bittet um Unterstützung beim Einspruch gegen die Pläne. Darin heißt es, die neuen Pläne seien völlig unverständlich und nicht hinnehmbar.

Bereits am 08.03.17 hatte der 2. Bürgermeister der Stadt, Peter Gold, im Namen der Stadt Tirschenreuth beim Netzbetreiber TenneT offiziell Einspruch gegen den neuen Vorschlagskorridor eingelegt.

Der neue Vorschlagkorridor für den geplanten „SuedOstLink“ des Netzbetreibers TenneT ist vor allem in Tirschenreuth auf Unverständnis gestoßen. Die geänderten Pläne sehen vor, dass die Stromtrasse östlich an Tirschenreuth vorbeiläuft. (ms)

 

 

 

 

 

Hier der Einspruch im Wortlaut:

Tennet „SuedOstLink“ Vorschlagskorridor

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Stadt Tirschenreuth erhebt hiermit Einspruch gegen die am 07.03.2017 vorgestellte Variante (Abschnitte ab 043, 045, 049 bis 056) als Vorschlagskorridor für die Stromtrasse durch TenneT.
Wir sind überrascht, dass bisherige Trassenverläufe nahe der A 93 nicht mehr in der bevorzugten Linienführung stehen und die Trasse um Tirschenreuth Ost plötzlich als Vorschlagstrassenkorridor eingereicht werden soll. Für die Stadt Tirschenreuth ergeben sich dadurch eine Reihe von Entwicklungsnachteilen.
Der nord- und östliche Bereich um Tirschenreuth ist das Reservat der Trinkwassergewinnung der Stadt;
In diesem Bereich liegen Bodenschätze (Kaolinabbau) bei der Gebhardtshöhe und Schmelitz. Eine Trassenführung kann den künftigen Abbau einschränken;
Der östliche Bereich der Stadt um die Gemeindeteile Groß- und Kleinklenau sind künftige Entwicklungsgebiete im Wohnungsbau;
Die nahe Heranführung an den Ort Wondreb berührt unsere Interessen für die Miteinbeziehung der „Totentanzkapelle“ und den „Fischhof“ in das Bestreben zum Weltkulturerbe Kloster Waldsassen;
Einschränkungen und auch mögliche Mehrkosten bezüglich einer geplanten und beantragten Ortsumgehung der Stadt im Osten (Schwerlastverkehr durch Holztransporter) ab der Kreuzung St2174 und St2167 zur B15 hin, werden erwartet;
Der Bereich an der Tirschenreuther Waldnaab ist eine bedeutsame Naturschutzfläche, die im unmittelbaren Bereich liegt und gar durchschnitten wird. Dort liegen bestehende und künftige Ausgleichsflächen der Stadt.

Ferner würde eine Trassenführung um Tirschenreuth-Ost herum eine deutliche Kostenmehrung ergeben, weil diese einen enormen Umweg um die Ideallinie (A 93) aufweist. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, um wieviel teurer der Umweg um Tirschenreuth Ost kosten würde.

Die Stadt Tirschenreuth wird zur Verhinderung dieser Trassenführung alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.
Wir bitten Sie um Ihre Stellungnahme zu unseren Einwendungen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Gold
2. Bürgermeister